23.2.16

Spinnfreude

Spinnen macht mir grad am meisten Freude.
Dabei sind richtig schöne Garne entstanden.

Das erste Projekt wurde noch 2015 fertig gestellt. Versponnen sind zwei Kammzüge Merino/Seide und Polwarte/Seide in dunklem Blau mit ein wenig Lila. Wunderbar weich, wunderbar Blau. 200g mit ca. 950 Meter Lauflänge. Daraus wird wohl ein Halsschmeichler werden.


Das nächste ist ein bunter Frühlingstraum. Hier habe ich einen dibadu-Kammzug aus dem Abo versponnen, das ich vor glaube ich zwei Jahren hatte. Das Material ist Merino/Seide/Angelina. Es sollte Bestandteil eines dreifägigen Garns werden. Im Kammzug passte es gut zu den anderen, als fertiges Garn gar nicht mehr. Das wunderbare Bunt wäre komplett verloren gegangen. Also bleibt der Faden allein. Was daraus werden wir ist noch sehr unklar, erst mal erfreut er mein Auge und meine Seele an grauen Tagen wie heute. Es sind 100g mit knapp 600 Metern Lauflänge.




 Das dreifädige Projekt um Vorräte zu verbrauchen. Die einzelnen Fäden waren: ein Kammzug von dibadu in BFL superwash - blau/türkis/orange/gelb/braun/weiß, ein Kammzug von Barbara Shetland/Tussah in beige/braun/gelb/weiß und ein Riesenbatt von Karin aus vielen verschiedenen türkisen Fasern. Das fertige Garn bezaubert mich und erinnert ein wenig an Schoppel Zauberball Crazy. Es ist etwas dicker, 285g mit 455 Metern Lauflänge.


Für einen Swap habe ich die bunten Fasern gefärbt - Karneval war das Thema. Ich hatte gleich ein wenig mehr gefärbt, das mit dem Teilen der Kammzüge geht ja nicht so genau und ich wollte genug Material haben. Ein wenig ist übrig geblieben und daraus entstand dieser fröhliche knallige kleine Strang. Es sind nur 40g, dreifädig navajo gezwirnt, mit einer Lauflänge von 150 Metern.




Letztes Jahr in Friedrichshafen habe ich ein paar Batts versponnen. Der Faden ruhte jetzt fast ein Jahr auf der Spule, unentschlossen, ob er allein bleiben wollte oder sich doch mit einem anderen verbinden sollte. Jetzt habe ich noch ein paar Batts dazu gekurbelt und eine weitere Spule voll gesponnen. Zu zweit sind wie ein Tag am Meer - stürmisch, grau und blau mit ein paar Tangfäden. Dick, unregelmäßig, ein bisschen rau - 156g mit 240 Metern Lauflänge.


Das derzeitige Projekt ist Frust und Freude. Es ist ein mit Indigo überfärbter Kammzug, den ich ertauscht habe. Er lag lange im Keller, obwohl die Farbe mich sehr zum verspinnen lockt. Denn die Faser war stumpf und trocken und ließ sich kaum verarbeiten - beim Spinnen nicht ausziehen, beim Kardieren nicht auf der Trommel verteilen. Ich brauchte erst einen Tipp von einer erfahrenen Faserverarbeiterin - "gönn dem Kammzug doch einfach ein Lanolin-Bad". Eigentlich ganz logisch, so im Nachhinein betrachtet. Also gingen die Fasern baden. Das erste Mal war ich zu sparsam und vorsichtig mit dem Lanolin - die Kammzüge waren nach dem Trocknen ziemlich unverändert. Nach dem zweiten Mal ist es viel besser, dafür sehen die Fasern mittlerweile sehr zerrupft aus. Und es gibt immer noch einige sehr trockene Stellen. Ich muss die Fasern gut vorbereiten und "predraften", das Spinnen geht nicht so flott und leicht wie gewohnt - aber der fertige Faden entlohnt mich sehr für die Mühe. 
Zur Erholung spinne ich zwischendurch immer mal was Anderes. Zum Beispiel die kleinen Faser-Portionen aus dem Adventswichteln.




Wo anfangen?

...wenn Frau so lange nicht bloggt ist das gar nicht so einfach.
Ich mache es mir mal einfach und erzähle was ich gestrickt, gewebt, gesponnen habe.

Das Gestrickte ist schnell erledigt. Ich nadle zwar wie üblich an mehreren Dingen herum, aber vorzeigbar und fertig sind - ein Paar Socken. Mit ganz kurzem Schaft, so wurden sie bestellt. Verwendet habe ich ein altes Lana Grossa-Schätzchen, das ich lange gehütet habe weil es mir so gut gefällt. Aus dem übrigen Garn könnte noch etwas für das dort erwartete Baby werden, die Farben finde ich ganz passend dafür.


Das Gewebte ist auch schnell gezeigt, hat aber einen lagen Entstehungsprozeß hinter sich. Schon die Auswahl des Garns war eine schwere Geburt. Bespannt habe ich den Rahmen dann letztes Jahr im Herbst - ich glaube ein Foto zeigte ich schon - auf dem alljährlichen Strickwochenende in Kochel. Auch angewebt. Und dann bekam das Projekt eine lange Ruhepause. Über Weihnachten webte ich wieder ein Stück - und war ein wenig enttäuscht, denn irgendwie ging es gar nicht schnell voran. Gefühlt nahm die Kette einfach kein Ende und obwohl ich fast jeden Tag wenigstens kurz am Webrahmen war, hat es Wochen gedauert bis der Schal fertig wurde. 
Tja, was habe ich mir eigentlich dabei gedacht für einen Schal mehr als 3 Meter Kette aufzuspannen? Der reicht mir jetzt an beiden Seiten bis über die Fußsohlen. Und dann offenbarte sich beim Abnehmen des Webstücks, dass ich zunehmend dichter gewebt habe. Ich finde es ziemlich auffällig, auch wenn andere sagen, dass es kaum sichtbar ist. Tragen kann ich den Schal nur an kalten Tagen, denn offen um den Hals geht gar nicht wegen der Länge. Das mache ich jetzt eine Zeit lang und dann mal schauen was vielleicht sonst noch draus werden will.

Lernerfolge:
Nie wieder einfädige Tussahseide für die Kette. Durch das Auf- und Abbewegen des Kamms scheuerte sich das verwendete Garn schnell auf und ich habe es ganz genau beobachtet, dass es ja nicht zu dünn wird und womöglich die Kette reißt. Das ist dann zum Glück erst ganz zum Schluß passiert. Wegen 3 cm habe ich mir dann nicht mehr die Mühe des Flickens gemacht sondern das Webstück beendet und abgenäht.

Gleichmäßiger Weben. Wie genau ich das anstelle ist mir noch nicht ganz klar, denn das Gewebte wird ja immer auf den Warenbaum gewickelt, so dass es bald nicht mehr sichtbar ist. Ich habe allerdings auch gar nicht darauf geachtet, könnte beim nächsten Mal also besser werden.

Ganz zufrieden bin ich mit dem Rand, der ist recht gut und fest geworden.



Das verwendete Material: 
dye for yarn Tussahseide für die Kette, Wollmeise Lacegarn und Fleece Artist suri blue für den Schuss. 
Fertige Länge 2,98 Meter, Breite 36-38 cm. Gewicht 272g.

Auch wenn der Schal nicht ganz so geworden ist wie ich es mir ausgedacht hatte - ein schönes Stück.