Danke für eure Kommentare und die Einblicke in eure 22er.
23.2.11
19.2.11
22
Der Älteste Sohn hat Geburtstag - und feiert in diesem Jahr zum ersten Mal nicht mehr in unserem Zuhause sondern in seinem eigenen. Das ist anders, fühlt sich aber sehr gut an. Die Familie erscheint gesplittet, aus Platzgründen. Eine Hälfte zum Weißwurstfrühstück, die andere Hälfte zum Kaffeetrinken. Und weil nicht alle so Zeit haben wie sie eingeladen wurden, mischt es sich anders als es der Sohn geplant hat, macht aber nichts. Ich war bei der ersten Hälfte und es war sehr nett und gemütlich.
Als Geschenk gab es eine weitere Vervollständigung der Trachtengarnitur: Hemd mit Riegel, der noch bestickt werden kann, Geld für Haferlschuh und/oder Hut.
22 Jahre - ich bin manchmal fassungslos, dass diese erste Schwangerschaft und Geburt tatsächlich schon so viele Jahre zurück liegt.
Heute haben wir überlegt, wo wir eigentlich waren mit 22 Jahren.
Ich auch schon in einer schon lang dauernden und festen Beziehung zum Besten Ehemann (und er in selbiger mit mir, natürlich).
Ich studierend im dritten und vierten Semester, in Stuttgart, Bafög-Empfängerin, möbliert wohnend mit einem Studenten und der Alten Dame/Wohnungsinhaberin.
Er noch immer beim Bund, Zeitsoldat und ebenfalls möbliert wohnend, nahe dem Wörthsee.
Beide noch entfernt von einer abgeschlossenen Ausbildung, er immerhin schon Gehaltsempfänger.
Der Sohn: abgeschlossene Ausbildung und das erste Berufsjahr als "Ausgelernter" bereits hinter sich. Gerade erstmals die Stelle gewechselt und erhält demnächst seinen Dienstwagen. Verdient seit mittlerweile über vier Jahren sein eigenes Geld. Und wohnt/lebt seit fast einem Jahr mit seiner Freundin zusammen.
Und ihr so mit 22?
17.2.11
Und so
sitze ich hier Zeit totschlagend auf dem Sofa und warte auf die Cello-Lehrerin, die heute mal wieder sehr unpünktlich ist.
Ich bin aber dann so in Wartestellung, dass ich irgendwie nichts wirkliches anfangen kann. Obwohl ich ja schon gewohnt bin, dass sie zu spät kommt und locker derweilen noch Wäsche aufhängen, einen Brief schreiben, meine Nachmittagskurse vorbereiten könnte. Aber wetten, wenn ich jetzt in den Keller gehe, die erste Wäscheklammer in der Hand habe - dann läutet es.
(Gestern übrigens 7 1/2 Stunden allein im Laden - danach war ich sooo kaputt. Kreuz und Beine. Bin ich froh, dass ich sonst nur 5 Stunden dort stehe und laufe und räume und verkaufe.)
So Familiengeschichten
lese ich immer wieder mal ganz gern. River von Donna Milner hat mich durch die letzten Tage begleitet und mich gefesselt.
Ein idyllisches Familienleben auf einer Farm in Kanada, nahe der Grenze zu USA zur Zeit des Vietnam-Kriegs. River - ein Kriegsdienstverweigerer aus USA - wird als Farmarbeiter eingestellt und wohnt auch dort. Er ist eine Bereicherung und alle werden Freund mit ihm oder verlieben sich in ihn. Was in der Folge zu etlichen Ereignissen und Verwicklungen führt, die die Familie auseinander brechen lassen. Die Geschichte wird in Rückblenden erzählt, aus der Perspektive der Tochter, die sich auf dem Weg zur Farm befindet um das Sterben der Mutter zu begleiten. Am Sterbebett findet auch die Familie wieder zusammen.
Ich konnte gut eintauchen in die Geschichte und manches hat mich sehr angerührt. Lesefutter.
Orange
Monatsfarbe fürs verstricken aus dem Vorrat ist Orange. Da gab es zwei im Knäuel gefärbte Stränge Merino-Wolle, die ich sicher nicht für Socken verwenden würde und wegen der Farbe auch nicht in ein Tuch verwandeln würde. Für welchen Zweck habe ich eigentlich diese Wolle gefärbt?
ravelry ermöglich ja eine komfortable Suche - Wollstärke und Lauflänge eingeben, eventuell noch eine Einschränkung wie z. B. das Alter - und schon erscheinen in der Regel seitenweise Modelle. Ich habe mal auf Baby und Kind beschränkt und so kam ich zum Little Sister Dress. Klare und einfache Anleitung für ein Baby/Kleinkind-Kleidchen ganz ohne Naht. Genau richtig für diese Wolle.
Da ich ja in zwei Knäueln gefärbt hatte und diese Knäuel-Färbungen ja sehr an Farbintensität variieren habe ich gleich mit beiden Knäueln gestrickt. So habe ich durch einen Fadenwechsel in jeder Reihe einen recht gleichmäßigen Farbverlauf erreicht.
Das Garn war fürchterlich zu verstricken - die vielen Fäden sind extrem schlecht verzwirnt und spalteten sich ständig. Dass ich auch nur eine alte, wirklich alte, Metall-Rundnadel in der gewünschten Stärke zur Verfügung hatte, deren Spitze irgendwie rau ist, machte die Sache nicht besser. So wurde ein Strickstück, dass eigentlich unkompliziert nebenher läuft zu einer Aufgabe, die hohe Aufmerksamkeit erforderte.
(Nadeln und restliche Wolle landeten übrigens bereits im Müll...)
Das Ergebnis gefällt mir - es ist ein nettes Kleidchen für ein ca. 18 Monate altes Kind geworden. So wie es aussieht und auch viele zum Modell schreiben, kann es lang getragen werden - erst als Kleid, dann als Pullunder. Der Farbverlauf gefällt mir und für ein Kind finde ich dieses leuchtende Gelb-Orange auch sehr geeignet.
Fakten:
Merino-Wolle zum Selbstfärben von der Maschenschmiede; gefärbt im Knäuel mit Ashford und Ostereierfarben. Nadeln 2,5
Modell Little Sister Dress; 18 Monate
Verbrauch: 160g
14.2.11
10 Tage
seit dem letzten Eintrag. Gefüllt mit:
- allmählich wieder auf die Füße kommen; ein Besuch im Sportzentrum offenbarte die Konditionskatastrophe - deshalb morgen ein Trainertermin, der den Trainingsplan auf Vorderfrau bringt und damit hoffentlich die darniederliegende Kondition wieder auf Touren.
- vielen zu Hause verbrachten Abenden, statt einen Ball, den Tango-Argentino-Abend, Chor und Kino zu besuchen. Erholung tat einfach not und die Arbeit hat gereicht, mich zu erschöpfen. Blöde Grippe!
- Arbeit und einer Fortbildung - und diesmal durfte ich als Referentin dabei sein. Was ganz wunderbar geklappt hat, auch die Zusammenarbeit mit der Kollegin und - wie erwartet -ganz viel Spaß gemacht hat.
- leckerem Essen beim Griechen, das mit einem Schlag den krankheitsbedingt erzielten Abnahme-Erfolg zunichte gemacht hat. Kostenloses Nachspeisen-Büffet, ungriechisch mit Profiteroles und anderen feinen schokoladehaltigen Verführungen - unmöglich zu widerstehen.
- Kochvergnügungen - wenn der Rest der Familie was anderes isst, kann ich die Reste aus dem Gemüsefach nach eigenem Geschmack und Gutdünken nur für mich zubereiten - sehr fein, sehr asiatisch, ziemlich scharf.
- dem Verstricken einer selbst gefärbten Merino-Wolle, die einfach gruslig ist - der Faden spaltet sich ständig und deshalb erfordert das Strickwerk - eigentlich ein easy-peasy Baby-Kleidchen - mein ganzes Augenmerk. Es ist fast fertig - zum Glück auch die Wolle fast aufgebraucht und der verbleibende Rest wird gnadenlos entsorgt.
- grünen Haaren. Der Mittlere Sohn. Die mit solchen Färbeexperimenten erfahrene Freundin bleichte den langen Haarschopf auf der Mitte des Kopfes zuerst und verwandelte ihn dann mit Hilfe einer Paste in einen grünen Haarschopf. Zeigen darf ich es nicht, aber es sieht gar nicht schlimm aus. Hab ich schon mal erzählt, dass dieser Sohn sich schon immer leidenschaftlich gern verkleidet hat?
- mehrmals Cellostunde - und ja, ich mache Fortschritte. Und es macht richtig Spaß, obwohl ich eigentlich nur Übungen und Tonleitern spiele. Systematisches Üben, wie damals vor Urzeiten bei meiner ersten Klavierlehrerin. Ich habe es auch damals irgendwie schon gemocht. Chaotisch wie ich bin verhilft mir diese Struktur von außen zu innerer Ordnung. Habe ich wohl damals schon erkannt.
- fleißigem Lesen. Fachliteratur über Bewegungsentwicklung, Spielverhalten, Handlungsebenen, Gehirnentwicklung. Mit viel Freude wieder im Remo Largo herumgelesen. Einiges Halbwissen und Restwissen wieder vervollständigt, verschüttetes hervorgeholt und einiges ganz neu erfahren.
4.2.11
Scheusslichkeiten
...diese Socken. Aus einer Trekking Hand Art Karibik. Ich fand die Farben im Strang schrill, aber vielversprechend. Verstrickt sind sie einfach hässlich. Die Wolle an sich ist aber sehr angenehm - weich für Sockenwolle.
Naja, wandern in die Verkaufskiste. Irgendjemand findet sie sicher gut genug für seine Füße.
Hoffentlich letzter Arztbesuch heute, mit erstaunlich langer Wartezeit trotz Privat-Patienten-Stuhl. Und ausgerechnet heute hatte ich kein Strickzeug dabei, weil die Socken ja grad schon fast fertig waren und auf die schnelle nix unkompliziertes greifbar. An der Lungenentzündung vorbeigeschrappt, bitte noch schonen übers Wochenende.
Na gut. Ich merk auch so, dass die für morgen geplant durchtanzte Nacht wahrscheinlich noch nicht geht. Sehr schade...
3.2.11
Strickwerk
So Tage auf dem Sofa, an denen die Hände und der Geist nichts wirklich anspruchsvolles zustande bringen, eignen sich hervorragend um diese zu 98% fertigen Strickstücke endlich ganz fertig zu machen.
Das wohl Älteste Ding im Strickkorb war der Schal "Vision of Delight". Fertig gestrickt schon im November 2008! Seitdem liegt er entspannt hier herum. Weil er mir nämlich nicht gefällt. Also für mich nicht gefällt. Aber vielleicht gefällt er ja jemand anderem - jedenfalls habe ich ihn jetzt endlich gespannt. Die Wolle ist einfach wunderbar - ein federleichtes, weiches Nichts, ein Hauch von einem Schal, schöne Farbe, das grau mit ein paar dunkleren Tönen drin, die leicht ins bläuliche gehen. Ich habe auch wirklich gleichmäßig gestrickt, damit bin ich sehr zufrieden. Aber die Musterung ist einfach nicht meins - vor allem die große Raute in der Mitte. Und der Schal ist relativ kurz - es ist eben einfach ein Schal, kein Shawl zum drin einwickeln. Kurz und gut, ich weiß nicht so recht wie und wozu ich ihn tragen soll.
Falls also jemand Gefallen dran findet - einfach ein Tauschangebot machen.
Dann waren da noch die diversen Babyjäckchen. Es fehlte ein Band zum durchziehen und diverse Knöpfe, ein paar Fäden zu vernähen, eine Häkelkante.
Endgültig fertig sind jetzt diese drei. Die Knöpfe an der Weste gefallen mir besonders gut.
Und dann habe ich zum ersten Mal ein Muster testgestrickt. Für Martina, die schon mit einigen Tüchern bekannt ist, ihr Sockenmuster Knotzo.
Gerade mit Anleitung für Socken gehe ich sonst recht lässig um - ich eigne mit das Muster an und pass den Rest auf mein übliches Sockenrezept an. Aber diesmal war ja die Prüfung der Einzelheiten das Thema. Zudem werden diese Socken Toe-up gestrickt, was ich bisher nur einmal gemacht habe, und das ist schon ziemlich lange her.
Das Muster ist super beschrieben - ein wirklich tolle Anleitung. Und für mich die Erfahrung -mit magic cast on und surprisingly strechy bind-off gelingen Spitze und ein wirklich elastischer, aber nicht labbriger Rand ganz hervorragend. Die Fersenvariation gelang ebenfalls problemlos und die Wickelmaschen ohne Löcher - ich bin sehr zufrieden. Trotzdem - was der Vorteil der Toe-up-Socken ist, erschließt sich mir nicht wirklich.
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Orange
Ein Abendessen, ganz in Orange: Süßkartoffeln, Kürbis, Karotten, Paprika. Nur eine Zwiebel dazu. Alles in Olivenöl mit arabischen Gewürzen und Kreuzkümmel wenden. Im Ofen backen. Dazu Quark mit frischen Kräutern.
So lecker.
Ich habe wieder Spaß am Essen!
(Meine verbliebenen Söhne an diesem Essen nicht. Sie schoben kurzerhand die TK-Pizza mit in den Ofen. Wie gut - dann habe ich morgen noch mal ein Mittag- und ein Abendessen.)
hinter der Tür
Sonne anbeten.
Füße auf sonnenwarmen Kacheln.
Hände auf sonnenwarmer Glasscheibe.
Sonne im Gesicht. Wärmt. Leuchtet.
So lang vermisst.
31.1.11
Mosaik
So ein Fotomosaik wollte ich erstellen - aber die Software, mit der ich das schon mehrmals erfolgreich erledigt habe, ist ins Nirwana verschwunden. Die Fotos liegen noch auf der Kamera, denn das Übertragungskabel Kamera-Laptop ist ebenfalls unauffindbar. Also keine Fotos.
Tagesmosaik.
Arztbesuch. Denn Frau Strickwerk ist noch einigermaßen schlapp. Sehr schlapp sogar. Beim Arzt wartet sie in einem extra Bereich mit roten gepolsterten Stühlen. Frau Strickwerk ist nämlich privat versichert. Und das ist neu und ihr eher unangenehm. Also nicht privat versichert zu sein, aber so einen extra Wartestuhl zu bekommen. Andererseits sehr angenehm, nicht lange warten zu müssen, wenn man eh dauernd das Gefühl hat, vom Stuhl zu kippen. Das dürfte allerdings auch für ganz gesetzlich Versicherte angenehm sein.
Leichtes Fieber stellte der Doc fest. Lungen frei, aber Husten "na, ich hör schon" - fest und zäh und laut und tief. Blutbild bitte - mehrfach stechen, wie immer, wie schön. Der Ausweg Handrücken war dann doch keiner, aber dafür ist die Ader dort jetzt durchstochen. Frau Strickwerk schaut ja nie zu, weshalb die Arzthelferin sie durch begeisterte "es läuft"-Ausrufe bis "jetzt kommt schon wieder nichts mehr"-Statements teilhaben ließ. Die Verordnung von 800er Ibu schraubte sie gleich auf 400er runter - sonst nur mal ein Aspi gewohnt fürchtete sie den totalen flash. Codein ließ sie in der Apotheke im Austausch gegen einen pflanzlichen Schleimlöser. Ja, eigenwillig. Frau Strickwerk schätzt den Arzt sehr wegen seiner Diagnostik. Seinen medikamentösen Verordnungen vertraut sie weniger. Zumal er immer das gleich verordnet.
Der Beste Ehemann erholt sich schneller - vielleicht dank des höheren Fiebers zu Beginn der Erkrankung? Jedenfalls war er heute fit genug, nach Visselhövede aufzubrechen. Er überlässt Frau Strickwerk einen halbwegs geordneten Haushalt, volle Wäschekörbe und zwei halb- bis großwüchsige Söhne zum Hüten. Frau Strickwerk ist allerdings schon ein wenig überfordert damit, sich selbst zu hüten und den übrigen Anforderungen eher nicht gewachsen. Darauf nimmt das Leben leider grad keine Rücksicht.
Hier herrscht grad eine eher düstere Stimmung - es dämmert noch mehr als den ganzen Tag schon, die Laune ist verhangen, der Kopf nicht aufnahmefähig für die Inhalte, die bis zum Wochenende sitzen sollen. Die Finger wollen nicht stricken und auch nur ungern schreiben (danke Korrekturhilfe, sag ich nur) und Frau Strickwerk nicht unbemannt zu Hause sein.
Alles blöd grade.
30.1.11
.
Während wohl im restlichen Deutschland die Sonne strahlt, hält hartnäckiger Nebel seinen Schleier über uns, aus dem es hin und wieder auch fein und weiß heraus rieselt. Frühmorgens war alles weiß bestäubt, auch die kahlen Äste der Bäume - gespenstisch schön im Dämmerlicht vor grauem Himmel.
Und es ist kalt kalt kalt. Die Amseln sitzen zu einem dicken Ball aufgeplustert im Baum - sie sehen so richtig verfroren aus.
Ich lechze nach frischer Luft. Öffne fast stündlich die Tür, nehme eine Brise frische kalte Luft, die postwendend einen Hustenanfall auslöst und gepaart mit einem Schweißausbruch die Lust auf einen (langsamen) Spaziergang im Keim erstickt. Also Tür wieder zu, zurück aufs Sofa. Wird beim nächsten Gefühl von Sauerstoffmangel wiederholt.
Die Gliederschmerzen haben sich fast vollständig verzogen, der Kopf ist zwar noch schmerzend, aber wieder ziemlich klar. So kann ich mal Zeitschriftenstapel durchblättern und ausmisten. Die Socken weiter stricken. Mit dem Jüngsten Sohn ein Gespräch über Lernen führen, das zwar ein gutes Gespräch war, aber ohne das erwünschte Ergebnis (Einsicht, Lerneifer, Lernplan erstellen, sofort! an den Schreibtisch setzen und intensiv Mathe lernen) blieb. Dafür blieb die Atmosphäre entspannt - und wer weiß um die späten Nachwirkungen solcher Gespräche.
Zum Fotografieren fehlt mir noch die Energie. Morgen dann ein Foto von den orangenen Socken. Sommer-Vorfreude.
29.1.11
Krank zwei
oder auch zwei sind krank. Der Beste Ehemann hütet jetzt auch das Bett abwechselnd mit dem Sofa.
So malade war ich schon lange nicht - den quälenden Husten begleiten Kopfschmerzen, was in Kombination so richtig angenehm ist. Dazu Gliederschmerzen, besonders ausgeprägt in der linken Hüfte, was jede Art von Sitzen und Liegen unbequem macht. Gänsehaut und Frieren wechseln mit ausgeprägtem Wärmegefühl. Appetitlosigkeit - ein bei mir seltenes Symptom, das auf jeden Fall auf schweren Krankheitszustand hindeutet. Dazu Schwäche und ein völlig benebelter Kopf, der nur beschränkt einsatzfähig ist.
Lesen geht nicht, weil ich nicht verstehe, was ich da lese. Film schauen auch nur eingeschränkt - das was mir sonst so gefällt, ist mir grad zu schwierig, zu spannend, zu aufregend. Beim Hörbuch schlafe ich ein, was ja nicht schlecht ist - bis der iPod leer ist.
Der Fernseher gibt ja glücklicherweise jede Menge Blödsinn von sich, mit dem ich völlig unvertraut bin. Aber heute gab es Anwälte, Talkshow, etwas Wintersport und vier Folgen "dahoam is dahoam".
Dazu gibt es Hühnersuppe - war zum Glück im Gefrierschrank - für mich Obstgläschen von Hipp, leckeren Hustentee, viel Wasser, zwischendurch, wenn ich die Geduld verliere, ein Aspirin oder Paracetamol.
Wir werden den Tag schon rum bringen und die Nacht auch irgendwie. Und morgen ist dann alles besser...
(Stricken geht auch nicht, Spinnen erst recht nicht - der Körper sagt wohl grade "Pause")
28.1.11
Auf dem Sofa
Der Jüngste Sohn hat mir seine Erkältung umgehängt. Jetzt halbliege ich hustend auf dem Sofa, gar nicht so böse über den geschenkten freien Tag, aber echt genervt von der Husterei.
Nutzen werde ich die Zeit für ein wenig nachschlafen, ein Teststrickprojekt in sommerlichem Orange und das Studium diverser Bücher über Bewegungsentwicklung in Vorbereitung auf ein Seminar. Dazu gibts Hustentee.
Zeigen kann ich jetzt immerhin mal ein Paar Babyschuhe und ein Stirnband - die fertigen Socken noch nicht, denn die sind für eine Wichtelaktion und bleiben noch verborgen.
Tiny shoes von Ysolda - ich mag diese Designerin sehr - aus einem Rest Sockenwolle von handgefaerbt.com. Sie wiegen genau 9g und ich finde sie richtig niedlich. Einfacher und schneller gestrickt als saartjes bootees werden das wohl die Mädchen-Baby-Schuhe der Zukunft.
Und im Zuge der Resteverwertung wurde aus den letzten Metern der lila Cora von online ein Stirnband für mich: Calorimetry. (Den wirklich allerletzten Rest habe ich dann tatsächlich entsorgt....).
23.1.11
Über Kinder
Ein kleiner Videofilm der Unfallkassen erreichte mich heute und hat mich in seinen Bann gezogen. Was darin gesagt und gezeigt wird hat ganz viel mit meiner Arbeit zu tun und mit einer Haltung gegenüber Kindern, die mir zutiefst wichtig ist.
Der Film dauert ein bisschen, aber wie in meinen Gruppen kann ich mich gar nicht satt sehen am Tun der Kinder. Wer Lust hat und ein bisschen Zeit - hier ist der Link.
Und nicht abschrecken lassen vom Vorspann, der so langweilig altmodisch daher kommt...
Sonntag
Ein bisschen länger schlafen. So richtig lang schlafen geht irgendwie nicht mehr. Alterserscheinung wahrscheinlich.
Der Jüngste Sohn auch schon wach. Der Beste Ehemann sowieso. Ein angestrengtes gemeinsames Frühstück, weil der Jüngste Sohn seine Laune pflegt und schweigt.
Strickend den Vormittag verbracht. Ein Paar Babyschühchen, ein Stirnband. Beides fertig gestellt. Resteverwertung - befriedigend. Die immer noch verbleibenden kleinen Reste als unverwertbar kategorisiert und weggeworfen. Das geht - immer besser sogar.
Mit dem Jüngsten Sohn zum Jugend-musiziert-Wettbewerb gefahren - erste Ausscheidung Drum-Set Pop - er begleitet einen genial die Sticks führenden Mitschüler auf der Gitarre. Inzwischen spricht er auch wieder. Lebhaft sogar. Fast alles klappt, die beiden spielen wunderbar zusammen, nur beim Stück mit Playback bleibt die CD hängen. Aber der Drummer hat die Ruhe weg und eine Kopie der CD dabei, so dass er einfach mitten im Stück wieder einsteigen kann - bewundernswert und allein dafür muss er eigentlich schon extra Punkte bekommen.
Wieder daheim hat der Beste Ehemann fast fertig gekocht und alle Söhne samt fast allen Freundinnen sind eingetroffen. Der Mittlere Sohn hat einen Clown gefrühstückt, der Älteste erzählt vom neuen Job, die beiden kommen sich in ihrer Lebhaftigkeit immer mal wieder in die Quere und irgendwie bin ich froh, als nach zwei Stunden die einen nach Hause gehen, die anderen in ihre Zimmer verschwinden und das Wohnzimmer wieder ruhig und leer ist.
Ich genieße beides - die Lebhaftigkeit, die Buntheit der drei und ihrer Partnerinnen - sie sind wirklich so verschieden. (Der Älteste Sohn fragt manchmal, was bei den beiden Brüdern schief gelaufen ist, dass sie so anders sind als er...). Aber auch die Stille, wenn keiner da ist. Es ist gut so, dass die Kinder nicht immer um uns bleiben. Und dass wir merken wann die Zeit reif wird, sie ihrer Wege gehen zu lassen. Dauert noch ein bisschen bei den beiden Jüngeren, bis es endgültig so weit ist, aber sie sind bereits auf dem Weg.
Jetzt: Tee, warme Kirschkerne im Rücken (noch nicht wieder ganz gut, leider), ein neues Projekt auf den Nadeln (noch einmal Reste) und Tatort im Fernsehen - so klingt der Tag wunderbar aus.
22.1.11
Sport
und Stufenlagerung.
Irgendwas habe ich heute falsch gemacht und jetzt motzt der Rücken. Stiche im Kreuzbein sind echt unangenehm.
Also: Stufenlagerung und warme Kirschkerne auf den Bauch.
Toll.
21.1.11
Hören
Weil die Weiterbildung heute überraschend ausfiel mit dem Besten Ehemann spontan schnell noch "Jugend der Moderne" in der Villa Stuck besucht. Ich mag ja Jugendstil und Art Deco. Am liebsten Geschirr, Gläser, Kerzenständer und so Gebrauchsdinge. Und einige Möbel.
Da gibt es auch einiges zu sehen - und daneben noch viele Bilder. (Nur noch bis Sonntag)
Es war ziemlich voll. Und heute ging es dem Besten Ehemann wie mir so oft - das dauerhafte Gemurmel der zahlreichen Besucher, wie Brummen im Hummelstock, hat ihn richtig angestrengt. Erst gestern Abend sprachen wir darüber und er konnte das so gar nicht nachvollziehen:
Chorprobe Montag Abend. 40 Menschen in einem leicht überakustischem Klassenzimmer. Alle reden in gedämpftem Ton miteinander, flüstern, murmeln. Ein Gesaus, Gebraus und Gebrummel in meinen Ohren, meinem Kopf. Über das dauerhafte Grundgeräusch hinweg versucht der Chorleiter Ansagen zu machen, gibt Töne, spielt Klavier, singt vor. Manche zischen jetzt - was keineswegs zu mehr Ruhe führt. Einzelne singen schon mal leise vor sich hin. - Ja, ein undisziplinierter Haufen.
Und es strengt mich an. Es strengt mich über die Maßen an. So sehr, dass mein Stress- und Ärgerpegel nach 20 Minuten im roten Bereich liegt. Im Geist formuliere ich bissige Bemerkungen, mahnende emails, ein verärgertes Statement. Am Ende der Probe verlasse ich fast fluchtartig die Schule.
Dabei: will ich mich an der Gemeinschaft freuen, beim Singen ausspannen und mich sammeln. Habe Lust Neues zu lernen, aber keine damit jede Stunde wieder neu anzufangen, weil ein großer Teil sich nicht mehr erinnert (weil ja nur gequatscht und nicht aktiv und konzentriert mitgearbeitet). Besonders pikant: etwa 20-25% der Chormitglieder sind Lehrer! und die "schwätzen" am ausdauerndsten und mit dem wenigsten Respekt vor ihrem Kollegen Chorleiter. Denn ja, ich finde es eine ausgesprochene Respektlosigkeit, wenn jemand etwas anleitet oder vorträgt einfach ständig mit seinen Nachbarn zu reden.
Ich habe mir jetzt noch drei Chorproben gegeben. Stillhalten und Beobachten. Meinen Ärger sammeln. Wenn sich nichts verändert meiner Verärgerung und meinen Wünschen nach Veränderung in einer noch nicht gewählten Form Ausdruck geben. Und wenn alles so bleibt wie es grade ist vermutlich auch diesen Chor verlassen. Schade. Aber so macht das für mich keinen Sinn mehr.
(Und das war nicht immer so. Irgendwie hat es sich im Laufe des letzten Jahres immer mehr in diese Richtung verschoben und ich wundere mich wirklich, dass ich offenbar die einzige bin, die darunter leidet.)
16.1.11
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