19.6.11

Trier und Himmerod

Regentag. Naja, Urlaub in der Eifel heißt eben nicht immer nur schönes Wetter. Aber weil wir ja Urlaub haben schenken wir uns am Regentag gleich mal eine Wander-Besichtigungs-Pause. Wir müssen ja schließlich hier gar nichts. So sitze ich mit Blick aufs Maar bei Schnürlregen und WLAN gibt mir die Möglichkeit für einen ersten Urlaubs-Post.

Trier war unsere erste Station - kommen wir ja eh quasi vorbei und da ist anhalten quasi Pflicht. Ein paar Stunden sind natürlich eigentlich viel zu wenig für diese Stadt, aber immerhin genug um eine flüchtigen Eindruck zu bekommen. Auf unserem Rundweg streiften wir wichtige Baudenkmäler, bewunderten die tollen Fassaden, ließen uns von Porta Nigra, Dom und Basilika beeindrucken, von dem Geburtshaus Karl Marx' überraschen und im Palastgarten vom Wind durchblasen. Ich habe neue Einlegesohlen für die bewährten El Naturalista-Schuhe erworben und im gleichen Laden noch zwei Paar Sommerschuhe erstanden. (Ich kaufe Schuhe einfach immer am Besten im Urlaub...) Und gleich nebenan eine geniale Pizza verspeist. Gelungener Auftakt.


Porta Nigra


Drei Königinnen-Haus











Im Palastgarten


Im Kreuzgang des Doms

Ich war ein wenig erschlagen vom Inneren des Doms. So eine schöne romanische Kirche - und dann dieses viele Barock im Inneren - das passt für mein Auge so gar nicht zusammen. Für mich ist damit ganz viel verloren gegangen. Was nicht daran liegt, dass ich Barock grundsätzlich nicht mögen würde. aber diese Kombination geht irgendwie gar nicht. Der Kreuzgang hat mich dann versöhnt.

Gut eingestimmt von Trier ging es dann wirklich in die Eifel. Unser erstes Etappenziel: Himmerod. 
Gut gewählt, der Beste Ehemann und ich waren uns einig. Nach einem kurzen Stück abseits der Autobahn über Eifelland taucht die Abtei völlig überraschend in einem Tal auf. Wirklich einsam gelegen im Flusstal inmitten von Wiesen und Wäldern eine hochaufragende Kirchenfassade, daneben das Klostergebäude, in dem wir auch wohnen durften. Hoch oben im zweiten Stock unser Zimmer, mit alten Möbeln eingerichtet. Einfach und schlicht, Bad und WC auf dem Gang gleich gegenüber. Riesiges Treppenhaus, lange Gänge, hohe Decken - und alles still. 
Aus dem Zimmer ein Blick über den Klosterhof in die Weite des Tals. Und spät am Abend das Geschenk wolkenfreien Himmels und eines strahlenden Sonnenuntergangs über dem Wald. 
Am Freitag Nachmittag wurde es dann voll - zum Wochenende sind häufig Seminare, Meditationswochenenden und ähnliches, das Kloster wird dann voll. Wer also die Ruhe sucht, kommt am besten unter der Woche. Wir konnten das immerhin einen Tag genießen. Das Kloster ist ein bisschen rar an Mönchen - nur neun "Aktive" habe ich gezählt, einige auch schon hohen Alters. Ob das Kloster überleben kann?


Die Klosterkirche Himmerod


Unser Zimmer


Blick auf die Klosterschänke, rechts der Obstgarten


Blick ins Tal, Abendsonne


Ausruhen an der Weidenkapelle


Für uns eine gute Einstimmung auf den Urlaub. Zur Ruhe kommen. Stundengebete besuchen, die den Tag strukturieren. Gemeinsames Essen zu festgelegten Zeiten. Dazwischen Stille, Besinnung, Ausruhen, Wandern. Ein herrlich sonniger Vormittag auf der Klosterwiese bei der Weidenkapelle. Abende ohne Ablenkung. Kein Handynetz, kein Fernseher, kein Internet. 
Eine 14-Kilometer-Wanderung überraschte mich - ich, die ich dachte so ausdauernd gehen zu können, war nach nur 10 Kilometern doch reichlich erschöpft. Weniger die Füße, als mehr die Hüften und die Muskeln in den Oberschenkeln meldeten sich. Bevor ich das Projekt Weitwanderweg in Angriff nehme, sollte ich ein bisschen Ausdauer trainieren...
Trotzdem - die Wanderung war wunderschön. Auf der ganzen Strecke begegnete uns genau ein weiteres Paar. Durch zwei Flusstäler und mit Blick über die Eifel und auf Moselberge ging es stetig bergab und bergauf, meist mit sanften Steigungen. Und wenn mal steil, dann wenigstens nur kurz - es ist einfach nicht so hoch hier, wie in den bayrischen Bergen.

Kommentare:

  1. Ein schöner Bericht und schöne Impressionen. Ich wünsche euch weiterhin eine schöne Reise und gute Erholung.
    LG
    Anja

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  2. Da wünsche ich Euch noch viel Spaß beim Urlaub in meiner Heimat, der Eifel. Leider spielt z.Zt. das Wetter nicht wirklich mit.
    LG
    Ingrid

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