14.9.08

Leseliste

Im Urlaub habe ich mal wieder reichlich gelesen, alles mögliche kunterbunt durcheinander. 

Alhambra von Kirsten Boie - nicht unspannend. Ein Jugendbuch, das überwiegend zur Zeit der Inquisition in Granada spielt. Warum Boston - die Hauptfigur - über eine Zeitreise dorthin katapultiert wird verstehe ich nicht so recht. Denn dieser Teil wirkt auf mich recht konstruiert. Aber insgesamt lesenswert, so ab 1o-12 Jahren.

Englischer Harem von Anthony McCarten - teils gehört (genial gelesen wie immer von Rufus Beck), teils gelesen. Lesefutter. Ein Pakistani lebt in London, hat bereits zwei Frauen und verliebt sich eine dritte, die er dann ebenfalls heiratet. Das war dann doch zu viel - die bürgerliche Gesellschaft und die Justiz schreiten ein, ohne den Hintergrund der beiden früheren Eheschließungen zu kennen. Ironisch-lustig und ein bisschen ernst. Gut zu lesen, aber noch besser zu hören.

Kalte Asche von Simon Becket. Ebenso spannend wie Chemie des Todes - reicht grad mal für einen Tag und ging bei uns von Hand zu Hand.

Die schwarzen Ufer der Seine von Fred Vargas - drei Erzählungen, kurzweilig und ebenfalls schnell gelesen.

Ansichten eines Clowns von Heinrich Böll - wieder gelesen nach ich weiß nicht wie vielen Jahren. Irgendwie ein bisschen überholt, das kam mir damals alles viel brisanter und provokativer vor. Trotzdem - war gut zu lesen.

Ebenfalls wieder gelesen: Das Tagebuch der Anne Frank. Die erweiterte Ausgabe übersetzt von Mirjam Pressler kannte ich noch nicht. 

Ein reiner Schrei von Siobhan Dowd. Eindrucksvoll und erschütternd. Ein Buch, bei dem mir die Tränen kamen. Ein junges Mädchen in Irland, dessen Mutter gestorben ist, der Vater ein religiöser Fanatiker und Trinker, kümmert sich um Hauhalt und die beiden kleineren Geschwister. Keine Hilfe, keine Unterstützung. Sie wird schwanger - der junge Mann ein verantwortungsloser Frauenheld, der sie mag, aber nach Amerika verschwindet, bevor sie ihm von der Schwangerschaft erzählen kann. Sie ist ganz allein. Alles sehen die Schwangerschaft - keiner spricht mit ihr. Wie sie ihr Kind zur Welt bringt, was dann passiert - einfach selber lesen. Lesenswert ab ca. 14 Jahren.

Gehört habe ich dazu: Was ich liebte von Siri Hustved, gesprochen von Peter Fitz. Das Hören fand ich teilweise sehr anstrengend und bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube es lag vor allem am Sprecher. Jedenfalls empfand ich es streckenweise als langweilig, driftete immer wieder gedanklich ab und musste dann zurückspulen. Die Geschichte ist aber eigentlich interessant: Ein allmählich erblindender Kunsthistoriker blickt zurück auf sein Leben - seine Freundschaft mit einem Maler, seine Ehe, die Verbindung der beiden Familien, den eigenen Sohn und den des Freundes, den Tod des eigenen Sohnes und die daraus entstehenden Veränderungen und die Beziehung und schwierige Entwicklung des Freund-Sohnes. Spielt in New York und die Autorin ist die Frau von Paul Auster.
Ich denke lesenswert, aber eine Hörempfehlung kann ich hier nicht geben (obwohl die Interpretation an anderen Stellen sehr gelobt wird.)

Ich glaube das wars.

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