26.3.11

Stille

Der Beste Ehemann ist die ganze Woche unterwegs - hält ein Seminar und ist mit seinem Chor unterwegs.
Schon unter der Woche fiel ich allmählich in einen ganz eigenen Trott, einen ganz und gar selbstbestimmten - denn meine Söhne sind dauernd unterwegs und brauchen mich grad eher gar nicht.

Und heute war so ein ganz stiller Tag. Der angekündigte Regen ließ auf sich warten und ich ließ mich von der Sonne noch einmal nach draußen locken. Ein kleiner Ausflug mit dem Rad statt ins Sportstudio zu gehen, durch den Wald zur Kapelle, begleitet von Vogelgezwitscher und ansonsten Stille. In der Kapelle ebenfalls ganz still. Besinnung und Gebet - der laute Alltag bleibt vor der Tür.

Daheim dann backen und kochen. Ebenfalls ganz in Stille und Ruhe. Einen einfachen Rührkuchen gerührt. Nudelteig geknetet, Hackfleisch mit Kräutern und Zwiebeln vermischt. Aus dünn ausgerolltem Teig Quadrate geschnitten, mit Fleisch belegt und gefaltet - Manti, die türkischen Tortellini. Joghurt gerührt, mit Salz und Knoblauch gewürzt. Noch einmal Petersilie und Pfefferminze gehackt. Butter geschmolzen, mit reichlich Rosenpaprika geschärft.
Es macht so viel Freude, in aller Ruhe und mit allen Sinnen ein Essen vorzubereiten. Jetzt ist alles bereit und kann jederzeit ganz schnell fertig gestellt werden.

Irgendwann habe ich dann Lust auf meine Sehnsuchts-Musik und weil ja sonst keiner im Haus ist drehe ich richtig laut auf und singe lauthals mit - schon lange nicht mehr gehört, beamt sie mich doch sofort an die galizische Steilküste, tauchen Wind, Sonne, Meer, wilde Natur vor meinem inneren Auge auf.

Nebenher meine Kurse nach- und vorbereitet. Ebenso den Input zum Thema PID (Präimplantationsdiagnostik) für die Gesprächsrunde morgen Abend. Five-Hour-Baby-Sweater fertig gestrickt. Abspülen, Küche aufräumen, Wäsche.
Alles in meinem ganz eigenen Rhythmus, ich muss auf niemanden Rücksicht nehmen, keine anderen Bedürfnisse beachten als meine eigenen - ein Geschenk.

Der Älteste Sohn kommt auf einen Kaffee vorbei und unterbricht die Stille - ein nettes Gespräch, eine angenehme Unterbrechung. Und eine Verabredung, die Manti gemeinsam zu verspeisen. Ein gemütliches Essen zu dritt - der Älteste Sohn, seine Freundin und ich.

Und jetzt folgt ein Fernsehabend mit dem Jüngsten Sohn - Star Wars lieben wir beide und ich genieße es, dass wir hier mal den gleichen Filmgeschmack haben.

Ein angenehmer Tag. Geruhsam, still, mein ganz eigenes Tempo gelebt.

1 Kommentar:

  1. Die Tage im eigenen Rythmus zu verbringen, alles in Ruhe und gerne zu erledigen. Ich pflichte dir gerne bei, das sind schöne Tage. Viel brauchen wir doch auch eigentlich gar nicht, um glücklich und zufrieden zu sein!

    Schönen Sonntag, Brigitte

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