4.5.16

Dazwischen

"Wir brauchen einen Tag mehr" war das Fazit letztes Jahr nach unserem Freundinnen-Handarbeits-Wochenende. Also fuhren wir schon am Donnerstag in ein langes Wochenende nach Kochel. Vertrauter Ort, die immer gleiche Unterkunft im Stubencafe Giggerer. Auch dieses Jahr verwöhnte uns die Sonne auf dem Balkon, auch wenn wir auf verschneite Berge schauten - der Kälteeinbruch hat dort den Winter noch einmal zurückkehren lassen.
Wir waren einen Tag länger - und alle gefühlt weniger produktiv als die Jahre vorher. Dafür haben wir viel gesungen. Es ist ja schließlich kein Leistungscamp sondern ein Wollness-Wochenende.

Blick von Balkon auf den Jochberg - es war offenbar tolle Thermik, denn die dort startenden Gleitschirmflieger schwebten wie im Aufzug nach oben.



Apfelblüte

und ein ganzes Feld voller "Blutströpferl" 





Die Anna blickt zum Herzogstand

Tortenparadies!

Der Babypullover wurde fertig - gerade rechtzeitig, denn das erwartete Mädchen kam ein paar Tage vor Termin am Sonntag zur Welt. Ich habe endlich mal ernsthaft mit dem Mustersticken begonnen und eine erste Kachel "blackstitch" gestickt. Ein bisschen gesponnen und kaum mehr als vier Reihen am Heaven gestrickt...

Der Streifenpulli - hier in Kombination mit der Windelpopohose.

Nach drei Jahren bekam auch die Knubbeline endlich ihren Rock - dass dieser Kleinkram immer nicht auf die Nadel mag und dann geht es letztendlich ganz schnell...

Dazwischen liegt heute der Geburtstag des Jüngsten Sohns. 21 Jahre und damit "echt" volljährig! Es ist einfach unglaublich - es war doch gerade erst, dass wir mit dem kleinen Bündel aus dem Geburtshaus nach Hause gefahren sind, der Blondschopf die Familie durcheinander gewirbelt hat, im Spiel vertieft alles vergaß, so ungern zur Schule ging, so viel draußen unterwegs war, nicht still sitzen konnte... Jetzt ein junger Mann, ziemlich geduldig und ausgleichend, gewissenhaft und zuverlässig.

Also ist heute Tortentag und abends gibt es vor der Torte Suppe für alle Gäste - denn am Nachmittag hat quasi niemand Zeit... 




Warum dazwischen? Weil ich morgen ganz ganz früh nach Sindelfingen aufbreche und ein zweites langes Wochenende handwerkend verbringe. Ich mache einen Webkurs im Haus der Handweberei - 4 Tage auf dem Webstuhl mit Entwerfen, Schären, Bäumen, Verschnüren und allem was dazu gehört. Ich bin ganz aufgeregt und gespannt. Und freu mich sehr, dass der Beste Ehemann mich begleitet. Er geht derweilen ein wenig wandern, Segway fahren in Stuttgart und wird die freien Tage bei schönem Wetter genießen.





25.4.16

Mehr Planung - erstes Fazit

Ein Versuch Gewohnheiten zu verändern - das war eine der Ideen zu Beginn des Jahres.
Nahziel: Tage planvoller zu verbringen. Ich bin bei der Suche nach einem geeigneten Kalender (ja, ich bin wieder auf Papier umgestiegen) stolperte ich über Bullet-journaling. Die Idee gefiel mir, ich habe mich allerdings nur sehr oberflächlich damit auseinander gesetzt und sicherlich nicht alle Geheimnisse entdeckt. Entsprechend führe ich auch nur eine light-Version. Und das dann doch eher unregelmäßig - gar nicht so einfach neue Gewohnheiten zu etablieren.

Was habe ich bisher erfahren und erlebt?

  • es fällt mir ganz schön schwer sowohl den Kalender richtig zu führen als auch mein bulletjournal
  • weil mir planen schwer fällt, vor allem langfristiger zu planen
  • weil ich möglicherweise nicht sehr zielorientiert bin?
  • ich neige trotzdem dazu mir zu viele Aufgaben in den Tag zu packen
  • Prioritäten zu setzen, Aufgaben zu gewichten ist noch verbesserungswürdig 
  • wenn meine Tage besser strukturiert sind kann ich vertändelte Tage deutlich mehr genießen
  • Erfolgserlebnisse, die Befriedigung viel geschafft oder erledigt zu haben, sind ablesbar
  • Planung erstickt keineswegs meine Kreativität und ermöglich mir  mehr Konzentration und mehr Pausen!
Im Moment führe ich zwei Kalender - den elektronischen, der ein reiner Terminkalender geworden ist und in dem der Beste Ehemann auch seine Termine notiert - so sehen wir immer wo wir freie Zeit für gemeinsame Unternehmungen haben und Zeit für einander frei halten. Zusätzlich übertrage ich die Termine in den Papierkalender - ist zwar lästig aber notwendig, denn den benutze ich unterwegs häufig zum Nachschlagen. Ich genieße es, mit direkt zu den Terminen Notizen zu machen, die ich ohne einen Klick sehen kann. (Ich weiß, Notizen gehen auch im elektronischen Kalender, aber da muss ich den Termin immer erst anklicken und öffnen um die Notiz zu sehen - wie oft habe ich das schon übersehen/vergessen und stand ohne die nötige Vorbereitung, Unterlagen im Team/der Sitzung etc.) Und Papier ist einfach so viel schöner als Glasoberfläche, wie befriedigend ist es einen Stift zu führen, mit der Hand zu schreiben!

Mein Kalender bietet mir die Möglichkeit für eine Quartalsplanung - und das ist wirklich meine Schwäche. Da saß ich dann auch Ende März da und zermarterte mir das Hirn, was ich denn dort eintragen könnte. Was sind meine Ziele fürs nächste Quartal, was will ich erreichen, woran arbeiten?
Muss ich ja nicht machen - klar. Ich würde gern. Ist ja nicht so, dass ich keine Ideen habe, was ich so alles tun möchte. Nur diese zu ordnen, zu gewichten, ihnen einen Platz zu geben und sie stringent zu verfolgen ist für mich dermaßen ungeübt. 
Das ist jetzt auch ein Quartalsziel - über die Monate bis Juli mir ein wenig klarer werden, wo es im zweiten Halbjahr hingehen soll. Mal schauen, was entsteht.

Ich sehe das ganze als Übung, ohne Erfolgszwang. Ich bin erstaunt, wie vielfältig die Erfahrungen sind. Und nebenbei übe ich, mich nicht gedanklich zu bestrafen, wenn ich mal wieder tagelang vergessen habe das Journal zu benutzen oder im Kalender zu blättern.
Ich bin auf dem Weg, mal schauen wo es mich hinführt.


12.4.16

12 von 12 im April

Das ist doch ein guter Grund nach einigen Wochen Pause wieder mal zu bloggen.

Heute habe ich mit dem Handy fotografiert - es ist schon alt und die Qualität nicht so bestechend.


Leuchtend rote Tulpen begrüßen mich am Morgen. 


Sachen packen für die Arbeit - Bücher zurück geben, Frühstück und frischen Tee fürs Büro. 
Die Fotos aus der Arbeit fehlen - wie immer habe ich das fotografieren dort vergessen.


Also kommen wir gleich zum Salat am späten Mittag.


Dazu ein bisschen fachliche Lektüre - die neue Ausgabe kam heute mit der Post.


Kaffe mit einer winzigen Süßigkeit.


Und Strickwerk auf der Terrasse. Grüne und bunte Wollmeise für einen Babypullover.


Terrassenfugen auskratzen - kein Spaß. Jeden Tag ein paar Ritzen, so gehts ohne Kreuzschmerzen.


Endlich wieder Terrassenspinnen. Ihr seht, ich habe heute einen Sommernachmittag genossen.


Geerntet. Bärlauchblüten. Die Blätter stecken im Abendessen.


Spaghetti mit Rucola und Bärlauch


Der zuletzt gesponnene Strang ist trocken - ein Vorgeschmack auf Flieder, die Farbe passt perfekt.


Und dann zeige ich euch noch ein Schätzchen - Wasserwesen, vom wollkäferchen gefärbt. Ein Kuscheltraum in Lieblingsfarben.

Mehr 12von12 wie immer hier.




17.3.16

Zwei Neue

Bei ravelry bin ich über die Notiz gestolpert: wir haben jetzt eine website.
Herr Hummel baut Spindeln, sehr schöne Spindeln. Beim Spinntreffen hatte ich schon welche bei der Arbeit beobachtet und in die Hand genommen - wirklich sehr schöne Werkzeuge. Trotzdem - die Wege die Spindeln zu erwerben waren eher verschlungen und eigentlich brauch ich gar keine neue Spindel. Aber mal auf die website schauen...

Unter den besonderen Spindeln versteckte sich eine Lektüre. Der Finger war auf dem Bestellknopf bevor ich überhaupt richtig drüber nachdenken konnte. Eine spinnende Bibliothekarin braucht eindeutig eine Spindel, die Lektüre heißt.



Der Wirtel besteht aus alten Zeitungen, die auf einem Holzkern aufgebracht sind. Zauberhaft. Und sie dreht ausdauernd und schnell, spinnt ein dünnes Fädchen. Mit 30g absolut noch in meinem Wohlfühlgewicht. Ich vergesse sie gerade wieder, denn sie wird ein Geburtstagsgeschenk sein.

Nach dem Spontankauf stöberte ich noch ein bisschen auf der Seite, verließ sie, kehrte später noch einmal zurück und bestellte mit Bedacht eine weitere Spindel. Schimmernder Goldregen. Dafür verlässt mich eine Spindel aus dem Matthes-Haus. Ein Spindeltausch quasi. Auch die Goldregen-Spindel spinnt wunderbar und kommt sofort zum Einsatz.



Der Service ist übrigens ebenso prima wie die Qualität der Spindeln. Die Lieferung kam blitzschnell an und die Spindeln waren liebevoll und sicher verpackt.




16.3.16

Spannung und Entspannung

Meine Wochen sind grad sehr abwechslungsreich. Ich arbeite viel und habe viele Termine ganz unterschiedlichen Inhalts. In der Bib habe ich Aufgaben dazu übernommen und jetzt stapelt sich irgendwie grad alles gleichzeitig und will erledigt werden.

Die Klassik-CDs bekommen eine Inventur und neue Zuordnungen. 
Die Reiseführer haben überwiegend grad keine Saison - die ideale Gelegenheit den Bestand mal prüfend durch meine Hände gehen zu lassen. 
Wenig und nicht genutzte Medien aus den von mir betreuten Sachgebieten werden aussortiert. Medienpädagogik ist das Trendthema, in und an dem wir uns gerade fort- und weiterbilden. Das frisch erfahrene und erlebte will jetzt auch umgesetzt werden.
Daneben und dazwischen meine Zeit an der Info und Auskunft (die ich nicht missen möchte, ich mag diesen Teil meiner Arbeit sehr); neue und frische Literatur auswählen; und nicht zuletzt die neu gekauften Bücher wenigsten einmal durch die Hände gehen lassen...

Die letzten beiden Wochen war ich besonders viel unterwegs auf Terminen, Sitzungen und Weiterbildungen. Und dann wird mir die Zeit besonders kurz - und ich rudere ein wenig angestrengt durch Liegengebliebenes und Aufgeschobenes.

Ich brauche eine Pause. Das habe ich mittlerweile gelernt, dass es nix und niemandem nutzt, wenn ich pausenlos arbeite. Ich werde ungeduldig und ungenau. 

Da kommt es doch grade recht, dass die gemachten Überstunden auch abgefeiert werden müssen. Die Arbeit auf demSchreibtisch wird zwar nicht weniger, aber ich kann mich daheim mit Buch, Hörbuch und meinen Handarbeiten entspannen. 

So spinne ich weiter an meinem grünen Faden. 
Und hole neue Projekte auf meine Nadeln, denn es kommen einige Babys die ich bestricken darf.

Ein Mützchen ist schon fertig: garter ear flap hat


Ein nettes Mützchen. Schnell gestrickt - hier aus einem Baumwollgarn für ein Sommerbaby. Und eine wunderbare Möglichkeit übrig gebliebene Einzelknäuel zu verstricken.

Ein übriges halbes Knäuel Sockenwolle sollte für dieses Jäckchen reichen - ein newborn vertebrae. Das Jäckchen besteht praktisch nur aus Rückenteil und Ärmeln und wärmt so das Neugeborene, das gerade auf dem Bauch der Mama ausruht oder schläft. Ich habe gerade die Ärmel abgeteilt - viel ist noch nicht zu sehen.


Und noch weniger ist hier zu sehen - das wird eine Hose für das Baby und dazu habe ich mal in meinem Wollmeisen-Stash gekramt und dieses schöne Grün gefunden. 


Die Anleitung ist von Marte Helgetun, einer norwegischen Designerin, deren Buch auch auf Deutsch erschienen ist. Daher auch der ungewöhnliche Name der Hose:  Sidrompabukse. 



9.3.16

Auf den Ohren

Bei den Spinnereien und Strickereien höre ich gerade ausdauernd und mit Vergnügen die Krimis mit Sebastian Bergmann.

Es ist keine leichte Kost, ich brauche tatsächlich Geduld, denn die Handlung geht nicht sehr zügig voran. Es gibt viele Schleifen, Umwege, psychologische Betrachtungen. Und Sebastian Bergmann ist alles andere als ein sympathischer Zeitgenosse.
Mich fesseln die Krimis dennoch und ich mag auch den Sprecher Douglas Welbat.

Möglicherweise macht auch der Spaß am Hören einen Teil meiner Ausdauer am Spinnrad aus.

März

Der März begann mit einer gut gefüllten und streng durchorganisierten Woche, die ich wie immer ein wenig gestresst angetreten habe. Wenn die ersten Hürden erfolgreich genommen sind entspanne ich mich immer ein wenig. Und wenn ein Termin den anderen jagt vergehen die Tage ja auch sehr schnell. Verlassen habe ich die Woche dennoch angeschlagen und die jetzige dann mit einem ausgesprochenen Schlafdefizit begonnen. Durchwachte Nächte hatte ich jahrelang nur vereinzelt, die momentane Häufung ist wohl Wechseljahrebedingt.

Das Wetter lässt uns grad ein bisschen im Stich, selbst wenn die Sonne sich mal zögerlich zeigt ist es richtig kalt. Gestern gab es noch mal heftige Schneegestöber und trotz der blühenden Schneeglöckchen und Krokusse in der Wiese zeigen sich die Tage meist sehr grau. Ich spinne ein bisschen Frühling und die Farbe zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Der erste Strang ist fertig gezwirnt und abgewickelt. Leider ist die Haptik immer noch ein wenig die einer Schnur - mal schauen, was ich da noch tun kann. Aber die Farbe .... wunderschöne grüne Schattierungen.



Das Verspinnen der Wichtelfasern aus dem Advent zieht sich. Ich sitze einfach doch deutlich mehr am Spinnrad als ich die Spindel benutze. Die ersten zwei Kammzugstücke sind aber inzwischen verzwirnt und das sieht so aus:


Es sind nur 25g, sind ja immer nur kleine Kammzugstücke. Angelachtes Projekt dafür: ein kleines Tuch mit einer ruhigen Grundfarbe (grau?) und farbigen Einsprengseln. 

Gestrickt habe ich auch ein wenig.

Ein Paar Socken für eine Freundin sind fertig. Ist ja  immer noch mein beliebtestes Zwischendurch- und Mitnahm-Projekt sie in paar einfach Socken. Meine Schublade quillt allerdings inzwischen über und ich freu mich immer, wenn ich nicht für die Vorratskiste sondern für jemand Bestimmten stricken kann.


Die Farben gefallen mir richtig gut, es ist ein lang gehütetes Garn von Lana Grossa.

Ein kunterbunte Mütze ist fertig geworden, die ich noch nicht zeigen kann, denn die Anleitung wird erst veröffentlicht. Das war ein großer Strickspaß!

Und gerade nadle ich an Minna, einer freien Anleitung von SpinningMartha, die sie zum Backnang Wollfest 2014 entworfen hat. Das Garn ruht auch schon einige Jahre in meinen Kisten. Ich habe es selbst gefärbt und es gefällt mir ganz gut, wie die Farben sich im Gestrick zeigen.


Noch kann man nicht so recht sehen wie die From werden wird - es soll mal asymmetrisch halbrund enden. Ich denke ich werde ein paar Zunahmen mehr stricken, als in der Anleitung vorgesehen, denn ich habe den Eindruck mit der vorgeschlagenen Maschenzahl wird es bei mir wieder nur so ein kleines Halstuch. Ich hätte aber gern mal ein größeres Tuch und genug Garn ist auf jeden Fall da. 

Geht mir häufig so, dass meine Strickstücke kleiner werden, als die Anleitung beschreibt. Bei Babykleidung habe ich da schon große Überraschungen erlebt. Liegt vielleicht daran, dass ich ein recht dichtes Massenbild bevorzuge und deshalb im Verlauf dann fester stricke. Maschenproben mach ich nicht immer - bei Tüchern ist mir das oft zu mühsam. Aber selbst bei übereinstimmender Maschenprobe ist es mir schon passiert, dass das fertige Mützchen nachher nur auf einen Puppenkopf passte.


23.2.16

Spinnfreude

Spinnen macht mir grad am meisten Freude.
Dabei sind richtig schöne Garne entstanden.

Das erste Projekt wurde noch 2015 fertig gestellt. Versponnen sind zwei Kammzüge Merino/Seide und Polwarte/Seide in dunklem Blau mit ein wenig Lila. Wunderbar weich, wunderbar Blau. 200g mit ca. 950 Meter Lauflänge. Daraus wird wohl ein Halsschmeichler werden.


Das nächste ist ein bunter Frühlingstraum. Hier habe ich einen dibadu-Kammzug aus dem Abo versponnen, das ich vor glaube ich zwei Jahren hatte. Das Material ist Merino/Seide/Angelina. Es sollte Bestandteil eines dreifägigen Garns werden. Im Kammzug passte es gut zu den anderen, als fertiges Garn gar nicht mehr. Das wunderbare Bunt wäre komplett verloren gegangen. Also bleibt der Faden allein. Was daraus werden wir ist noch sehr unklar, erst mal erfreut er mein Auge und meine Seele an grauen Tagen wie heute. Es sind 100g mit knapp 600 Metern Lauflänge.




 Das dreifädige Projekt um Vorräte zu verbrauchen. Die einzelnen Fäden waren: ein Kammzug von dibadu in BFL superwash - blau/türkis/orange/gelb/braun/weiß, ein Kammzug von Barbara Shetland/Tussah in beige/braun/gelb/weiß und ein Riesenbatt von Karin aus vielen verschiedenen türkisen Fasern. Das fertige Garn bezaubert mich und erinnert ein wenig an Schoppel Zauberball Crazy. Es ist etwas dicker, 285g mit 455 Metern Lauflänge.


Für einen Swap habe ich die bunten Fasern gefärbt - Karneval war das Thema. Ich hatte gleich ein wenig mehr gefärbt, das mit dem Teilen der Kammzüge geht ja nicht so genau und ich wollte genug Material haben. Ein wenig ist übrig geblieben und daraus entstand dieser fröhliche knallige kleine Strang. Es sind nur 40g, dreifädig navajo gezwirnt, mit einer Lauflänge von 150 Metern.




Letztes Jahr in Friedrichshafen habe ich ein paar Batts versponnen. Der Faden ruhte jetzt fast ein Jahr auf der Spule, unentschlossen, ob er allein bleiben wollte oder sich doch mit einem anderen verbinden sollte. Jetzt habe ich noch ein paar Batts dazu gekurbelt und eine weitere Spule voll gesponnen. Zu zweit sind wie ein Tag am Meer - stürmisch, grau und blau mit ein paar Tangfäden. Dick, unregelmäßig, ein bisschen rau - 156g mit 240 Metern Lauflänge.


Das derzeitige Projekt ist Frust und Freude. Es ist ein mit Indigo überfärbter Kammzug, den ich ertauscht habe. Er lag lange im Keller, obwohl die Farbe mich sehr zum verspinnen lockt. Denn die Faser war stumpf und trocken und ließ sich kaum verarbeiten - beim Spinnen nicht ausziehen, beim Kardieren nicht auf der Trommel verteilen. Ich brauchte erst einen Tipp von einer erfahrenen Faserverarbeiterin - "gönn dem Kammzug doch einfach ein Lanolin-Bad". Eigentlich ganz logisch, so im Nachhinein betrachtet. Also gingen die Fasern baden. Das erste Mal war ich zu sparsam und vorsichtig mit dem Lanolin - die Kammzüge waren nach dem Trocknen ziemlich unverändert. Nach dem zweiten Mal ist es viel besser, dafür sehen die Fasern mittlerweile sehr zerrupft aus. Und es gibt immer noch einige sehr trockene Stellen. Ich muss die Fasern gut vorbereiten und "predraften", das Spinnen geht nicht so flott und leicht wie gewohnt - aber der fertige Faden entlohnt mich sehr für die Mühe. 
Zur Erholung spinne ich zwischendurch immer mal was Anderes. Zum Beispiel die kleinen Faser-Portionen aus dem Adventswichteln.




Wo anfangen?

...wenn Frau so lange nicht bloggt ist das gar nicht so einfach.
Ich mache es mir mal einfach und erzähle was ich gestrickt, gewebt, gesponnen habe.

Das Gestrickte ist schnell erledigt. Ich nadle zwar wie üblich an mehreren Dingen herum, aber vorzeigbar und fertig sind - ein Paar Socken. Mit ganz kurzem Schaft, so wurden sie bestellt. Verwendet habe ich ein altes Lana Grossa-Schätzchen, das ich lange gehütet habe weil es mir so gut gefällt. Aus dem übrigen Garn könnte noch etwas für das dort erwartete Baby werden, die Farben finde ich ganz passend dafür.


Das Gewebte ist auch schnell gezeigt, hat aber einen lagen Entstehungsprozeß hinter sich. Schon die Auswahl des Garns war eine schwere Geburt. Bespannt habe ich den Rahmen dann letztes Jahr im Herbst - ich glaube ein Foto zeigte ich schon - auf dem alljährlichen Strickwochenende in Kochel. Auch angewebt. Und dann bekam das Projekt eine lange Ruhepause. Über Weihnachten webte ich wieder ein Stück - und war ein wenig enttäuscht, denn irgendwie ging es gar nicht schnell voran. Gefühlt nahm die Kette einfach kein Ende und obwohl ich fast jeden Tag wenigstens kurz am Webrahmen war, hat es Wochen gedauert bis der Schal fertig wurde. 
Tja, was habe ich mir eigentlich dabei gedacht für einen Schal mehr als 3 Meter Kette aufzuspannen? Der reicht mir jetzt an beiden Seiten bis über die Fußsohlen. Und dann offenbarte sich beim Abnehmen des Webstücks, dass ich zunehmend dichter gewebt habe. Ich finde es ziemlich auffällig, auch wenn andere sagen, dass es kaum sichtbar ist. Tragen kann ich den Schal nur an kalten Tagen, denn offen um den Hals geht gar nicht wegen der Länge. Das mache ich jetzt eine Zeit lang und dann mal schauen was vielleicht sonst noch draus werden will.

Lernerfolge:
Nie wieder einfädige Tussahseide für die Kette. Durch das Auf- und Abbewegen des Kamms scheuerte sich das verwendete Garn schnell auf und ich habe es ganz genau beobachtet, dass es ja nicht zu dünn wird und womöglich die Kette reißt. Das ist dann zum Glück erst ganz zum Schluß passiert. Wegen 3 cm habe ich mir dann nicht mehr die Mühe des Flickens gemacht sondern das Webstück beendet und abgenäht.

Gleichmäßiger Weben. Wie genau ich das anstelle ist mir noch nicht ganz klar, denn das Gewebte wird ja immer auf den Warenbaum gewickelt, so dass es bald nicht mehr sichtbar ist. Ich habe allerdings auch gar nicht darauf geachtet, könnte beim nächsten Mal also besser werden.

Ganz zufrieden bin ich mit dem Rand, der ist recht gut und fest geworden.



Das verwendete Material: 
dye for yarn Tussahseide für die Kette, Wollmeise Lacegarn und Fleece Artist suri blue für den Schuss. 
Fertige Länge 2,98 Meter, Breite 36-38 cm. Gewicht 272g.

Auch wenn der Schal nicht ganz so geworden ist wie ich es mir ausgedacht hatte - ein schönes Stück.

16.1.16

Gefärbt

Hat doch ein paar Tage gedauert, bis alles trocken war und ich Bilder machen konnte - bei eher bescheidenen Lichtverhältnissen. 










9.1.16

Heute

war Färbetag. Ich glaube es ist bald zwei Jahre her, dass ich das letzte Mal gefärbt habe. Letztes Jahr habe ich neue Farben dazu gekauft - und seither warten sie im Keller auf ihren Einsatz.

Es gab sozusagen den Zwang zu färben, denn ich habe mich mal wieder zum einem "Swap for scraps" angemeldet, Motto "Karneval".  Ich hätte natürlich auch einen Kammzug aus dem Fundus nehmen können, aber ich brauche mindestens 200g einer Färbung - und da kann ich mich mal wieder von nichts trennen.

Heute habe ich fast alles im Topf gefärbt und alles mögliche ausprobiert. Die Zeit verging wie im Flug und wenn nicht irgendwann meine Kreuz signalisiert hätte, dass es jetzt mal eine andere Haltung und Bewegung möchte, stünde ich vielleicht immer noch am Färbetopf.

Verwendet habe ich den großen Einkochtopf. Denn für den Induktionsherd habe ich nur wenige gute Töpfe, da kann ich keinen zum Färben abzweigen. Die Arbeitsfläche mit Folie auslegen, Topf anschalten - und los gehts. Zwei Seiden-Hankies wurden mit dem Pinsel bemalt, alles andere wanderte in den Topf. Ich habe einiges einfach in die Farbsuppe getaucht. Andere Kammzüge wanderten ins klare heiße Wasser und wurden dort bebuntet. Das mit dem Pulver zugeben hat mich nicht so überzeugt. Mir gelang es besser, wenn ich die Farbe schon anrührte und dann recht konzentriert an die gewünschten Stellen zugab. Allerdings haben fast alles Kammzüge noch weiße oder recht helle Stellen behalten - das Verfahren lässt sich also noch verbessern. Allzu viel rühren und drücken wollte ich nicht, damit nichts filzt.

Heute habe ich alles in der Maschine geschleudert nach dem Auswaschen. Das hat gut geklappt (alles in Beutel gepackt und noch einen Bettbezug mit in die Trommel). Anschließend alles ein bisschen aufgeflufft - ein paar wenige Stellen sind tatsächlich ein bisschen filzig geworden. Vielleicht war ich noch nicht vorsichtig genug.

Zu sehen gibt es noch nix. Es trocknet alles in der Waschküche - kein Fotoort, weder Licht noch Ambiente. Mit Glück kann ich morgen schon trockene bunte Kammzüge zeigen.


6.1.16

Fürs neue Jahr

Trotz meiner Überzeugung, dass der 1. Januar nicht zwingend alles neu macht und damit auch nicht zwingend der Startschuss zur Lebensumkrempelung ist, habe ich mir in den letzten Tagen des Jahres Gedanken gemacht, was mein persönliches Motto fürs neue Jahr sein könnte.

Jademond schreibt über das "Wort des Jahres" und hat mich damit angeregt darüber nachzudenken.
In den vergangenen Jahren haben wir fast immer mit Freunden Silvester gefeiert und dann irgendwann nach Mitternacht Engelskarten gezogen. Das gefundene Wort habe ich als Inspiration benutzt und es hat mich jeweils übers Jahr begleitet. Das fand ich wunderschön.

Es ist ja keine Festlegung auf ein bestimmtes Vorgehen oder eine bestimmte Handlung. Mit so einem Wort oder Begriff kann ich sehr offen umgehen, ihn hin und her wenden, überlegen, was er mit meinem Leben und Sein zu tun hat. So ergeben sich ohne großen Plan zahlreiche kleine Veränderungen.
"Ich habe genug" war zum Beispiel so ein kleiner Satz der übers Jahr hinaus gewirkt hat und immer noch wirkt. Das kommt mir bei soviel Gelegenheiten in den Kopf, betrifft meinen Konsum, den Umgang mit Hab und Gut. Auch immateriell - wovon habe ich genug, aber auch wo bin ich bedürftig.

In diesem Jahr haben der Beste Ehemann und ich ganz allein Silvester gefeiert, selbst gewählt und freudig. Nur wo sollte ich jetzt meine Jahresinspiration herbekommen? Und siehe da, beim drüber Nachdenken kam das Wort fast von allein zu mir.

2016 wird mich "Ordnung" begleiten.

Ich bin nicht sehr ordentlich und das bezieht sich auf alle Lebensbereiche.
Ein Teil wird also sein mehr Ordnung ins Haus zu bringen. Leichter wird das werden, wenn ich mich außerdem von einigen Dingen trenne (wo wir wieder bei "ich habe genug" sind).

Ordnung und Struktur will ich aber auch in meine Pläne bringen, meine Vorhaben und Ideen. Wie oft vergeht das Wochenende, für das ich so viele Ideen hatte, mit planlosem hier ein bisschen und da ein bisschen was wegräumen, lesen, im Netz unterwegs sein (ich schau nur schnell was nach und bleibe gleich eine Stunde dort hängen - das Ding heißt nicht umsonst Netz, es ist manchmal wie ein klebriges Spinnennetz für mich). Um dann am Sonntag Abend gestreßt zu sein, weil Gewünschtes und Notwendiges nicht erledigt ist.
Und so gern ich spontan wäre - dafür bin ich letztlich zu wenig entscheidungsfreudig. In dem schwierigen Entscheidungsprozess bleibt dann häufig die ganze spontane Idee auf der Strecke.

Auch größere Projekte wie: "ich könnte mal wieder Cellostunden nehmen" fallen dem planlosen und ungeordneten Alltag zum Opfer. Und diese ewig gestressten auf den letzten Drücker gemachten Vorbereitungen für Kurse, Weiterbildungen etc. Besser Arbeiten unter Druck ist zumindest in letzter Zeit eher eine Ausrede. Ich glaube ich würde mit weniger Druck und mehr Zeit tatsächlich zufriedener arbeiten können (und das ist doch eigentlich besser).

Für diese Ordnung brauche ich auch etwas anderes als meinen virtuellen Kalender auf Handy und Laptop. Der ist prima für meine Termine und den Abgleich mit der Familie. Für alles andere lässt er mich schmählich im Stich. Ich kehre also in diesem Jahr reumütig und freudig zu Papier zurück.

Ich bin gespannt und voller Erwartung, was das Wort "Ordnung" für Veränderung in mein Leben bringt und wie nachhaltig es wirken wird.

31.12.15

Das war 2015

Der unvermeidliche Jahresrückblick?

Ich vermeide ihn in der Zeitung, die teilweise schon vor Weihnachten begonnen haben die Toten und Lebenden des Jahres aufzuzählen und zu ehren. Im Fernseher suche ich nach den Programmen die einfach einen Film zeigen oder schaue etwas aus der Konserve.

Für mich ganz privat schaue ich mir das vergangene Jahr an, wende es ein bisschen hin und her, schaue möglichst auf die Dinge die gut waren, was geglückt ist, mir Zufriedenheit geschenkt hat, wo und wann ich mich gesund gefühlt habe, ausgeglichen war. Das hilft mir auch in vermeintlich weniger guten Jahren zuversichtlich ins neue hinüber zu gehen.

Letztlich ist das ja alles ein einziger Weg. Wir fangen im neuen Jahr nicht irgendwo wieder neu an sondern machen genau da weiter, wo wir vor Mitternacht aufgehört haben.
Für mich sind die "Raubnächte" und die Zeit dieses Übergangs dennoch immer etwas Besonderes. Wenn ich nicht arbeiten muss, genieße ich die Muße und den Rückzug. In diesem Jahr habe ich keinen Urlaub - ich spüre aber selbst in der Arbeit die Besonderheit dieser Zeit. Wie ein zartes Innehalten, sich Besinnen, ein kleines Aufräumen und Ordnung schaffen, sich orientieren und neu ausrichten.

Ich werfe einen knappen Blick auf mein Blogger-Jahr:

Weniger geschrieben und hin und wieder drüber nachgedacht, wo ich eigentlich hin will mit meinem Blog - das ist noch im Prozess.
Weniger andere Blogs gelesen, kaum kommentiert, mich überhaupt weniger "gezeigt". Ich habe LeserInnen verloren, bekomme weniger Kommentare - eine logische Folge.

Meiner Hände Arbeit:
Gestrickt:
6039 Meter Garn in 20 Projekten verarbeitet. Meine liebsten und am häufigsten getragenen Projekte sind der Pfau und Aiolos.

Gesponnen:
9103 Meter in 12 Projekten. Fast ausschließlich auf dem Spinnrad. Am Spinnrad sitzen ist einfach pure Entspannung und manchmal auch wie eine Meditation. Leider entspannt meine Rücken sich nicht so mit, weshalb lange Sitzungen am Spinnrad eher die Ausnahme geworden sind.
Das einzige (fertiggestellte) Handspindelprojekt war der Auwald, das fertige Garn liebe ich besonders und habe es zeitnah in den Pfau verwandelt. Ich habe einige Batts gekurbelt und mag es sehr diese zu verspinnen.

Gewebt:
Den Webstuhl habe ich mittlerweile zum dritten Mal bespannt. Ich webe sehr unregelmäßig, aber es macht mir viel Freude und ich bin ganz zufrieden mit den Ergebnissen. Voller Vorfreude webe ich am derzeitigen Projekt, das ein hoffentlich großzügiger Schal für mich wird.

Genäht: Hosen gekürzt - sonst nichts.
Gefärbt - entfällt, in diesem Jahr nur Farben gekauft.

Gelesen: ganz wenig! und das macht mich tatsächlich unzufrieden...

Gekocht und gebacken: viel und mit Freude

Ich habe zwei - nein drei - wunderschöne Urlaube verbracht und mehrere sehr schöne Ausflüge gemacht. Zwei einzigartige Wochenenden waren ganz dem Spinnen und Stricken gewidmet.
Der Sommer war mir zu heiß und hat mich gelähmt. Mein Fahrrad blieb oft stehen, weil das Radeln zur Mittagszeit auf glühendem Asphalt keinen Spaß bringt.

So, das wars.

Euch allen ein gutes, gesundes und zufriedenes neues Jahr - kommt gut hinüber.