3.7.11

Nord-Eifel

Bevor im Alltagstrott die Erinnerung an den Urlaub ganz verschwindet setze ich mal meinen Reisebericht fort.
Mit dem Aufbruch Richtung Norden wurde das Wetter so richtig schlecht. An der ersten geplanten Zwischenstation Steinborn sind wir trotzdem ausgestiegen um uns die gotische Pfarrkirche anzusehen. Durch den Regen gestiefelt - Kirche zu. Auf dem Rückweg zum Auto haben wir tatsächlich jemand getroffen und konnten nach einem Schlüssel fragen - welch ein Glück, denn die Kirche ist wirklich ein Kleinod.


Kreuzgewölbe mit einer Mittelsäule



Kleiner Ausschnitt aus dem Kreuzweg


Madonna mit "Klappe"auf der Brust für Reliquien

Und dann sind wir regenbedingt durchgefahren - es war wenig einladend für Spaziergänge oder Stadtbesichtigungen. 
Nächstes Ziel war die Ordensburg Vogelsang. Schon auf der Zufahrt und beim Aussteigen bekam ich Gänsehaut - was für ein dusterer Ort, an dem die Vergangenheit überall spürbar ist. Die Gebäude stammen größtenteils noch original aus der Zeit als Hitler und Gefährten hier ihre Auswahl an "Herrenmenschen" beherbergte und indoktrinierte. Und auch die darauf folgende Nutzung als Truppenübungsplatz der Belgier machte aus dem Gelände keinen freundlichen Ort, auch wenn die Absicht des Drills ein bessere war.
Ich bin da möglicherweise sehr empfindlich- jedenfalls entwickelte ich echte Fluchttendenzen. Da dies aber eines der Wunschziele des Besten Ehemanns war schlappte ich tapfer durch den Schnürlregen zum Infocenter, wo wir eine Führung buchten. Und das war wirklich gut so. Der Historiker, der uns dann durch Gelände und Gebäude führte verfügte über ein reiches Detailwissen, erzählte und berichtete anschaulich was dort alles geplant war, wie der Alltag in der Ordensburg aussah, gespickt mit Informationen über den Geist der dort herrschte, die Manipulation und die Gehirnwäsche die dort betrieben wurden. Ich bin keineswegs uninformiert über die Zeit des Dritten Reichs, aber dort wurde mir mal wieder das Ausmaß des Schreckens deutlich. 
Unser Guide beschreibe auch die Schwierigkeiten, die heute bestehen, das Gelände einer anderen Nutzung zuzuführen. Es ist gar nicht so einfach Investoren zu finden, die zuverlässig dafür sorgen, dass die Nutzung auch nicht im geringsten einen Bezug zur Vergangenheit herstellt. Ein Krimihotel an diesem Ort wurde z.B. abgelehnt.  Fest geplant und beschlossen bisher: Dokumentationszentrum und Jugendbegegnungsstätte. 

Der Blick vom "Appellplatz" auf den Urft-Stausee, Mannschaftsgebäude und ganz unten Sportplatz und Schwimmbad, nicht zu sehen ist die Arena, die ebenfalls im Hang liegt


In diesem Gebäude ist heute das Forum und Besucherzentrum untergebracht. Früher Versammlungsraum, der bis zum Turm ging.


Terrasse an der "Burgschänke"

Das Übernachtungsziel war Monschau, wo wir uns mitten in der Altstadt in einem denkmalgeschützten alten Tuchmacherhaus ein Zimmer reserviert hatten.  Wie schön war dort der herzliche Empfang, das gemütliche Zimmer unterm Dach und der grandiose Blick aus dem Fenster.

Blick zum "Roten Haus" und auf die evangelische Kirche







In der Mitte des Bildes seht ihr das alte Haus und unsere Zimmer (denn wir hatten zwei ineinander übergehende Räume) sind die mit den roten Rahmen.

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