3.12.08

Sozialstudie

Eine Vernissage. Die geladenen Gäste gehören überwiegend zu den Wohlhabenden. 
Während der Eröffnungsrede wird das Buffet aufgebaut: reichlich Antipasti, große Schüsseln mit Krabbensalat, Geflügelsalat und vieles mehr. Der Tisch ist wirklich reichlich und lecker gedeckt. 

Der letzte Satz ist gesprochen. Im gleichen Moment ist das Buffet belagert, lange Schlangen bilden sich an beiden Enden. "Na gut", denkt Frau Strickwerk, "es ist ja reichlich da, gehe ich wenn der Ansturm nachlässt." An ihrem Tisch erscheinen zwei Damen - teuer gekleidet und schmuckbehängt - die sich ihre Teller üppig mit Krabben vollgehäuft haben. Sonst nichts. Also zu zweit die halbe Schüssel geleert.
Nach einiger Zeit lässt das Gedrängel nach und der Blick wird frei auf ein fast völlig abgeräumtes Buffet. "Na gut", denkt Frau Strickwerk, "dann eben nur ein Mozzarellaspießchen und ein Stück Brot." 
Während sie das auf ihren Teller lädt wird der zweite Gang herbeigetragen. Sofort steht Frau Strickwerk im Gedränge. Menschen greifen einfach von hinten nach vorn, drängen sich zwischen anderen durch und laden sich ihre Teller übervoll. Völlig perplex steht Frau Strickwerk binnen kurzem vor bereits wieder geleerten Platten. 
Und verzichtet auf weitere Versuche am Buffet.

Wie gesagt - keinesfalls ein Publikum, dass zum ersten Mal in den Genuss von Krabben kommt oder von harz 4 leben muss. Ich war ein bisschen sehr fassungslos.

Aber die Bilder waren/sind sehr schön - und das Wiedersehen mit einer Freundin bei dieser Gelegenheit auch.


1 Kommentar:

  1. Da würde ich gern Fotos sehen, und vor allem die Gesichter der Damen beim Fotografieren...
    LG Susi

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