3.8.16

Bloggt sie noch?

Berechtigte Frage - Frau Strickwerk schreibt ja eh schon unregelmäßig und jetzt zwei Monate gar nichts...

Also quasi ein Neustart und ich werde auch nicht alles "nachschreiben" was in der Zwischenzeit hier so war, gekocht und gebacken, gestrickt und gesponnen wurde.

Das Haus ist zur Zeit wieder belebter als im letzten Jahr. Mein Patenkind wohnt für ein paar Wochen bei uns (schon fast vorbei), ihr Freund auch hin und wieder und plötzlich ist der Kühlschrank wieder immer voll und am Tisch sitzen wir wieder zu fünft oder gar zu sechst. Anders schön.

Die Esche aus dem letzten Post hat sich gut eingelebt und wird viel und mit Freude besponnen. Geplant hatte ich auch wieder an der Tour de fleece teilzunehmen. Und dann hab ichs doch gelassen und einfach so gesponnen wie immer, ohne challenge oder besondere Pläne. Das hellblaue Targhee wurde ganz fein und dünn, aber leider ist es etwas hart und spröde. Ich werde ihm ein Lanolin-Bad gönnen - dann könnte ein zartes Tuch daraus werden oder auch ein gewebter Schal.


Irgendwann habe ich mal ein paar Rolags auf der Kardiermaschine gerollt. Sie waren nicht perfekt, aber doch locker genug um sie auf der Esche im langen Auszug zu spinnen. Eine weicher fluffiger Single ist entstanden - geplant für eine Weberei mit verschiedenen Garnen.


Und noch ein Blau, aber mit ein bisschen Braun. Ein altes Schätzchen von Melinoliesl: "De witte Hof op de Warft". Material ist BFL mit Bambus. Wie immer bei ihren Kammzügen wunderbar zu verspinnen und eine wahre Farbfreude. Ihre Kammzüge sind wirklich etwas ganz besonderes. Es war mein erstes Zwirnen auf dem Eschenrad und ich habe es zu gut gemeint mit dem Drall - der erste Strang ist einfach zu fest geworden. Er darf im Rückwärtsgang noch einmal durchs Rad laufen, denn der zweite zeigt sich - etwas weniger fest gezwirnt - in seiner ganzen Schönheit. 


Spinnen ist einfach immer wieder die Entspannung in meinem Alltag. In der Bibliothek arbeiten wir personell zur Zeit wieder mal am unteren Limit. Das bedeutet für mich lange Zeiten an der Auskunft (mag ich ja sehr gern) und wenig Zeit am Schreibtisch. Fazit: die Arbeit macht sehr Spaß, aber vieles meiner zusätzlichen Aufgaben bliebe liegen würde ich nicht länger arbeiten. Die Überstunden wachsen, ich muss einen Tag frei nehmen - und schon habe ich den nächsten Stau auf dem Schreibtisch produziert. Nichtsdestotrotz - ich arbeite einfach wirklich gern dort, ich mag meine Kolleginnen und Kollegen, meine Aufgaben und die Räumlichkeiten. Kleine Aufreger gehören dazu und nehme ich als Belebung. 
Eine kleine Spinnentspannung am Morgen und/oder am Abend trägt auf jeden Fall zu meiner Ausgeglichenheit bei und ich freue mich immer wieder darüber, dass ich dieses produktive Hobby auch dafür nutzen kann.

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