19.2.11

22

Der Älteste Sohn hat Geburtstag - und feiert in diesem Jahr zum ersten Mal nicht mehr in unserem Zuhause sondern in seinem eigenen. Das ist anders, fühlt sich aber sehr gut an. Die Familie erscheint gesplittet, aus Platzgründen. Eine Hälfte zum Weißwurstfrühstück, die andere Hälfte zum Kaffeetrinken. Und weil nicht alle so Zeit haben wie sie eingeladen wurden, mischt es sich anders als es der Sohn geplant hat, macht aber nichts. Ich war bei der ersten Hälfte und es war sehr nett und gemütlich.
Als Geschenk gab es eine weitere Vervollständigung der Trachtengarnitur: Hemd mit Riegel, der noch bestickt werden kann, Geld für Haferlschuh und/oder Hut.

22 Jahre - ich bin manchmal fassungslos, dass diese erste Schwangerschaft und Geburt tatsächlich schon so viele Jahre zurück liegt.
Heute haben wir überlegt, wo wir eigentlich waren mit 22 Jahren.
Ich auch schon in einer schon lang dauernden und festen Beziehung zum Besten Ehemann (und er in selbiger mit mir, natürlich).
Ich studierend im dritten und vierten Semester, in Stuttgart, Bafög-Empfängerin, möbliert wohnend mit einem Studenten und der Alten Dame/Wohnungsinhaberin.
Er noch immer beim Bund, Zeitsoldat und ebenfalls möbliert wohnend, nahe dem Wörthsee.
Beide noch entfernt von einer abgeschlossenen Ausbildung, er immerhin schon Gehaltsempfänger.

Der Sohn: abgeschlossene Ausbildung und das erste Berufsjahr als "Ausgelernter" bereits hinter sich. Gerade erstmals die Stelle gewechselt und erhält demnächst seinen Dienstwagen. Verdient seit mittlerweile über vier Jahren sein eigenes Geld. Und wohnt/lebt seit fast einem Jahr mit seiner Freundin zusammen.

Und ihr so mit 22?

17.2.11

Und so

sitze ich hier Zeit totschlagend auf dem Sofa und warte auf die Cello-Lehrerin, die heute mal wieder sehr unpünktlich ist.

Ich bin aber dann so in Wartestellung, dass ich irgendwie nichts wirkliches anfangen kann. Obwohl ich ja schon gewohnt bin, dass sie zu spät kommt und locker derweilen noch Wäsche aufhängen, einen Brief schreiben, meine Nachmittagskurse vorbereiten könnte. Aber wetten, wenn ich jetzt in den Keller gehe, die erste Wäscheklammer in der Hand habe - dann läutet es.

(Gestern übrigens 7 1/2 Stunden allein im Laden - danach war ich sooo kaputt. Kreuz und Beine. Bin ich froh, dass ich sonst nur 5 Stunden dort stehe und laufe und räume und verkaufe.)

So Familiengeschichten

lese ich immer wieder mal ganz gern. River von Donna Milner hat mich durch die letzten Tage begleitet und mich gefesselt.
Ein idyllisches Familienleben auf einer Farm in Kanada, nahe der Grenze zu USA zur Zeit des Vietnam-Kriegs. River - ein Kriegsdienstverweigerer aus USA - wird als Farmarbeiter eingestellt und wohnt auch dort. Er ist eine Bereicherung und alle werden Freund mit ihm oder verlieben sich in ihn. Was in der Folge zu etlichen Ereignissen und Verwicklungen führt, die die Familie auseinander brechen lassen. Die Geschichte wird in Rückblenden erzählt, aus der Perspektive der Tochter, die sich auf dem Weg zur Farm befindet um das Sterben der Mutter zu begleiten. Am Sterbebett findet auch die Familie wieder zusammen.

Ich konnte gut eintauchen in die Geschichte und manches hat mich sehr angerührt. Lesefutter.

Orange

Monatsfarbe fürs verstricken aus dem Vorrat ist Orange. Da gab es zwei im Knäuel gefärbte Stränge Merino-Wolle, die ich sicher nicht für Socken verwenden würde und wegen der Farbe auch nicht in ein Tuch verwandeln würde. Für welchen Zweck habe ich eigentlich diese Wolle gefärbt?
ravelry ermöglich ja eine komfortable Suche - Wollstärke und Lauflänge eingeben, eventuell noch eine Einschränkung wie z. B. das Alter - und schon erscheinen in der Regel seitenweise Modelle. Ich habe mal auf Baby und Kind beschränkt und so kam ich zum Little Sister Dress. Klare und einfache Anleitung für ein Baby/Kleinkind-Kleidchen ganz ohne Naht. Genau richtig für diese Wolle.

Da ich ja in zwei Knäueln gefärbt hatte und diese Knäuel-Färbungen ja sehr an Farbintensität variieren habe ich gleich mit beiden Knäueln gestrickt. So habe ich durch einen Fadenwechsel in jeder Reihe einen recht gleichmäßigen Farbverlauf erreicht.

Das Garn war fürchterlich zu verstricken - die vielen Fäden sind extrem schlecht verzwirnt und spalteten sich ständig. Dass ich auch nur eine alte, wirklich alte, Metall-Rundnadel in der gewünschten Stärke zur Verfügung hatte, deren Spitze irgendwie rau ist, machte die Sache nicht besser. So wurde ein Strickstück, dass eigentlich unkompliziert nebenher läuft zu einer Aufgabe, die hohe Aufmerksamkeit erforderte.
(Nadeln und restliche Wolle landeten übrigens bereits im Müll...)

Das Ergebnis gefällt mir - es ist ein nettes Kleidchen für ein ca. 18 Monate altes Kind geworden. So wie es aussieht und auch viele zum Modell schreiben, kann es lang getragen werden - erst als Kleid, dann als Pullunder. Der Farbverlauf gefällt mir und für ein Kind finde ich dieses leuchtende Gelb-Orange auch sehr geeignet.

Fakten:
Merino-Wolle zum Selbstfärben von der Maschenschmiede; gefärbt im Knäuel mit Ashford und Ostereierfarben. Nadeln 2,5
Modell Little Sister Dress; 18 Monate
Verbrauch: 160g

14.2.11

10 Tage

seit dem letzten Eintrag. Gefüllt mit:
  • allmählich wieder auf die Füße kommen; ein Besuch im Sportzentrum offenbarte die Konditionskatastrophe - deshalb morgen ein Trainertermin, der den Trainingsplan auf Vorderfrau bringt und damit hoffentlich die darniederliegende Kondition wieder auf Touren.
  • vielen zu Hause verbrachten Abenden, statt einen Ball, den Tango-Argentino-Abend, Chor und Kino zu besuchen. Erholung tat einfach not und die Arbeit hat gereicht, mich zu erschöpfen. Blöde Grippe!
  • Arbeit und einer Fortbildung - und diesmal durfte ich als Referentin dabei sein. Was ganz wunderbar geklappt hat, auch die Zusammenarbeit mit der Kollegin und - wie erwartet -ganz viel Spaß gemacht hat.
  • leckerem Essen beim Griechen, das mit einem Schlag den krankheitsbedingt erzielten Abnahme-Erfolg zunichte gemacht hat. Kostenloses Nachspeisen-Büffet, ungriechisch mit Profiteroles und anderen feinen schokoladehaltigen Verführungen - unmöglich zu widerstehen.
  • Kochvergnügungen - wenn der Rest der Familie was anderes isst, kann ich die Reste aus dem Gemüsefach nach eigenem Geschmack und Gutdünken nur für mich zubereiten - sehr fein, sehr asiatisch, ziemlich scharf.
  • dem Verstricken einer selbst gefärbten Merino-Wolle, die einfach gruslig ist - der Faden spaltet sich ständig und deshalb erfordert das Strickwerk - eigentlich ein easy-peasy Baby-Kleidchen - mein ganzes Augenmerk. Es ist fast fertig - zum Glück auch die Wolle fast aufgebraucht und der verbleibende Rest wird gnadenlos entsorgt.
  • grünen Haaren. Der Mittlere Sohn. Die mit solchen Färbeexperimenten erfahrene Freundin bleichte den langen Haarschopf auf der Mitte des Kopfes zuerst und verwandelte ihn dann mit Hilfe einer Paste in einen grünen Haarschopf. Zeigen darf ich es nicht, aber es sieht gar nicht schlimm aus. Hab ich schon mal erzählt, dass dieser Sohn sich schon immer leidenschaftlich gern verkleidet hat?
  • mehrmals Cellostunde - und ja, ich mache Fortschritte. Und es macht richtig Spaß, obwohl ich eigentlich nur Übungen und Tonleitern spiele. Systematisches Üben, wie damals vor Urzeiten bei meiner ersten Klavierlehrerin. Ich habe es auch damals irgendwie schon gemocht. Chaotisch wie ich bin verhilft mir diese Struktur von außen zu innerer Ordnung. Habe ich wohl damals schon erkannt.
  • fleißigem Lesen. Fachliteratur über Bewegungsentwicklung, Spielverhalten, Handlungsebenen, Gehirnentwicklung. Mit viel Freude wieder im Remo Largo herumgelesen. Einiges Halbwissen und Restwissen wieder vervollständigt, verschüttetes hervorgeholt und einiges ganz neu erfahren.

4.2.11

Scheusslichkeiten


...diese Socken. Aus einer Trekking Hand Art Karibik. Ich fand die Farben im Strang schrill, aber vielversprechend. Verstrickt sind sie einfach hässlich. Die Wolle an sich ist aber sehr angenehm - weich für Sockenwolle.
Naja, wandern in die Verkaufskiste. Irgendjemand findet sie sicher gut genug für seine Füße.

Hoffentlich letzter Arztbesuch heute, mit erstaunlich langer Wartezeit trotz Privat-Patienten-Stuhl. Und ausgerechnet heute hatte ich kein Strickzeug dabei, weil die Socken ja grad schon fast fertig waren und auf die schnelle nix unkompliziertes greifbar. An der Lungenentzündung vorbeigeschrappt, bitte noch schonen übers Wochenende.
Na gut. Ich merk auch so, dass die für morgen geplant durchtanzte Nacht wahrscheinlich noch nicht geht. Sehr schade...

3.2.11

Strickwerk

So Tage auf dem Sofa, an denen die Hände und der Geist nichts wirklich anspruchsvolles zustande bringen, eignen sich hervorragend um diese zu 98% fertigen Strickstücke endlich ganz fertig zu machen.

Das wohl Älteste Ding im Strickkorb war der Schal "Vision of Delight". Fertig gestrickt schon im November 2008! Seitdem liegt er entspannt hier herum. Weil er mir nämlich nicht gefällt. Also für mich nicht gefällt. Aber vielleicht gefällt er ja jemand anderem - jedenfalls habe ich ihn jetzt endlich gespannt. Die Wolle ist einfach wunderbar - ein federleichtes, weiches Nichts, ein Hauch von einem Schal, schöne Farbe, das grau mit ein paar dunkleren Tönen drin, die leicht ins bläuliche gehen. Ich habe auch wirklich gleichmäßig gestrickt, damit bin ich sehr zufrieden. Aber die Musterung ist einfach nicht meins - vor allem die große Raute in der Mitte. Und der Schal ist relativ kurz - es ist eben einfach ein Schal, kein Shawl zum drin einwickeln. Kurz und gut, ich weiß nicht so recht wie und wozu ich ihn tragen soll.
Falls also jemand Gefallen dran findet - einfach ein Tauschangebot machen.





Dann waren da noch die diversen Babyjäckchen. Es fehlte ein Band zum durchziehen und diverse Knöpfe, ein paar Fäden zu vernähen, eine Häkelkante.

Endgültig fertig sind jetzt diese drei. Die Knöpfe an der Weste gefallen mir besonders gut.




Und dann habe ich zum ersten Mal ein Muster testgestrickt. Für Martina, die schon mit einigen Tüchern bekannt ist, ihr Sockenmuster Knotzo.
Gerade mit Anleitung für Socken gehe ich sonst recht lässig um - ich eigne mit das Muster an und pass den Rest auf mein übliches Sockenrezept an. Aber diesmal war ja die Prüfung der Einzelheiten das Thema. Zudem werden diese Socken Toe-up gestrickt, was ich bisher nur einmal gemacht habe, und das ist schon ziemlich lange her.

Das Muster ist super beschrieben - ein wirklich tolle Anleitung. Und für mich die Erfahrung -mit magic cast on und surprisingly strechy bind-off gelingen Spitze und ein wirklich elastischer, aber nicht labbriger Rand ganz hervorragend. Die Fersenvariation gelang ebenfalls problemlos und die Wickelmaschen ohne Löcher - ich bin sehr zufrieden. Trotzdem - was der Vorteil der Toe-up-Socken ist, erschließt sich mir nicht wirklich.






Orange




Ein Abendessen, ganz in Orange: Süßkartoffeln, Kürbis, Karotten, Paprika. Nur eine Zwiebel dazu. Alles in Olivenöl mit arabischen Gewürzen und Kreuzkümmel wenden. Im Ofen backen. Dazu Quark mit frischen Kräutern.
So lecker.
Ich habe wieder Spaß am Essen!
(Meine verbliebenen Söhne an diesem Essen nicht. Sie schoben kurzerhand die TK-Pizza mit in den Ofen. Wie gut - dann habe ich morgen noch mal ein Mittag- und ein Abendessen.)

hinter der Tür

Sonne anbeten.
Füße auf sonnenwarmen Kacheln.
Hände auf sonnenwarmer Glasscheibe.
Sonne im Gesicht. Wärmt. Leuchtet.

So lang vermisst.