10.4.14

Versponnen

Das Wochenende in Kochel war sehr ergiebig.

Ich habe dort den Rest meines Tency-BFL zart und dünn und links herum gesponnen. So hatte ich drei Spulen zum Zwirnen des geplanten Sockengarns fertig - 2x Z-Richtung, 1x S-Richtung. Laut Sarah Andersons Testreihe (Spinners book of yarn design) ergibt das dann in S-Richtung gezwirnt ein sehr stabiles Sockengarn.
Mein Zwirnergebnis sah so aus:


Total kräuselig und zusammengeschnurrt - wie ein Bouclé-Garn. Viel zu viel Drall. Und der auch noch unregelmäßig verteilt. Ich hätte mal besser nur eine Zwirnprobe gemacht statt gleich die gesamten 200g zu zwirnen. Weil ja jetzt Z und S zusammengezwirnt wurden, war ich mir echt unsicher, ob ein "gegenzwirnen" erfolgreich sein wird, aber es war schlicht die einzige Möglichkeit, das Garn irgendwie zu retten. 
Ergebnis:



Besser - im Großen und Ganzen. Es gibt jetzt einige recht lose Stellen - was mir als Liebhaberin eher festen Zwirns nicht so gefällt. Aber immerhin sieht es jetzt verstrickbar aus. Ob es allerdings tatsächlich ein haltbares Sockengarn ist? Zu allem Überfluss ist es trotz drei wirklich sehr dünnen Fäden insgesamt dicker als Sockengarn und hat auch eine wirklich kurze Lauflänge von nur knapp 300 Metern auf 100g.

Fazit: ich bin enttäuscht. Die Mischung BFL-Tencel ließ sich wirklich super spinnen, ergab einen festen Faden mit wunderbarem Glanz. Die Zwirnart hat davon viel zunichte gemacht. Ich muss dem "Fehler" noch auf die Spur kommen. Aber der nächste Versuch startet mit kleinen Mengen.

Freudvoller war das Verspinnen der ersten Rolags und Batts:


Aus einem kunterbunten wilden Batt


Aus den Rolags - eine Frühlingswiese

Beides nur Kleinstmengen, aber wunderbar weich und eine echte Spinnfreude. 

Und endlich verpaart - Aquarius in Babyalpaka und Kamel mit Aquarius in Maulbeerseide.



Hier stimmt alles: herrliche Farben, wunderbar weich. 




9.4.14

Ende März und Anfang April

Der März endete mit einem grandiosen Wochenende in Kochel mit ebenfalls wollsüchtigen Freundinnen. Es war die gelungene Mischung aus schönem Wetter einem Balkon, gutem Essen, noch besseren Gesprächen, reichlich Spaß und Lachen - und dabei immer einen Faden zwischen den Fingern. Ich habe hauptsächlich gesponnen und nur ein wenig gestrickt.
Eine Wiederholung haben wir schon beschlossen, gleiches Quartier, größere Wohnung. Und die Frage ist nur noch, ob wir wirklich ein Jahr warten sollen...

Der April verwöhnte uns in der ersten Woche noch einmal mit reichlich Sonne und Wärme. Ich musste gefühlt gar nicht so viel arbeiten - eigentlich nur ein zusätzlich freier Nachmittag - und war viel draußen. Ich habe meine Stadtfahrten wieder aufgenommen. Das Rad gab rätselhafte Schleifgeräusche von sich und ich konnte den Entstehungsort einfach nicht finden. Am Wochenende dann löste sich das Rätsel, weil das Teil offenbar noch mehr Schaden nahm und begann zu klappern: es ist die Scheibe, die verhindern soll, dass das ganze Kettenfett auf Speichen und Nabe spritzt. Die Halterung ist gebrochen und jetzt bewegt die Scheibe sich munter mit. Also kurze Radfahr-Pause, bis das repariert ist.

Entscheidungsprozesse dauern bei uns manchmal etwas länger, zumal wenn sie mit hohen Investitionen verbunden sind. Die Dachisolierung war da eher eine Ausnahme.
Schon im Spätsommer haben wir Angebote für eine neue Heizung eingeholt. Die alte ist  mittlerweile ca. 28 Jahre alt und ich zittere jeden Winter, dass sie bitte noch grad am kältesten Tag endgültig versagt. Sie lief und lief, einigermaßen regelmäßig gewartet und mit einem einmaligen Austausch von Steuerung und Pumpe eigentlich störungsfrei. Trotzdem - sie ist alt, seufzt und stöhnt und verbraucht unzeitgemäß viel Energie.
Kombination mit Solartechnik und Holzofen mit Wassertasche wurden durchdacht, geprüft und durchgerechnet - und dann doch beiseite gelegt. Kosten und Nutzen stehen in ausgesprochen schlechtem Verhältnis und eigentlich knabbern wir schon an der Investition für die Heizung - schade. Ich hätte mir ein Stück weniger Abhängigkeit von einer Heizquelle gewünscht und träumte schon von dem gemütlichen Ofen.
Dann wurde es Winter, die Heizung war noch nicht bestellt und es dauerte mit unserer Entscheidung bis Anfang April. Aber jetzt ist klar, was es wird und wer es macht - gestern war der Energieberater da, der Antrag auf Zuschuss ist eingereicht. und wenn alles gut geht wird Anfang Mai umgerüstet.

Der Jüngste Sohn rüstet sich allmählich fürs Abitur. Die letzte Klausur ist geschrieben (gestern), bisher sieht es aus, als hätte er alle Hürden geschafft, die eine Zulassung zu den Prüfungen verhindern könnten. Ein bisschen Coaching gibt es noch in Deutsch, für Mathe und Englisch fühlt er sich schon ganz gut gewappnet. Erdkunde will noch gelernt werden.
Ich bin inzwischen ganz zuversichtlich, dass er alles bestehen wird.






25.3.14

Kardieren

Der Beste Ehemann hat beim Kardieren und Färben seine kleine Kamera mitlaufen lassen - und so sieht das dann aus (Zeitraffer):


video

23.3.14

Kurzmeldungen


  • Kälte und Schneeregen sind zurück - hoffentlich nur ein Zwischenspiel
  • die Woche war noch fast eine Urlaubswoche
  • Montag mit Kurs, aber ohne Bibliothek  - sehr entspannt. Wiedersehen nach drei Wochen mit den "großen" Kindern der Gruppe und mich total daran gefreut, wie sehr die jetzt schon miteinander spielen und wie intensiv die Zwillingsmädchen das Klettergerüst erforscht und gegen Ende beherrscht haben. Spannende Interaktionen zwischen den Kindern und auch zwischen Eltern und Kindern.
  • Dienstag Team. Und mit meiner Mama ein paar Dinge erledigen. Irgendwie frühjahrsmüde und erschöpft. Reisetasche gepackt für die
  • Fahrt nach Freiburg mit drei Kolleginnen zu einer Tagung, Thema Fortbildungen Kinder unter Drei. 
  • Die gemietete Ferienwohnung riecht zwar ein bisschen feucht, ist aber sehr schön, hell, großzügig, gepflegt und mitten in der Stadt. Die Tagung ist interessant und super organisiert, die Stimmung gut und überraschenderweise gibt es quasi Vollverpflegung, die ausgezeichnet ist. Am Donnerstag haben wir schon ab 16.00 Uhr frei, genießen Sonne auf unserem Balkon und bummeln durch Freiburg. Alles ist schon grün und blüht - mindestens zwei Wochen weiter als bei uns. Auch Zecken gibt es schon, eine hat sich an meinem Oberarm festgesaugt und ist so mit nach Hause gereist - auf dieses Souvenir hörte ich gern verzichtet....
  • Freitag Heimfahrt am Bodensee entlang. Überlingen lädt zu einer ausgiebigen Rast an der Uferpromenade. Intensive Gespräche - wir arbeiten inspiriert am nächsten Fortbildungswochenende. Am liebsten würden wir  noch eine Nacht bleiben - es ist so schön hier am See! 
  • Samstag - der Babypflege-Kurs fällt aus wegen geringer Teilnehmerzahl. Aber ein Ehepaar bucht Einzelstunden - also am Nachmittag arbeiten. Das macht richtig Spaß, weil ich so ganz individuell arbeiten kann und genau das besprechen, was die beiden beschäftigt. Am Abend nachgereichter St.-Patricks-Day bei Nachbarns mit der Whiskey-Sammlung. Ich trinke ja eigentlich keinen Whiskey, schmeckt mir nicht - aber dort gibt es immer die eine oder andere Sorte, die für mich mild genug ist. Begleitet wurde der Whiskey von Irish Stew und Trifle. Schön, all die Nachbarn wieder zu sehen und die Neuigkeiten des Winters auszutauschen.
  • Sonntag: Frühstück mit Freunden. Mittagspause. Ein bisschen Arbeiten - nächste Woche ist wieder Alltag. Und jetzt gleich noch zum SchwieVa - er hat heute Geburtstag und sich gewünscht, dass wir zusammen indisch essen. Das ist schon bestellt, wir holen es ab und bringen es ins Altenheim. Dort gibt es in jeder Etage mehrere Gemeinschaftsbereiche, die einigermaßen gemütlich sind und ausreichend Platz für die große Familie bieten. 
  • Und sonst: die Freundin des Mittleren Sohns hat die Extra-Aufnahmeprüfung bestanden und studiert ab sofort am selben Studienort. Und ein Zimmer hat sie auch schon gefunden. Der Jüngste Sohn hat in der letzen Deutschklausur genug Punkte abgeräumt - die Zulassung zum Abi scheint sicher. Immerhin.

14.3.14

Auch so

kann das Umland sein - still und leer und weiter Blick - heute leider ohne Berge, wegen Dunst.

Eigentlich grad mal ein Spaziergang mit nur wenigen Höhenmetern - nicht wirklich ein Belastungstest für Frau Knie. Dachte ich. Aber leider meutern jetzt sogar Beide - Herr und Frau Knie sozusagen. So war das nicht gedacht... Diesen Teil von Ü50 finde ich eindeutig blöd!





Am Spätnachmittag - damit es noch ein  bisschen sonnig ist - dann angrillen im Garten. Stockbrot über der Restglut...





9.3.14

Lieblingsorte

So frühlingshaftes Wetter - also ein Ausflug mit dem Fahrrad. Nicht so weit, erst mal wieder langsam "einradeln" und mal schaun, was Frau Knie so sagt. Rausfahren am Wochenende bei so einem Wetter ist immer eine schlechte Idee - da sind auch alles anderen Städter unterwegs. In der Stadt natürlich auch. Trotzdem wählten wir ein städtisches Ziel, das Schloss, das nur knapp zwölf km entfernt liegt und dessen Park so groß ist, dass er größere Menschenmengen gut bewältigt.

Jedesmal wenn ich dort bin, beschließe ich wieder, diesen Park öfter aufzusuchen - leicht zu erreichen und einfach wunderschön. Fahrrad am Eingang parken und einfach ein wenige herumspazieren - diesmal wolltet der Beste Ehemann die Badenburg besuchen - aber die öffnet dann doch erst im April. Die Bänke davor sind einladend und blicken über den See, aber etwas schattig-windig. Kein langer Aufenthalt - das Buch blieb in der Tasche.







Gelb

Schon so lange wollte ich mal mit Naturfarben färben. Dafür brauchts dann doch mal einen Kochtopf nur fürs Färben, denn die Wolle will im Farbsud geköchelt werden. Und ein paar freie Tage.

Erster Versuch - mit Zwiebelschalen. Schon seit Januar gesammelt waren es so zwischen 40 und 50g. Die habe ich erst mal ausgekocht, die ausgekochten Schalen dann in ein Sackerl gesammelt und so wieder mit in den Topf gehängt. Dann erst mal einen Kammzug und Sockengarn mit hineingegeben und alles bei 80-90 Grad eine Stunde köcheln lassen. Die Brühe war braun - die Wolle schön gelb. Also gleich noch mal Kammzug mit hinein - wieder eine Stunde köcheln - helleres Gelb, wie erwartet. Aber ziemlich satte Farben - ich bin begeistert. Die Sockenwolle war nicht vorgebeizt, die Kammzüge lagen vorher in Kaltbeize.

ganz rechts die Sockenwolle, in der Mitte Merino Märchenwolle, links ebenfalls Merino.

Zweiter Versuch mit Farbextrakt von Nemo ignorant - dort hatte ich mir schon letztes Jahr ein Probepäckchen bestellt. Ich blieb gleich mal beim Gelb - eigentlich gar nicht so meine Farbe, aber die hellste, die ich dann mit blau und grün überfärben will/kann.  Also Rhamnus - Kreuzdornbeere. Auch das ergab sattes leuchtendes Gelb.

ganz rechts erster Zug auf BFL/Bambus; in der Mitte zweiter Zug auf Merino und einem Lacegarn Merino/Seide; links dritter Zug auf Merino (und auf BFL Bambus, hier nicht zu sehen).

Morgen also weitere Experimente mit Blauholz und Chlorophyll.