28.12.11

Vorsatz

Ich habe mir vorgenommen, mir nichts vorzunehmen, für diese Tage zwischen den Jahren. Das klappt nicht so ganz.

Da gibt es den Termin mit den Freunden, mit denen wir immer zwischen den Jahren spielen.

Die ganz kleine Gruppe Sangesfreudiger und Notensicherer, die sich endlich mal zum Singen treffen will - geht nur zwischen den Jahren.

Die Freundin aus Studienzeiten, auch meine Trauzeugin und die ersten Jahre mit Kind immer präsent und dann doch irgendwie aus den Augen aber nie ganz aus dem Sinn verloren. Jetzt wieder getroffen in den Bibliotheken und ein unbedingtes Wiedersehen - zwischen den Jahren.

Trotzdem bleibt noch reichlich Zeit für ungeplant zielloses Wollen und Tun.
Gestern mit Sonnenspaziergang und stundenlangem Spielen mit Jüngstem Sohn und dessen Freundin und Bestem Ehemann. Der hat nämlich ein ganz tolles Spiel für uns nachgebastelt, das wir kurz vor Weihnachten kennen gelernt haben. Und auch dem Jüngsten Sohn - der eigentlich nur Schafkopfn wollte, hat es großen Spaß gemacht. Schafkopf gabs aber dann auch noch (und ich habe satt gewonnen!)

Heute schon eine Stunde am Spinnrad verbracht und jetzt wo sich der Nebel lichtet geht's gleich noch mal raus in die Sonne. Der Nach-Weihnachtsbrief entsteht dabei im Kopf und anschließend wir er aufs Papier geworfen. Und dann - mal sehen.

Die Weihnachtstage waren sehr fein. Der Abend mit Jüngstem Sohn und Schwiegermutter recht gemütlich - weniger kurzweilig als sonst. Der erste Feiertag reich - lustig, lebhaft, erfüllend. Der zweite mit Freunden verbracht, die uns wie eine zweite Familie sind und es war so schön auch die fern lebenden Teile der Familie zu sehen.

Geschenke - reichlich. Ich habe mir eine Tasche gewünscht - und auch selbst ausgesucht. Denn Tasche ist ja richtig schwierig. Meine darf nicht zu klein sein, aber auch nicht zu schwer. Sie braucht einen  breiten verstellbaren Riemen, viele Innenfächer und Taschen und gerne auch so einen Clip für den Schlüssel. Ich wünschte mir Leder. Und ein bisschen pfiffig. Die gewählte kommt von Aunts and Uncles, ist braun mit Futter in Türkis, eckig, fasst knapp DIN A4. Ich bin sehr glücklich damit. Dazu den passenden Geldbeutel.
Und: einen Tacho und Kilometerzähler fürs Fahrrad. Wie toll! Denn der Beste Ehemann und die Nachbarin trumpfen hier immer mit ihren iPhones - wie seit sie geradelt sind, wöchentliche und monatliche Kilometerleistungen - ich kann immer nur schätzen. Bisher. Aber jetzt kann ich mithalten und fahre nicht mehr außer Konkurrenz!
Und Teeblumen und eine Glaskanne dazu. Noch nicht probiert, aber toll.

Ich habe Julekuler gestrickt, die mangels Aufhängebändern nicht am Baum hängen, sondern auf den Zweigen liegen. Letztlich konnte ich mich dem Hipe doch nicht entziehen.

Ich habe einen Socken gestrickt für eine Wichtelaktion, den ich jetzt doch wieder aufziehe. Ich bestricke diesmal kleine schmale Füße. Hin- und herprobierend, wie ich das Muster anpasse oder ein anpassungsfähiges Muster finde, entschied ich mich zuletzt für ganz kleine Nadeln. Ich denke am Fuß sitzt es dann auch passend. Aber der Schaft ist jetzt so wenig dehnbar, dass ich fürchte auch bei schmaler Ferse kann frau den Socken nicht anziehen. Also trenne ich gerade wieder auf. Und stricke neu. Schnell. Denn Versand ist Anfang Januar. Aber  Muster und Wolle machen Spaß, ich habe ja gerade viel Zeit - das wird keine Problem sein. Mehr Kopfzerbrechen machen mir die Beigaben im Päckchen, denn der Fragebogen meiner Partnerin gibt wenig her, es ist ihre erste Wichtelaktion - also gibt es da auch keine Historie - und Blog führt sie nicht. Nachfragen haben bisher auch nichts ergeben - ich stochere also -hoffentlich mit Glück - im Dunkeln.


24.12.11

Weihnachten!

Völlig übermüdet sitze ich jetzt auf dem Sofa. (Mehrere Nächte mit noch weniger Schlaf als sonst, weil einfach besseres und interessanteres zu tun war oder der Schlaf einfach nicht kommen wollte... )

Der Baum ist geschmückt, alle Geschenke eingepackt und unterm Baum, Eltern und SchwiVa besucht, die Nachbarn auch, das Fleisch für heute Abend im Ofen, alles wieder abgespült, der Tisch gedeckt. Und der kranke Beste Ehemann ist weitgehend wieder hergestellt.

Nicht: die Freundin zum Geburtstagsbrunch besucht, zwei weitere Freundinnen bewichtelt, am Friedhof gewesen, noch einen Weihnachtskuchen als Ersatz für nicht vorhandene Plätzchen gebacken, geschlafen. Egal. Wichtigstes Motto heute: kein Stress!

Jetzt: Pause!

Und dann ein hoffentlich gemütlicher Abend in ganz anderer Besetzung als sonst. Der Älteste Sohn feiert bei sich daheim mit seiner Freundin. Der Mittlere Sohn auch mit der Freundin in deren Familie. Der Jüngste Sohn ist bei uns, ein wenig weihnachts-mufflig wie immer, und die SchwieMu holen wir auf dem Heimweg von der Kirche ab. Ein bisschen traurig bin ich schon. Aber auch voller Vorfreude - wie jedes Jahr lasse ich mich einfangen von so einem lebendigen, kindlichen und - ja - einfach freudigen Gefühl. Weihnachtslieder singend laufe ich durch den Tag, wild entschlossen mir nicht die Laune verderben zu lassen. Und so wird auch der Abend gelingen.




Ich wünsche euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und schöne, friedliche und erholsame Feiertage.



18.12.11

Dinge

..."Wie Objekte weitergegeben werden, hat mit Geschichtenerzählen zu tun. Ich gebe dir das, weil ich dich liebe. Oder weil man es mir gegeben hat. Weil ich es an einem besonderen Ort gekauft habe. Weil du darauf achtgeben wirst. Weil es dein Leben komplizieren wird. Weil es jemand anderen neidisch machen wird. Vermächtnisse erzählen keine einfachen Geschichten. Woran erinnert man sich, was wird vergessen?" ...

Ich habe gerade begonnen "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Edmund de Waal zu lesen - das obige Zitat stammt aus der Einleitung. Abgesehen davon, dass mich das Buch und de Waals Art zu schreiben sehr anspricht - dieser kurze Abschnitt rastete wie ein Puzzleteil ein. Gedanken, die mich grad immer wieder bewegen - der Umgang mit den Dingen, die mich umgeben, die mir etwas wert sind, unabhängig von materiellem Wert und warum sie das sind. Und wie gehe ich, wie gehen wir damit um. Denn da sind meine Dinge. Die Dinge des Besten Ehemanns (zugegeben, nicht allzu viele). Und in diesem Jahr besonders: die Dinge der Tante, der Oma, der SchwieMu.

Bei den Verstorbenen - was war ihnen wertvoll? Was hätten sie gern an uns weiter gegeben? Und womit verbinden wir unsere Geschichten und Erinnerung? Brauchen wir die Dinge dazu? Oder können sie dinglich verschwinden und bleiben doch geistig erhalten? Und letztlich - was heben wir dann auf und was geben wir weiter - und vor allem wohin?
Bei der Tante, die so aktiv in der Tafel war, kam so eine Arte Gebrauchtwarenkaufhaus, die ganz viel "verwertet" haben - der Rest wurde entrümpelt, also weggeworfen. Was wir mitgenommen haben - zwei Wäschekörbe voll - wurde in einer Familiensitzung gesichtet und verteilt. Ein wenig Schmuck, viele Fotos, ein paar Rollenbücher (sie war beim Theater), das Bundesverdienstkreuz (das wollte dann doch keiner wegschmeissen).
Bei der Oma war eh nur noch ganz wenig da. Aber das waren Dinge, an denen sie besonders hing. Weniges - wie ihr Sessel - blieb im Altenheim. Weniges bei uns und den anderen Enkeln. Und dann auch - Müll.
Bei der SchwieMu die Verkleinerung eines Hauses in eine Drei-Zimmerwohnung! Sie selbst hat ausgesucht, welche Dinge sie begleiten, für sie Bedeutung haben. Und es wird deutlich, wie persönlich diese Einschätzung doch ist - da finde ich doch manches verwunderlich, was sie für entbehrlich hält und ebenso, was des Mitnehmens wert. Die Verteilung manchmal schwierig - wenn der einen Seite das Angebotene doch so "wertvoll" erscheint, der anderen die Bedeutung völlig unklar bleibt. Die Verständigung war da manchmal schwierig. Und wie bitter, dass hier doch fast alles Verbliebene entrümpelt wurde.

Sozusagen "drohend" der Haushalt meiner Eltern. Vollgestopft mit Erinnerungen. Meinen eigenen natürlich, aber die kann ich ja recht leicht für mich ordnen und werten. Schwerer wiegen da die Erinnerungen der Genrationen vorher, denn mein Vater verbindet so viele der Dinge, die ihn umgeben mit Geschichte und Geschichten seiner Familie. Unvorstellbar für ihn, diese Dinge zu "Hinterlassen" im Sinne von hinter sich zu lassen. Ganz wichtig ist es ihm, zu wissen, was wohin kommt, wer von seinen Kindern Möbel, Bücher, Geschirr usw. erhalten wird, möglichst mit den Geschichten dazu. Und ich spüre, wie ich mich wappnen muss. Denn ich bin anfällig für diese Dinge, mit denen Geschichten verbunden sind, die mich mit den Generationen vor mir verbinden. Und das ist ja auch schön - nicht nur davon in Büchern zu lesen, sondern selbst solche Dinge zu haben, sich damit zu umgeben.
Und ich erlebe an ihm aber auch, welche Last das werden kann, in der die Lust an den Dingen ganz verschwindet. Wenn dann nämlich das Geschirr nicht benutzt werden darf, damit nichts kaputt geht. Wenn das Haus voll damit ist und mit den Erinnerungen und die Gegenwart so wenig Platz hat - dinglich und geistig. Wenn ich mich davon nicht mehr lösen kann, nicht frei sein kann, wenn all diese Dinge mich festhalten, bedrängen, mir das Leben schwer machen.

Welche Dinge habe ich schon?
Als meine Omi starb, habe ich mir ihre Standuhr gewünscht. Die steht immer noch in unserem Wohnzimmer, schon seit vielen Jahren ist das Schlagwerk abgestellt, das Uhrwerk braucht eine Generalüberholung. Sie passt hier überhaupt nicht mehr her. Den dazu passenden Glasschrank habe ich vor ein paar Jahren verkauft, nachdem er jahrelang ein Dasein im Keller und auf dem Dachboden fristete. Der Plan, ihn irgendwann zum Geschirrschrank zu machen war eine Luftblase. Der Entschluss, mich auch von der Standuhr zu trennen ist gefasst und braucht nur noch ein wenig Reife, bis er in die Tat umgesetzt wird.
Ich habe ja dann noch ihr Geschirr, das "Indisch Blau". Ich benutze es quasi nie. Wir trinken aus Haferln, nicht aus Tassen. Die Teller dienen als Aushilfe, wenn die weissen grad alle schmutzig sind. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich auf Omis Sofa sitzen, die Teetasse vor mir, die Standuhr an der Wand, auch bei ihr schweigend wegen der Nachbarn.
Eigentlich brauche ich nichts als diese Erinnerung.

Neu: ein Strohkörbchen mit Geschichte (stand immer auf dem kleinen Nähkasterl, das im übrigen ja auch bei mir steht und so unpraktisch ist...), gefüllt mit Stickgarn aus Teenager-Tagen und der Zeit der Stickbilder, grade frisch von meiner Mutter an mich weiter gegeben. (Die versucht nämlich grad, meinen Vater Stück für Stück zu befreien.)

Ein ganze Batterie Sammeltassen und groß und klein. Die Kleinen werden immer mal benutzt, als Espressotassen. Auch wenn sie von Hand gespült werden müssen. Und dabei denke ich wahlweise an die eine oder andere Tante, je nachdem aus welchem Haushalt sie stammt. Und ja, ich liebe diese Tassen. Und hätte gern einen richtigen schönen Schrank, in dem ich sie ausstellen kann.

Ein Vertiko. Restauriert von meinem Cousin, zu dem ich eigentlich kaum eine Verbindung hatte und der quasi verschollen ist. Aber es stand bei meiner Tante im Atelier, eine Erinnerung an sie und die seltenen Besuche bei ihr. Es ist schön und begleitet mich schon lange. Es bräuchte mal wieder eine heilende Hand und ein bisschen innwendige Ordnung, denn innen drin sind ganz viele Dinge, die einer Entscheidung bedürfen...

Eingeladen

zum Mittagessen beim Ältesten Sohn. Fein!
Er hat Rouladen gekocht - ganz traditionell und ausgezeichnet. Zufällig hat der dem Besten Ehemann damit den Wochenend-Essenswunsch erfüllt - beim Einkaufen vor ein paar Tagen hat er sich genau das gewünscht - so richtig klassische Rouladen mit Speck und saurer Gurke gefüllt.



15.12.11

...und die Rezepte

Für die Kokos-Mandel-Marzipan-Berge (die im übrigen so fein schmecken wie sie dufteten, aber nicht so sehr nach Marzipan, wie wir uns das wünschten). Super schnell, super einfach. Der Teig wurde  mit etwas mehr Marzipan angereichert, mit Löffeln aufs Blech gebracht und dann mit den Fingern zu Bergen geformt.

Für die Choclate Chip Cookies (original coffee house recipe  - Davies, USA) aus der Schweiz

250 g Margerine
125 g brauner Zucker
125 g weisser Zucker    (oder nur 250g brauner Zucker)
2 Eier
1 Teel Vanillearome (bei Frau Strickwerk etwas Vanillepulver)
190 g Weissmehl
190 Vollkornmehl        (oder 395 g Ruchmehl)
(bei Frau Strickwerk immer nur zwischen 350 und 375 g Mehl, gern Dinkel 1050)
1/4 Teel Salz
1 Teel Backpulver
125 g (feine) Haferflocken

60g Weizenkleie
60 g Kokosraspel          nach Belieben (bei Frau Strickwerk beliebt das nie)

4 Tafeln dunkle Schokolade
375 g zerbrochene Baumnüsse

Alles zusammen mischen, Häufchen auf eine gefettetes Blech setzten und bei 180° C circa 10 Min. backen.

Es empfiehlt sich, die Schokolade vor dem dazumischen zu hacken; Frau Strickwerk interpretiert Baumnüsse als Walnüsse und hackt diese ebenfalls mit dem Messer grob. Sie löffelt  möglichst kleine Häufchen des ziemliche festen Teigs aufs Blech, der Mittlere Sohn eher größere - geht beides. Sie laufen minimal auseinander.  Halten problemlos mehrere Wochen - wenn sie nicht schneller gegessen werden.

13.12.11

Duft

nach Kokos und Marzipan - wenn die Plätzchen so schmecken wie sie duften halten sie nicht lange. Immer noch auf der Suche nach den ultimativen Weihnachts-Marzipan-Plätzchen. Geruchsmäßig könnten es diese werden. Und super einfach sind sie auch.

Außerdem Choclate Chip Cookies gebacken, nach dem uralten Rezept, das nur Weihnachten verwendet wird, das aus der Schweiz kommt.

Die Handschuhe

im Bild.



11.12.11

3. Advent

Nach wie vor nur Elisenlebkuchen gebacken, die wie jedes Jahr mit dem inzwischen 5. Rezept so flach geworden sind wie bei all den Back versuchen in den Vorjahren. Aber sie duften und schmecken.

Immer noch nur sehr dezent weihnachtlich geschmückt. Könnte mehr werden. Die Wachsengel warten beispielsweise dringen auf ein paar Zweige.

Geschenke? Brauchen wir Geschenke? Und wo haben wir noch mal unsere Ideen aufgeschrieben? 

Haushalt - nur das Notwendigste. Mehrere Wäschekörbe im Keller, wo Frau sie nicht sieht. Bei Notstand einzelner Kleidungsstücke einfach aus dem Korb fischen.

Spinnen - tägliche Meditation für mindestens 15 Minuten. Vorzugsweise,wenn sonst keiner da ist und Stille herrscht. Auf dem Rad: Marino von Melinoliesl, "Grauer Tag am Meer"



Heute:
Früheres ins Bett gehen durch früheres Aufwachen ausgeglichen - gleichbleibende Schlafmenge. (Dabei wollte ich mehr schlafen und die dazu gewonnene Spannkraft direkt den Stimmbändern zuführen - ein Plus an Energie für das heutige Chor-Konzert. A Ceremony of Carols von B. Britten und Corporation Anthems 1 und 2 von G.F. Händel. Das Orchester spielt noch ein Stück von Arvo Pärt. Ich glaube es wird schön.)

Den frühen Morgen mit der Fertigstellung der Anemoi Mittens verbracht - Bilder folgen, wenn die  Fäden vernäht sind. Sie passen - und wie bei den Socken auch immer - ist einer ein wenig enger als der andere.
Es ist ein tolles Muster, sehr gut beschrieben und leicht nach zu stricken. Der Chart für das mehrfarbige Stricken ist allerdings ein bisschen klein und ich verlor hin und wieder die richtige Zeile (ich arbeite da  ohne Lineal oder sonstige Hilfsmittel...), habe es aber immer rechtzeitig bemerkt. Trotzdem haben sich zwei oder drei kleine Fehler eingeschlichen, macht aber nichts - völlig unauffällig. Und auch wie immer habe ich bei beiden Daumen ordentliche Löcher - trotzt allen Versuchen beim Maschen aufnehmen - ich schaffe es einfach nicht die zu vermeiden. Wird durch Nähen ausgeglichen, da hängt ja eh der Faden vom Daumen. Trotzdem ärgert es mich. Es müsste doch möglich sein an dieser Stelle neu zu beginnen und zur Runde zu schließen ohne dieses Loch. Dazu stehen in der Anleitung keine Tipps. Ich muss mal meine Strickbücher zu Rate ziehen, zumal ich grade den Handschuh-Workshop ausgeliehen habe (und noch kein einziges Mal reingeschaut.)

Nebenher lief eine weitere Folge Inspektor Barnaby - ich schaue mich grad durch alle Staffeln. Die dritte ist jetzt durch.

Ein spätes Frühstück mit dem Besten Ehemann und dem Jüngsten Sohn, der grade voller Vorfreude zu einem kleinen Auftritt mit seinem Freund und Band-Kollegen losgezogen ist. Ich freu mich immer, dass er des Vaters Zuverlässigkeit hat und in der Regel seinen Kram komplett dabei hat - Box, Gitarre, alle Kabel, Mikroständer etc.

Noch einmal die Ceremony üben? Oder lieber ein bisschen Spinnen? Eine Stunde bleibt mir noch, dann muss ich los...

8.12.11

Grade heimgekommen

und aufs Sofa geschmissen mit völliger Unlust heute noch mal aus dem Haus zu gehen. Eigentlich noch nicht mal Lust, etwas zu kochen, noch nicht mal nur Nudeln. Aber essen will ich sie schon, denn eine feine Soße habe ich schon heute Mittag gekocht. Also schnell mal Nudelwasser aufgesetzt.

Seit Gestern früh bin ich irgendwie im "schnell schnell" Modus, wieder mal nächtelang viel zu spät ins Bett gegangen - und jetzt bin ich einfach müde. Würde mich auf ein ruhiges Wochenende freuen. Aber es ist voller Haupt- und Generalproben und Konzert, noch mal "schnell" Eltern besuchen, der SchwiMu unter die Arme greifen, einkaufen...

Ich will langsam!

(Und heute - doppelschwör - spätestens um 23.30 Uhr im Bett!)

6.12.11

Der Nikolaus

war nicht in unserm Haus. Keine gefüllten Stiefel, kein persönlicher Besuch. Hohlfiguren sind unbeliebt und werden nach geraumer Zeit verbacken, Mandarinen und Nüsse wandern sofort in den allgemeinen Obst- und Nussteller - also hat er abgewunken und uns in diesem Jahr nicht beehrt.


Statt dessen gehe ich heute Abend mit den Söhnen und dazugehörigen Freundinnen zum örtlichen Mongolen zum Nikolaus-Essen - denn der Beste Ehemann, der den Mongolen nicht mag, ist diese Woche nicht da.

Eine Kollegin hat unser Team  heute mit kleinen Nikolausgaben verwöhnt und dieses schöne Gedicht dagelassen, das ich gern mit euch teile:

"Nicht müde
werden
sondern
dem Wunder
leise wie einem Vogel
die Hand hinhalten"

Hilde Domin

(Ansonsten:

  • ein Sohn mit Kehlkopfentzündung, eigentlich zum Schweigen verurteilt, klappt aber nicht so ganz. Und Inhalieren und Gurgeln dreimal täglich ist eine Zumutung. 
  • der andere Sohn mit Hexenschuss! Viel zu jung dafür. Aber praktischerweise kann er sich nicht bücken, was selbst so geringe haushaltliche Tätigkeiten wie Spülmaschine befüllen verhindert.
  • eine SchwiMu, die mittlerweile völlig elend aussieht und sich ebenso fühlt. Die Kisten sind aber fast vollständig gepackt, morgen kommt der Umzugswagen und am Nachmittag beginnt das Auspacken. Ich kann erst am Donnerstag helfen, bringe aber Suppe vorbei und etwas Adventliches fürs Wohngefühl. Was es emotional bedeutet, nach über 30 Jahren im Haus einen großen Teil für den Entrümpler zurück zu lassen kann ich, glaube ich, nicht wirklich nachempfinden. Ich hoffe, sie kommt in der neuen Wohnung etwas zur Ruhe und lebt sich dort gut ein.
  • das Spinnrad steht mitnichten zwischen Sofa und Regal, sondern vor der Terrassentür, jederzeit einsatzbereit und wird täglich besponnen. Kleine meditative Einheiten in Stille und Rhythmus.
  • immerhin eine Ladung Elisenlebkuchen gebacken, die ich gar nicht wegräumen will, weil sie so gut durchs Zimmer duften.)


2.12.11

Tee und Toast

heute für Frau Strickwerk - was auch immer den Magen aus dem Gleichgewicht gebracht hat ist heute auf jeden Fall wieder draußen.

Also statt vormittags zum Arbeiten ein Platz auf dem Sofa. Ein bisschen nachgeschlafen, (ja, geschlafen, auch wenn die Korrekturhilfe nachgeschlagen vorschlägt...), ein bisschen Inspektor Barnaby geschaut, ein wenig Toastbrot genossen und dazu feinen Tee getrunken. Der Mittagskaffee fiel aus - trotzdem hat sich das Kopfweh freundlicherweise im Lauf des Nachmittags verflüchtigt.

Zeit fürs Spinnrad. Dunkellila Alpaka gesponnen. Eine Hälfte dick-dünn und Fädchen mit eingesponnen. Die andere Hälfte dünn. Nicht so dünn wie ich wollte aber immerhin. Miteinander und den Rest wieder Navajo gezwirnt. Alles mehr so experimentell, aber sieht ganz lustig aus.

Jetzt auf dem Rad - BFL mit Seacell, ungefärbt. Denn genau das wollte ich spinnen, aber nicht erst färben und vor allem nicht warten, bis es getrocknet ist. Wird eben einfach das fertige Garn gefärbt.

Noch nicht gezeigt habe ich den fertigen Citron, aber der durfte dann heute auch mal in voller Größe aufs Foto. So sieht er aus wenn er im Baum hängt



und so auf meinem Mantel.

Ich hätte ihn vielleicht noch ein wenig mehr spannen können, aber die Maschenstruktur gefällt mir so besser. Ist er eben nicht ganz so groß. Gestrickt ist er aus Merino, die ich auf der Handspindel gesponnen habe. Und er wiegt genau 104 g. Super einfach zu stricken und die Anleitung ebenfalls sehr leicht zu verstehen, Design und Machart gefallen mir gut - ich trage ihn sehr gern.



1.12.11

Fäden

Samstag am Spinnrad, Sonntag beim Singen, Montag den ganzen Tag gearbeitet, am Dienstag endlich wieder am Spinnrad...

Es lässt mich grad nicht los und macht unglaublich viel Freude das kleine Rad schnurren zu lassen. Wobei es ja noch nicht mal schnurrt, so leise bewegt es sich.

250 g BFL von melinoliesl in der Färbung Kinderlachen sind durchs Rad geschlupft und auch schon (2fach) verzwirnt. Ein kleiner Rest war grade recht um auch Navajo-Zwirnen zu versuchen. Der erste Versuch brachte noch reichlich Knubbel und Verwirrung, der zweite wurde schon recht gut. Sehr verschieden sind die Garne geworden, der Navajo-Anteil liegt allerdings auch nur bei ca. 10 g. Die Stärke des Garns geschätzt etwa DK, Lauflänge ca. 140 m/100g.

Was draus wird? Mal sehen. Könnte für einen kleinen Schal reichen, ist aber zu bunt für mich. Oder diverse Pulswärmer und Handschuhe und so.




Jetzt auf der Spule: lila Alpaka aus einem Spinn-Tausch-Paket, eingesponnen diverse Schnipsel teilweise mit Fäden. Auf die zweite Spule wird der Rest Alpaka dünn ausgesponnen und dann werden wir sehen, wie das verzwirnt aussieht. (Und Alpaka fusselt, zumindest dieses)

Und dann müsste ich eigentlich färben, BFL mit Seacell und andere naturfarbene Garne. Oder ich verspinne sie so und färbe dann das Garn. Weil Zeit ist am Wochenende knapp und ich will ja vor allem spinnen...

Das Rad ist so klein und handlich, dass es jederzeit zwischen Sofa und Regal oder sogar zwischen Wand und Regal verschwindet. Mein liebster Spinnplatz ist an der Terassentür - gutes Licht und Blick nach draußen in den Garten und heute auf die Dachdecker im Haus gegenüber.


25.11.11

Ostsee

Eine Woche Urlaub, raus aus dem Trott und einfach mal nichts tun. Also entschieden wir uns gegen die Städtereise mit Besichtigungs-Stress und für eine hoffentlich menschenarme Ostseestrände.

So sah es bei unserer Ankunft in Kühlungsborn aus - es wurde grade dämmrig und leicht neblig. Und es war das letzte Mal für die Woche, dass wir die Sonne sahen - alles anderen Tage waren trüb, neblig, wolkig. Also eigentlich genau so, wie wir es für die Jahreszeit erwartet hatten, nur viel weniger windig und einiges wärmer. Und so waren wir viel und ausgiebig am Strand spazieren, haben heiße Schokolade getrunken, auch wenn wir gar nicht sooo durchfroren waren, haben Sauna und Massage genossen und einfach die Seele baumeln lassen. 



Ein bisschen Weihnachten


un die letzten Sonnenbänke


Früh Morgens


neblige Weite





unser Hotel in Kühlungsborn - direkt am Strand


in Zingst - viele Muscheln


in Ahrenshoop am Strand





Beim Spaziergang in Ahrenshoop haben wir dann tatsächlich mal kalte Beine bekommen - an diesem Tag war es ausnahmsweise richtig windig und auch recht kalt. Je länger wir liefen, desto weniger Menschen waren unterwegs. Im Gegensatz zum Strand in Zingst gab es hier viele viele Steine und auf dem Rückweg wollte ich eigentlich ein bisschen sammeln. Doch ein ein wenig jämmerlicher Anruf des Jüngsten Sohnes brachte mich etwas aus der Ruhe - der Arme litt das erste Mal an heftiger Migräne, die wenigen Schmerzmittel, die wir sonst im Haus haben, waren mit uns verreist. Nicht einfach, so aus der Ferne. Zum Glück gibt es Brüder und Nachbarn und der Jüngste ist einfach sehr stabil und selbständig. Zwei Stunden später war alles schon wieder viel besser und ich auch wieder entspannt.


Bunker-Reste








In Zingst haben wir übrigens im Steigenberger-Hotel gewohnt. Ich fühle mich in diesen großen Hotels immer ein bisschen wie verkleidet. Aber trotzdem hat es sich sehr bewährt. Auch dieses Hotel liegt quasi direkt am Strand, das Zimmer war riesig groß und mit gemütlicher Sitzecke ausgestattet. Bademantel und immer ausreichend Handtücher für Sauna und Wellnessbereich lagen im Zimmer, die Saunen und der Ruhebereich sehr gepflegt und großzügig, das Essen ein Genuss, das Personal sehr sehr freundlich und hilfsbereit. (Und ja, es ist ein bisschen eine Bausünde...) 
Wir hatten ein sehr günstiges Arrangement gebucht - und es aus vollen Zügen genossen. 

.

Anna ist auf der Reise. Freu!

11.11.11

Draußen alles grau

und drinnen wird die leuchtend blaue Wolle endlich fertig gesponnen. Der letzte Rest wird verzwirnt, was diesmal eine echte Geduldsprobe darstellt. Ich habe wohl einfach mit mehr Drall als gewohnt gesponnen, jedenfalls verwirbeln sich die Fäden ständig. immerhin verstehe ich jetzt den Vorteil gebremster Spulen beim Verzwirnen. Plying-Ball hatte ich beim letzten Schwung versucht - da habe ich nicht ordentlich genug gewickelt und hatte immer wieder Schlaufen - auch keine Lösung.

Das alles geschieht in ungeduldiger Erwartung meiner "Anna". Im März habe ich mir das Reisespinnrad bestellt und es ist kurz vor Fertigstellung. Wenn ich Glück habe, kann ich es nächste Woche auf dem Heimweg abholen und ich freue mich schon riesig!

10.11.11

Volle Woche

schon wieder. Aber schön voll. Mit Konzert singen gestern und Konzert hören heute. Mundwerk meets Michael Eilert - kann ich euch ans Herz legen. Vergnüglicher Hörgenuss.





8.11.11

Sofatage

und fast Ferien, ein gutes Hörbuch und Ignorieren der immer wieder mal schmerzenden Schulter - schwups sind ein paar Strickwerke fertig geworden.

Ich habe mal ein wenig der ständig zunehmenden Reste verstrickt - zu einem Cowl und einem Paar Pulswärmer. ein Experiment, denn ich war mir nicht sicher, ob die Sockenwolle dafür nicht zu kratzig ist. Ist sie nicht - auch ich kann es ganz gut tragen, die Pulswärmer sogar sehr gut. Doch beides darf einen anderen Abnehmer finden. Beides ist aus doppelter Sockenwolle gestrickt, der Cowl in einem einfachen Rippenmuster. Angeschlagen habe ich dafür 180 Maschen - es hätten noch ein paar mehr sein dürfen, dann könnte man ihn auch doppelt um den Hals schlingen. Die Pulswärmer haben zum Rippenmuster einen Zopf zur Zierde bekommen. Für einen weichen Abkettrand habe ich zwei Reihen vor Schluß noch einige Maschen zugenommen. So entsteht nicht wirklich eine Rüsche, aber sie sind angenehm dehnbar über die Hände zu schieben.



Schon seit Januar liegt die orangene Marino-Wolle im Regal, fest eingeplant für Meret (kostenlose Anleitung), die dann an die Nachbarstocher  verschenkt werden soll. Ein verspätetes Geburtstagsgeschenk sollte es werden. Jetzt naht der nächste Geburtstag - und endlich ist sie aus dem Planungsstadium in ein fertig Projekt verwandelt worden. Es hat nicht mal zwei Stunden gedauert und sie war fertig! Schöne Mütze, gute Passform - da werde ich auch noch eine für mich stricken. Hier umspannt sie einen Teller und zeigt sich in voller Schönheit. 


Das Hörbuch, das grad fast ständig auf meinen Ohren sitzt: die Waringham-Saga von Rebecca Gablé. Fortunas Lächeln und Hüter der Rose sind fertig gehört. Der dritte Teil - Spiel der Könige - bereits aufgespielt, aber grad habe ich nicht so viel Zeit und überlege auch noch, ob ich mir den Rest für die lange Autofahrt in den Urlaub aufspare.

1.11.11

Monatsanfang

- Schnupfenbeginn. Oder auch: erster November - erster Schnupfen.

Heute Abend ist keine Täuschung mehr möglich. Die laufende Nase ist eindeutig erkältungsbedingt und kommt nicht von hin- und herschieben staubiger Bücher.
Denn gestern wurden in der bereits geschlossenen Bibliothek jede Menge Regalmeter geräumt. Wegen Renovierung geschlossen.
Und bei der SchwiMu heute jede Menge Bücher durch die Regale geschubst und eine grobe Vorsortierung in "Bleibt" und "Kommt weg" versucht.  Sie wird Umziehen, das viel zu große Haus aufgeben und eine schöne helle 3-Zimmerwohung beziehen, ganz in unserer Nähe. Der SchwiVa soll dann baldmöglichst ebenfalls umziehen und das Pflegeheim wechseln. Sie hat schon ganz gut vorgeplant und wir hoffen, es klappt alles reibungslos. So eine Haushaltsverkleinerung ist ja nicht ohne.

Wie auch immer - meine Niesanfälle von gestern und heute enden in einer abwechselnd laufenden oder dick verstopften Nase, gepaart mit trockenem kratzigem Hals und leichtem Frösteln. Noch nehme ichs gelassen - wie gut, dass ich diese Woche kaum arbeiten muss. Und gern mit spannendem Hörbuch oder endlosen Folgen Barnaby auf dem Sofa sitze und stricke...

31.10.11

Was

oder wie schreib ich denn jetzt?
Je länger ich nichts schreibe um so schwieriger wird der nächste Beitrag. Ähnlich geht es mit den Strickereien, den Büchern, den diversen Arbeiten die immer wieder über längere Zeit liegen bleiben - die Wiederaufnahme ist meist zäh.

Es gab keinen Grund für keine Beitrag, aber offenbar eben auch keinen wichtigen Anlass für einen Beitrag.

Es geht allen gut, zumal jetzt schon wieder Ferien sind. Ich muss diese Woche nur in der Bibliothek arbeiten, der Jüngste Sohn hat richtige Ferien, der Mittlere Sohn nicht - er hat nur heute frei, denn der Hort hat natürlich auch in den Ferien geöffnet. Hab ich noch nicht berichtet, oder? - er hat eine Stelle als Bufdi (Bundesfreiwilligen-Dienst) gefunden - im Nachbarort hilft er in Grundschule, Mittagsbetreuung und Hort.

Heute hebt sich der Nebel nicht und es ist nach gefühlt wochenlangem herbstlichen Sonnenschein und blauem Himmel ein richtig trüber Herbsttag, der aufs Sofa einlädt. So sitzen hier der Jüngste Sohn und schaut endlose Staffeln von "How I met your mother", der Beste Ehemann neben ihm mit einem Auge auf dem Fernseher, dem anderen auf seinem iPad, auf dem er virtuelle Schafkopfrunden klopft. Ich kuschle im Sessel mit Laptop oder wahlweise zugestöpselten Ohren (Fortunas Lächeln von Rebecca Gablé - Schmöker für die Ohren) und Strickzeug. 

In der Zwischenzeit sind hier zwei wunderbare Spindeln eingeflogen. Sie kommen aus England von IST Crafts. Eine kleine und 14g leichte türkische Spindel und eine ebenfalls nur 15 g schwere drop-Spindel. Sie laufen beide wunderbar und ich bin schon ganz ungeduldig darauf zu spinnen. Das wiederum beflügelt mich, endlich die Merino-Batts fertig zu spinnen und es ist auch fast geschafft. Aus dem Garn soll ein Citron entstehen - ich hoffe, ich habe dünn genug gesponnen und damit auch genug Lauflänge erreicht. 




Woran stricke ich gerade? Immer noch auf den Nadeln der Pullover für den Mann und die Jacke für mich, mit nur kleinen Fortschritten. Ein Teststrick für Trachtenstrümpfe, das inzwischen bis zum Wadenkeil gediehen ist. Jetzt habe ich ein kleines Musterproblem und warte auf die Antwort der Designerin. Es macht Spaß aber ist auch einigermaßen mühsam - jede Reihe mit verschränkten und Zug-Maschen.


Fertig geworden ein blaues Projekt aus selbst gefärbter Wolle. Das Muster heißt Regenbogen-Zopf. Und so habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe - Farben-KAL-Blau und Zopfsocken-KAL. Sie passen mir und bleiben auch bei mir.


Seit Mitte Juli habe ich Problem mit Oberarm und Schulter rechts - die Bizepssehne und der Schleimbeutel in der Schulter sind entzündet. Nicht ganz schlimm, aber dafür ausdauernd. Es schmerzt nur bei bestimmten Bewegungen. Nicht beim Stricken, nicht beim Radfahren, nicht beim Bedienen der Maus, nicht beim Cello-Spielen. Trotzdem sind natürlich alle diese Bewegungen nicht unbedingt heilungsfördernd. Auch das Schleppen und Aufschneiden im Laden war dafür nicht unterstützend, außerdem auch schmerzhaft. Arm und Schulter sollen bewegt werden, ruhig stellen ist keine Option. Abwarten (nach dem Motto was kommt geht auch wieder) hat nicht geholfen. Die dann vom Arzt verordnete Medikamenten-Kur auch nicht. Jetzt sitze Ichs grad wieder aus, hilft aber auch nicht. Jemand einen guten Tipp? Denn behalten will ich es nicht, weder den Schmerz noch die Bewegungseinschränkung. Obwohl ich es mal wieder erstaunlich finde, wie frau sich mit so einem Zustand arrangiert.

Weniger gestrickt, dafür mehr gelesen. Aber die Buchführung ist schlampig und ich bekomme gar nicht mehr alles zusammen. Die Arbeit in der Bibliothek lässt - erwartungsgemäß - den Bücherstapel wachsen, die Wunsch-Merk-liste bei Amazon noch viel mehr. Aber ich lese auch wieder mehr. Schließlich müssen die Bücher wieder zurück gegeben werden. 
Gerade auf dem Nachttisch: Hast du das von Georgia gehört? von Mark Childress. Unterhaltsame und lustige leichte Lektüre, kann ich empfehlen.

Vorfreude: übernächste Woche Urlaub! Wir fahren an die Ostsee, haben diesmal tatsächlich schon schicke Hotels gebucht und holen - wenn es denn hoffentlich fertig ist - auf dem Heimweg mein Spinnrad ab. 

8.10.11

Wie überall

hat sich auch hier der goldene Herbst verabschiedet. Nass und kalt schließt sich nahtlos an, mehrfach überziehen Graupelschauer alles mit weißem Gegriesel und zwischendurch ist der Himmel ganz blau und die Sonne tut so, als scheine sie warm.

Gestern war mir sofort nach orangenem Kürbis, warmer Suppe, Schokolade und Gewürzen. Befriedigt mit Maronen-Creme-Suppe (sehr lecker) und einem Bischofsbrot (Cynthia), das mit etwas Zimt verfeinert wurde.

Letztes Wochenende allerdings haben wir noch draußen verbracht. Einen Tag davon mit einem Ausflug - was als Münchner wohl überlegt sein will. Eigentlich achte ich immer darauf, an so herrlichen Wochenenden nicht in Richtung Berge zu fahren. Doch wir wähnten die Ausflügler auf der Wiesn. Da waren sie auch reichlich, aber noch reichlicher im Umland unterwegs. Was uns nicht nur einen wenig beschaulichen Tag sondern vor allem einen langen Heimweg bescherte. Immerhin mit Ausblick...



In Garmisch haben wir dann irgendwann aufgegeben - es bewegte sich einfach gar nichts mehr. Also dort Essen gegangen, ein bisschen durch die Fußgängerzone marschiert - und dann gings auch mit dem Heimweg.

Ja, tolle Gegend rund um München. aber einfach zu viele Menschen. Ausflüge macht man besser unter der Woche oder bei nicht ganz so schönem Wetter. Oder ganz früh los und ganz früh zurück. Jedenfalls irgendwie antizyklisch. 

27.9.11

Unverhofft

ein Sonnen-Nachmittag auf der Terrasse geschenkt.
Diese herrlichen Herbsttage, in denen das Licht irgendwie etwas gedämpft erscheint, die Sonne wunderbar wärmt, aber keine Schweißausbrüche mehr hervorruft. Überall zwischen den Blättern und Zweigen sitzen dicke fette Kreuzspinnen in ihren perfekten Netzen. Und die Physalis leuchtet mit ihren orangenen Lampions aus dem Gras.

Ich genieße Sonne, Espresso und ein zauberhaftes Buch:
Bei Kälte ändern die Fische ihre Bahnen von Pierre Szalowski. Der Erzähler ist ein 11jähriger Junge, dessen Eltern sich gerade trennen. Er wünscht sich irgendeine Hilfe, die das verhindert. Unmittelbar darauf beginnt ein Eissturm, der den Strom ausfallen lässt und nicht nur in das Leben seiner kleinen Familie sondern auch der Nachbarn ordentlich durcheinander wirbelt und verändert.
Eine kurze Erzählung, schnell gelesen, irgendwie bezaubernd, anrührend und beglückend.

26.9.11

Strickwerke




Die sechsten Socken des Jahres.
Eigene Färbung im Knäuel - Wald
Größe 39, Herzchenferse, Sternspitze.



Die Siebten
Superba 100, Baumwoll/Wolle-Mischung
Größe 39, Herzchenferse, Sternspitze
Verbrauch 78g


Die Achten
Wollmeise Twin, Vincent
Fürs Wichtelpaket gestrickt



aus Resten Kidlana und Limo, ebenfalls für ein Wichtelpaket
schnell gestrickt und gehäkelt - ein nettes und verspieltes Projekt


aus Resten dibadu, selbst gesponnen
ebenfalls fürs Wichtelpaket.
Das hat echt Spaß gemacht, allerdings habe ich vorm besticken gedrückt...


Die Elften.
"strandhafer" - und ich weiß gar nicht mehr, wer es für mich gefärbt hat
Größe 36, wie immer Herzchenferse und Sternspitze


will be mine - endlich fertig
Wolle Rödel Siena
70g
Ein tolles Projekt - sehr abwechslungsreich zu stricken, das Auge immer auf dem Chart klebend. Es hat wirklich Spaß gemacht, auch wenn das ständige Stricken verschränkter und Zugmaschen anstrengend ist.


Die Göttlichen
Lana Grossa Meilenweit Cotton Stretch
Größe 39, für mich
Herzchenferse, Sternspitze
Verbrauch 68g


So, nachgetragen, wenigstens so ungefähr. Nicht dass hier Eindruck entsteht, es würde gar nichts mehr fertig.


Schlaflos nach Mitternacht

Wieder mal eine der Nächte, in denen der Schlaf nicht kommen will.
Sie sind nicht allzu häufig, aber auch nicht mehr richtig selten.
Mittel der Wahl, nach etlichen Drehungen im Bett: wieder aufstehen, eine Tasse Tee kochen, aufs Sofa mit Decke, Kissen und gemütlichem Buch. Da darf der Schlaf mich übermannen - oder ich ziehe nach einiger Zeit wieder um ins Bett und kann dann doch noch einschlafen.

Der nächste Tag - nicht dran denken. Schlaflos am liebsten vor arbeitsfreien Tagen.




15.9.11

.

Die Atempause in Aiterbach ist längst vorbei. Aber es reicht noch in den Alltag herein, das Bild vom Steg aus über den See und in die Berge noch jederzeit abrufbar und damit auch die Ruhe und der Frieden, die ich dort immer verspüre.

Gut so. Denn der Start nach den Ferien stresst mich wie jedes Jahr. So schön die lange Pause ist - ich bin immer völlig entwöhnt von den vielen Terminen und kann mir dann gar nicht mehr vorstellen, wie das zu bewältigen ist. Und das erscheint mir wie ein unüberwindlicher Berg. So verbrachte ich das Wochenende eher angespannt, trotz herrlichem Wetter und reichlich Zeit im Garten und auf der Terrasse. Der Montag war dann auch gleich wieder 10-Stunden-Tag plus Abendtermin. Aber wunderbarer Weise war mir heute ein freier Tag geschenkt - warum auch immer, beginnen meine Donnerstag-Kurse erst nächste Woche und Chor entfällt heute auch.

Nur noch ein Schulkind bei uns - und der schon so selbständig, dass mich das quasi gar nicht mehr tangiert. Nur das Büchereinbinden, das bleibt mir. Völlig überraschend wurde seine Klasse völlig neu mit den beiden Parallelklassen gemischt. Die neue Mischung ist sich im Moment noch so fremd, dass die von den Lehrern ersehnte Ruhe im Klassenzimmer herrscht. Ich bin gespannt, wie lange es vorhalten wird.
Der Stundenplan ist umfangreich. Er hat das letzte Jahr Latein vor sich und vermutlich auch das letzte Jahr Französisch. Er muss in diesem Jahr seine Schwerpunkte wählen (- und sich entscheiden, ob er denn wirklich weiter machen will, bis zum Abitur).

Für das anstehende SoMit (soziales Miteinander) hat er sich mit Freundin und Freund ein eigenes Projekt ausgedacht - sie werden ein Schüler-Band-Konzert organisieren. Das wird reichlich Arbeit, wenn sie das zu dritt durchziehen müssen. Ich wünsch ihnen Durchhaltevermögen, viel Erfolg und ein paar helfende Hände/Unterstützer.

Der Mittlere Sohn ist noch auf der Suche. Im Moment vor allem nach einem Platz als FSJler oder BFDler. Daumen drücken, dass er die gewünschte Stelle in Schule/Hort bekommt. (Und ich bin auch erleichtert, wenn dieses Rumhängen ein Ende hat....)

Nächste Woche wird alles schon wieder Alltag sein und wir warten dann bereits auf die nächste Pause, die nächsten Ferien.

6.9.11

Aiterbach

ich komme - strahlende Sonne, blauer Himmel. In zwei Stunden auf dem Steg, mit dickem Buch in der Hand, Spindel und Strickzeug griffbereit.


5.9.11

Montag

und es regnet.
Was für ein Glück, dass ich mich gestern aufgerappelt und - mit Unterstützung des Besten Ehemanns - ein bisschen Gartenarbeit gemacht habe. Neben dem Gartenhaus ein Stück Wiese umgegraben und ein Beet angelegt. Da hat der Mann dann nach der ersten Hälfte den Spaten übernommen, den schmerzender Steiß und schmerzende Schulter waren da echt hinderlich. Auch das tiefe Loch für die Lampionblume hat er gegraben, inklusive der Umgehung der dicken Wurzel der Tanne aus Nachbars Garten, die in der Tiefe auftauchte.

Die Lampionblume - mit ihren orangenen Ballons - hat einen großen Topf ohne Boden bekommen, in dem ihre Wurzeln hoffentlich bleiben und sich nicht durch den ganzen Garten ausbreiten. Diese Pflanze liebe ich so und wollte sie schon lange haben - und diesmal habe ich zum Glück nachgelesen, bevor ich sie blind einfach auspflanze und sie alles andere überwächst.

Im Beet neben dem Gartenhaus sind die Hortensien eingepflanzt, die in Töpfen zu meinem Geburtstag kamen. Sie sollen noch ein paar Begleiter bekommen, schattenliebende Funkien vermutlich, Akelei, ein paar Frühlingsblüher dazwischen.

Der Urwald, des Nachbarn, der im Laufe des Sommers immer reichlich über unseren Gartenzaun wächst füllt zwei große Mörtelwannen - und das war nur die Hälfte unseres wahrhaft kurzen Grundstücks. Die Früchte der Brombeere habe ich vorher noch geerntet, die Hagebutten der Wildrose stehen lassen. Angst macht mir der Walnussbaum, der da zwischen seinen Büschen herauswächst und seine Äste zu unserer Seite hin zum Licht streckt. Ich hab mal abgeschnitten, was zu uns rüber wächst, aber Walnüsse werden ja mächtige Bäume (die ich im übrigen auch sehr liebe) - der bräuchte eigentlich unsere beiden Gärten für sich allein.

Klar wird auch, dass an dieser Seite des Grundstücks jede Anpflanzung meinerseits vergeblich ist - der Boden ist total durchwurzelt, Spiere, Hartriegel treiben munter auf unserer Seite aus - was soll ich da dazwischen pflanzen, außer ein paar Schneeglöckchen und so.

Und wohin also mit der geschenkten Kletterrose? Wenn ich sie auf die Südseite des Gartens pflanze, werden die Blüten wohl mehr zur Nachbarin im Süden zeigen, als zu uns. Ich bin so ungeschickt mit Kübelpflanzen, dünge zu wenig, decke zu spät ab - bisher sind alle Rosen im Kübel verkümmert. Also auch keine Lösung. Ich brüte noch ein bisschen, aber sie sollte bald in die Erde.


2.9.11

Fast-Urlaub




Keine Kurse, nur Bibliothek und Laden - es geht also deutlich ruhiger zu gerade. Eigentlich sollte ich ja ganz Urlaub haben, aber da ich in der Bibliothek gerade erst gestartet bin gibt es nicht gleich Urlaub. Die heisse Sommerwoche habe ich überwiegend lesend im Haus verbracht - mir war einfach zu heiß für Unternehmungen. Dafür konnte ich die langen Abende auf der Terrasse genießen - die kommen vermutlich nicht mehr.
Diese Woche haben wir einen langen Radausflug unternommen - fast 70 km durch richtig ländliche Gegend in unmittelbarer Umgebung und mir gänzlich unvertraut. Ich wusste nicht, dass ich in diese Richtung nur ein paar Kilometer fahren muss, um ziemlich unverdaute und menschenleere Landschaft zu finden. Schöne Plätze haben wir gefunden, in Fürstenfeldbruck direkt über der Amper lecker gespeist, im Kloster tollen Kuchen gegessen und dann entschieden, dass wir die Heimfahrt locker auch auf dem Rad machen. Ganz so locker waren die ca. 18 km dann nicht - es ging ziemlich viel bergauf und die bergab-Strecken konnte ich nicht so recht genießen, denn der nächste Hügel lag immer schon vor uns. Mein Fahrrad hat sich zum wiederholten Mal bewährt - es läuft einfach super toll und für die Hügel war die ausgefeilte Gangschaltung ein echter Gewinn.



Unterwegs entdeckt - Hofmarkschloss Holzkirchen, den Flughafen Jesenwang, dessen Lande/Startbahn direkt an der Straße endet, die Kirche St. Willibald, durch die einmal im Jahr die Pferde ziehen ( alte Tradition, die die Pferde schon einmal vor einer grassierenden Seuche gerettet hat).



 Der Weg für die Pferde


spätgotische Balkendecke, wunderbar bemalt (aber leider wieder nur die kleine Kamera, die das nicht wirklich erkennen lässt...)