31.1.12

Dienstag

Ich sitze am Tisch, im Hintergrund läuft Simpsons, der Jüngste Sohn fläzt auf dem Sofa, der Mittlere Sohn in seinem Zimmer auf seinem Bett - und alle haben ihren eigenen Apfel dabei.
Der Beste Ehemann im übrigen auch, aber der ist mit "Ehemaligen" beim Chinesen.

Ich habe für mich auch asiatisch gekocht - richtig viel Gemüse mit wenigen Nudeln, sehr sehr fein. Und  habe jetzt den ganzen Topf leer gegessen (weil der Jüngste Sohn dann lieber Müsli isst...) - hmmm.

Der Tag: heute hatte ich frei.
Also wieder Zeit für ausführliche Zeitungslektüre. Und aus der halben Stunde am Spinnrad wurde eine ganze.
Dann habe ich meinen Strickkram sortiert - Nadelspiele zusammengeordnet und mir mal einen Überblick über vorhandene Größen verschafft. Sockenanleitung, Wolle und Nadelspiel für die SchwieMu zusammengestellt, Wolle für die Fertigstellung des Multnomah gesucht - der Amazonas hat nicht mehr fürs Abketten gereicht.

Woll-Kuchen gewickelt:
Aus Wollmeise Unglücksraben
Dibadu Funnies Cluster 56


und der versponnenen und verzwirnten Eisprinzessin und ihrer Vermählung mit dem Winterprinzen




Dann habe ich festgestellt, dass die wunderschöne Marlene-Socke nicht über meinen Fuß passt! Um die Ferse rum ist es einfach zu eng. Enttäuschung! Trotzdem - sie werden einfach so fertig gestrickt. Dabei überlege ich, wem ich sie gerne schenken würde - oder sie werden vertauscht. Das Stricken macht einfach riesig Spaß, aber die ewig verschränkten Maschen kosten schon ein bisschen Mühe und ich will nicht den ganzen Socken wieder auftrennen. Irgendjemand freut sich bestimmt darüber.

Im großen Tauschpaket fertig getauscht und alles wieder eingepackt.
Einen Wollverkauf versandfertig gemacht, Buch ebenfalls.

Gesponnen, gesponnen gesponnen - und jetzt ist der Winterprinz auch fertig verzwirnt und wässert gerade.

Irgendwann zwischendrin eine Runde flott spazieren gegangen und trotzdem gefroren - ich war einfach immer noch zu dünn angezogen.

Zwei Radio-Tatort gehört.
Ein bisschen im "Friedhof in Prag" gelesen.
Eine Sendung über Pränataldiagnostik angeschaut (3sat nano extra). Nachdenklich, sehr nachdenklich danach. Und ein wenig  - empört? wütend? entsetzt? Traurig auf jeden Fall. 
Ich weiß, ein schwieriges Thema, mit vielen vielen Aspekten. Es geht mir auch nicht darum, eine Einstellung oder Handlung zu verurteilen. Es ist einfach meine ganz persönliche Vorstellung von Leben, die da ins Wanken gerät.
Es wird nicht einfacher, wenn die Tests immer einfacher werden und dann auch immer selbstverständlicher angewendet werden. 


30.1.12

Montag - Tagebuch

Ungewöhnlich früh und vor dem Wecker aufgewacht.
Mal wieder etwas intensiver Zeitung gelesen. Und trotzdem noch ein wenig Zeit am Spinnrad.

Der Beste Ehemann fährt mich in die Stadt - wie angenehm.

Im zweiten Kurs ist ein Hospitantin da - entweder habe ich es vergessen oder sie war nicht erneut angekündigt (den Termin vor zwei Wochen hatte sie wegen Krankheit abgesagt). Macht aber fast nichts. Denn meine Verabredung habe ich zum Glück mit Zeitpuffer geplant und kam dort trotz Nachgespräch mit der Hospitantin knapp rechtzeitig an.

So ein nettes und gemütliches Café direkt ums Eck der Bibliothek in der ich während der Schließungszeit meiner StammBiB gearbeitet habe! Schade, dass ich es erst jetzt entdeckt habe. Das Stück "Death by chocolate" war riesig und kaum zu bewältigen. Wie gut, dass ich vorher nichts gegessen hatte.

Nach Hause mit U-Bahn und Bus und Radio-Tatort auf den Ohren. Ankommen im fast leeren und stillen Haus. Jetzt aber grade mit Schlagzeug üben und Singen beschallt. Ich strick ein bisschen an Marlene


und zähle die Schlingen der versponnenen und verzwirnten Eisprinzessin und der Vermählung mit dem Prinzen. Kein Bild, weil viel zu dunkel. Aber ich bin ganz zufrieden mit dem Spinnergebnis, ausgewogenes und relativ weiches Garn, Lauflänge bei beiden ca. 300m/100g.

Abendessen: kalt. Brotzeit heißt das bei uns. Für meinen Gemüsehunger und den Jüngsten Sohn mit Salat.

Es ist kalt und grau hier - eigentlich Wetter zum daheim bleiben. Aber ich muss dann noch mal raus zum Chor.




24.1.12

Strickwerk

Ein Paar Pulswärmer. Gestrickt aus BFL/Seacell, gesponnen auf der Anna - mit Eindeutig zu viel Drall. Mit dem Willen, richtig körnig zu zwirnen habe ich es einfach zu gut gemeint und dem Garn so viel Zwirn verpasst, dass es sich auch nach Waschen und Färben und heftigem Schlagen und Schütteln immer noch stark kräuselte - es wollte sich einfach nicht entspannen. Dem starken Zwirn entsprechend ist es auch richtig dicht - LL ca. 150m auf knapp 100g bei einer Fadenstärke zwischen 6-fachSockenwolle und DK. Von Flausch oder Weichheit kann keine Rede sein. Für um den Hals zu wenig, für eine Mütze die falschen Farben - aber Pulswärmer kann ich grad eh gut brauchen. Voilà - nicht gerade weich, aber richtig warm. Mit dem Muster der Cable Twist Socke - eine in jeder zweiten Reihe nach links wandernde Masche, Rapport über 7 Maschen. Nach oben hin übergehend in einfaches Rippenmuster. Eigentlich wollte ich spiegelverkehrt stricken - aber den zweiten habe ich dann irgendwann in der Nacht angeschlagen und erst wieder daran gedacht, als er fast fertig war. Also zwei identische Pulswärmer mit einem Gewicht von 73g.


Und dann gleich angeschlagen aus eine alten Wollmeisen-Schatz: Multnomah. Inzwischen bin ich ziemlich am Ende des nicht mehr ganz vollständigen Knäuels und bei der 7. Wiederholung des Feather-and-Fan-Musters. 

Das flutscht grad. Gutes Hörbuch (Tribute von Panem) und spannende DVD (24 hours) zwingen mich aufs Sofa mit Stricknadeln oder ans Spinnrad....

21.1.12

Winter-Wunder-Welt

für kurze Zeit bei uns. Gestern Abend begann es zu schneien und innerhalb kürzester Zeit verbargen mindestens fünf Zentimeter nasser schwerer Schnee alles unter einer dicken weißen Haube. Auf dem Heimweg vom Stricktreff kam ich aus der U-Bahn in eine stille weiße Welt, durfte mein Auto ausgraben und dann im Schleichtempo über tief verschneite und noch nicht geräumte Straßen heimfahren.
Alles wie verzaubert.

Auch wenn ich lauthals verkündet habe, ich bräuchte keinen Schnee mehr - diese Wunderwelt nimmt mich immer wieder gefangen. Kindheitsgefühle, Märchen - ach ich weiß auch nicht.

Heute früh wars dann ganz schnell vorbei mit dem Märchen. Bevor ich noch richtig in Gang gekommen war, bevor ich warme Jacke, wasserdichte Schuhe und Foto an mir hatte - verwandelte sich der sanfte Schnee in Regen und alles zerfloss in Matsch und Pfützen.

Deshalb kein Bild meines Winter-Zaubers. Aber ich bewahre es im Herzen - denn jetzt finde ich schon wieder, wir brauchen nicht noch mal Schnee...

18.1.12

Spinn-Vorrat

Ein Spinnrad braucht Futter - tatsächlich spinne ich auf dem Rad um ein Vielfaches schneller als auf der Handspindel. Und ich spinne tatsächlich täglich, während es mit der Handspindel lange Spinnpausen gab. Also könnte es - sehr theoretisch - passieren, dass ich plötzlich keine Spinn-wolle mehr habe...

Heute kam Nachschub. Von dibadu, wo ich ein Abo für ein Jahr bestellt habe. Und von Melinoliesl, die wieder so unwiderstehlich schön gefärbt hat.

 dibadu "Tag", BFL/Mohair

 dibadu "Nacht", BFL/Seide

 Melinoliesl Theklas Reich, BFL/Bambus

 Melinoliesl  "De witte Hof op de Warft", BFL/Bambus

Melinoliesl "Winterbunt", BFL

17.1.12

Hmmm...

Beim letzten Tatort-Wichteln habe ich ein Glas Backmischung für Brownies bekommen. Die sind sooo gut. Ich muss unbedingt nach dem Rezept fragen.


15.1.12

Strickwerke



 die ersten Stinos des Jahres
Schoppel Admiral Druck
Größe 38/39


Julekuler. Auch ich bin dem Hype erlegen. Den roten habe ich heute erst ausgestopft und allen fehlt noch die Schlaufe zum Aufhängen...

Pulswärmer als Ergänzung zum Cowl fürs Patenkind aus der restlichen handgesponnenen Wolle 

... und ein paar Stränge zu Knäueln gewickelt. Der oberste ist ebenfalls handgesponnenes Garn und dann in gesponnenem Zustand gefärbt. Es hat reichlich (zuviel) Drall und wird demnächst ebenfalls zu Pulswärmern verarbeitet.

13.1.12

12 von 12 am dreizehnten

Mit Verspätung, weil gestern war noch Arbeitsgruppe und Chor und ich viel zu spät daheim. Aber schon lange wollte ich mal wieder bei Frau Kännchens Aktion mitmachen.

 Frühstück - wie immer, Tee, Schaftasse, Zeitung

 Aha. Wird gleich erledigt...

 ... prima

 Spinnmeditation mit der Eisprinzessin

 Ein bisschen Vorbereitung auf Arbeit und Arbeitsgruppe

 Rechnungen zahlen

  ein Übrigbleibsel

 unterwegs in der Sonne

 zum Snack im Laden, die Quiche wird grade warm gemacht

 frisch vom Friseur

 auf dem Weg zur Arbeit - neues Graffiti

noch ein Übrigbleibsel nach getaner Arbeit und dem Aufräumen 

11.1.12

Irgendwas bleibt immer

hängen - dieses Jahr wars der kleine blaue Weihnachtsmann, den wir am Baum vergessen hatten. Aber bevor der reichlich trockene Baum auf die kalte Terrasse umgezogen ist, haben wir ihn entdeckt und zu seinen schmückenden Geschwistern in die Schachtel gepackt. Als letztes Relikt kleben noch zwei Sterne an Fenster und Tür.

Merkzettel: Ende November dringend Pyramidenkerzen besorgen (ø17/100) und neue Transparentsterne falten.

Entweihnachtet, auch hier. Der Alltag erobert uns zurück.

Umzug

Da hier mittlerweile alle Familienmitglieder ein Laptop besitzen und selbst ich mehr oder weniger ausschließlich daran arbeite, ist der große iMac etwas überflüssig geworden. Dacht jedenfalls der Beste Ehemann. Aber die beiden Söhne reklamierten ihn für ihr neues Projekt - ein "Aufnahmestudio" im "Arbeitszimmer" des Mittleren Sohnes.
Das Arbeitszimmer zeichnet sich durch die Anwesenheit eines Schreibtischs aus, der als solcher nur in seltenen Fällen genutzt werden kann, aber prima als Ablage für alles möglich ist. Gestern wurde aufgeräumt und rumgeschoben, Bretter gesägt, Löcher gebohrt und geschraubt - fertig ist eine durchgehende Fläche, auf der der iMAc steht, das Fenster trotzdem aufgeht und darunter viele Schubladen Platz haben, in denen Kabel, Mikrofone, Noten usw. verstaut werden können (und zumindest im Moment auch werden).

Ein richtiges Studio ist es nicht, denn es ist nicht gedämmt. Trotzdem wird es funktionieren, denn bisher haben sie - oder vor allem der Jüngste Sohn - an dem Arbeitsplatz in unserem Schlafzimmer aufgenommen. Das gehört jetzt wieder ganz uns, denn ohne iMAC dort ist es nicht mehr attraktiv. Der Schreibtisch dort kann deutlich verkleinert werden, der Drucker einen neuen Platz finden, denn er kann per WLAN eh von überall her angesteuert werden. Neue Möglichkeiten!

Ich hätte dort gern den schönen alten Schreibtisch der Oma. Und wieder einen Sessel.

Umzug 2 - da der iMAC jetzt in Söhne-Hände übergeht, ziehen alle meine Dateien von dort auf mein macbook. Das war eh schon lang fällig. Und da - wie im wirklichen Leben - natürlich nicht regelmäßig aufgeräumt und ausgemistet wurde, verbringe ich heute viel Zeit damit, Bilder und Dateien zu löschen oder aufzuräumen und dann in ordentliche Pakete verpackt in ihr neues Zuhause zu bringen.

Zur Eisprinzessin

muss unbedingt etwas dazu. Als ich heute morgen so an ihr herumgezupft und gesponnen habe wurde mir klar, dass diese Wolle einen Partner braucht, einen Prinzen sozusagen. Denn egal wie ich zwirne - dieses Garn wird mir farblich nicht gefallen. Eine einfarbige Ergänzung in einer schönen Prinzenfarbe, einem dunklen Petrol beispielsweise.
Ich kaufe ja dieses Jahr möglichst keine Wolle, aber das ist ein zwingender Notfall - oder? Und außerdem hatte ich viel zu wenig vom BFL bestellt, die 500g reichen sicher nicht für die vorgesehene Jacke und überhaupt würde es wunderbar aussehen, wenn ich das reine BFL mit BFL/Seide verzwirne. Oder? Also bin ich quasi genötigt, beim Wollschaf Nachschub zu bestellen.
(Und nach mehreren Schleifen und Umwegen, mehrmaligem rein und raus, waren am Ende tatsächlich nur zwei Artikel im Warenkorb. Sehr diszipliniert!)

10.1.12

Neues Jahr

neues Glück - so sollte unser Jahr beginnen.

Der Start war grandios. Nur der Beste Ehemann und ich, ein gelungener wunderbarer Silvesterabend mit feinem Menü von uns beiden und nur für uns beide, angenehmen Gesprächen, alten und lange nicht gespielten Spielen und nur einem kurzen Aufenthalt im Freien um aufs Feuerwerk zu schauen. Wunderbar.

Die letzten Ferientage vergingen trotz guter Vorsätze etwas zu arbeiten ebenso gemütlich wie die Tage zwischen den Jahren: Besuch empfangen, Besuche machen. Stricken, Spinnen, Färben und ein wenig Lesen. Das notwendigste an Haushaltsdingen und fein kochen.

Gefärbt habe ich mit einer Kollegin, die meine Leidenschaft für Wolle und Spinnen teilt. Mein Spinnrad Anna hat seinen ersten Ausflug dorthin gemacht und sich von seiner besten Seite gezeigt.

Färbe-Ergebnis:

 Knallig
 Eisprinzessin
Am Wasser
 Am Wasser - geflochten
 Die Reste 

Gefärbt auf verschiedenen Qualitäten. Die Reste und die Eisprinzessin waren mir zu zart und ich habe sie noch einmal überfärbt - mit wenig Erfolg. Auch im zweiten Färbegang hat die Wolle die Farben nicht so richtig angenommen. Die Eisprinzessin ist eine Zicke. Nicht nur, dass die sie mit den Farben zickt - nein der Strang ist auch so verklebt, dass das Spinnen echt zäh ist. Ich hoffe, das ist bei den anderen Strängen nicht auch so...

Spinnergebnisse:

Der graue Tag am Meer ist komplett versponnen und verzwirnt. Ich habe navajo gezwirnt, um den Farbverlauf zu erhalten und bin richtig zufrieden mit dem Ergebnis. Die Wolle hat etwa die Stärke sport/DK und eine Lauflänge von ca. 270 Metern/100g. Der momentane Plan: braune Alpaka verspinnen und mit diesen beiden Farben/Wollen eine Jacke stricken.


Von der Eisprinzessin und dem ebenfalls angesponnen hellbraunen BFL gibt es noch kein Bild.

Strickergebnisse:

ein Paar Socken komplett aufgetrennt, weil die Wolle für den zweiten Socken knapp nicht gereicht hat. Es waren Kindersocken aus Resten und da habe ich mich deutlich verwogen - bzw. die Waage zu ungenau gewogen.

ein Paar Socken für das Tatortwichteln gestrickt - Wanida von Cookie A. ("Sock Innovation") aus Schoppel Admiral Ombré in einem hellen Grün mit Grau.

Socken Nr. 1/2012
Wanida von Cookie A. aus dem Buch "Sock Innovation"
für Sabine (zeena22)/Tatortwichteln
Gr. 36/37
gestrickt aus Schoppel Admiral Ombré
auf Nadeln Nr. 2,25 und 2

Für das Patenkind habe ich meine erste auf dem Spinnrad gesponnene Wolle verwendet: das Kinderlachen ist so wunderbar bunt in Genua ihren Farben. Und daraus wurde ein Cowl, inspiriert von dem Muster des Eternity Scharf (ravelry) von Michele Wang. Hat super Spaß gemacht und war blitzschnell fertig. Aus der restlichen Wolle wurden Pulswärmer und jetzt ist immer noch ein klein wenig übrig. Ich bin total fasziniert von dem Farbverlauf - schade, dass ich nicht noch mehr von dieser Färbung ergattert habe.


Gelesen:
Wenig. 
"Die Schmerzmacherin" von Marlene Streeruwitz begonnen. Und auf Seite 50 entschieden, dass ich das nicht lesen muss, weil es einfach keinen Spaß macht.

"Eva schläft" von Francesca Melandri - fast fertig. So ja/nein. Viel Südtiroler Geschichte. Eigentlich ganz interessant, aber eigentlich interessiert es mich doch auch gar nicht. Interessanter fände ich die Familiengeschichte, aber die bleibt etwas blass. Die Geschichte der Eva - irgendwie dünn. Ich würde gern mehr erfahren, über ihre Kindheit, das Leben auf dem Bauernhof, ihre Erinnerungen, ihren Freund Uli, das Leben ihrer Mutter. Da bleibt vieles dünn und an der Oberfläche. Aber ich bin noch nicht ganz am Ende, mal sehen was noch kommt.

Tja, und dann das unerfreuliche Ende der Ferien. Nicht nur, dass der Alltag wieder droht - nein, leider geht es auch meiner Schwiegermutter nach wie vor ziemlich schlecht. Der Umzug hat sie einfach ihre letzte Kraft gekostet und sie hat eine handfeste Depression. Irgendwie haben wir das alles unterschätzt und sie selbst hatte wohl irgendwie nicht mehr genug Kraft, sich ärztliche Unterstützung zu holen. So war sie am Wochenende dann völlig antriebslos, ist kaum mehr aufgestanden, hatte schon seit ein paar Tagen kaum gegessen - höchste Eisenbahn zu handeln. Jetzt ist auf ärztliches Anraten erst mal in der Klinik und ich bin eigentlich ganz erleichtert, dass sie erstmal rundum betreut ist. Und auch ganz zuversichtlich, dass sie sich bald wieder erholt.

Trotzdem - wir hatten für uns beschlossen, dass es erstmal mit Krankheiten, Umbrüchen und großen Veränderungen genug ist. War wohl noch nichts.

28.12.11

Vorsatz

Ich habe mir vorgenommen, mir nichts vorzunehmen, für diese Tage zwischen den Jahren. Das klappt nicht so ganz.

Da gibt es den Termin mit den Freunden, mit denen wir immer zwischen den Jahren spielen.

Die ganz kleine Gruppe Sangesfreudiger und Notensicherer, die sich endlich mal zum Singen treffen will - geht nur zwischen den Jahren.

Die Freundin aus Studienzeiten, auch meine Trauzeugin und die ersten Jahre mit Kind immer präsent und dann doch irgendwie aus den Augen aber nie ganz aus dem Sinn verloren. Jetzt wieder getroffen in den Bibliotheken und ein unbedingtes Wiedersehen - zwischen den Jahren.

Trotzdem bleibt noch reichlich Zeit für ungeplant zielloses Wollen und Tun.
Gestern mit Sonnenspaziergang und stundenlangem Spielen mit Jüngstem Sohn und dessen Freundin und Bestem Ehemann. Der hat nämlich ein ganz tolles Spiel für uns nachgebastelt, das wir kurz vor Weihnachten kennen gelernt haben. Und auch dem Jüngsten Sohn - der eigentlich nur Schafkopfn wollte, hat es großen Spaß gemacht. Schafkopf gabs aber dann auch noch (und ich habe satt gewonnen!)

Heute schon eine Stunde am Spinnrad verbracht und jetzt wo sich der Nebel lichtet geht's gleich noch mal raus in die Sonne. Der Nach-Weihnachtsbrief entsteht dabei im Kopf und anschließend wir er aufs Papier geworfen. Und dann - mal sehen.

Die Weihnachtstage waren sehr fein. Der Abend mit Jüngstem Sohn und Schwiegermutter recht gemütlich - weniger kurzweilig als sonst. Der erste Feiertag reich - lustig, lebhaft, erfüllend. Der zweite mit Freunden verbracht, die uns wie eine zweite Familie sind und es war so schön auch die fern lebenden Teile der Familie zu sehen.

Geschenke - reichlich. Ich habe mir eine Tasche gewünscht - und auch selbst ausgesucht. Denn Tasche ist ja richtig schwierig. Meine darf nicht zu klein sein, aber auch nicht zu schwer. Sie braucht einen  breiten verstellbaren Riemen, viele Innenfächer und Taschen und gerne auch so einen Clip für den Schlüssel. Ich wünschte mir Leder. Und ein bisschen pfiffig. Die gewählte kommt von Aunts and Uncles, ist braun mit Futter in Türkis, eckig, fasst knapp DIN A4. Ich bin sehr glücklich damit. Dazu den passenden Geldbeutel.
Und: einen Tacho und Kilometerzähler fürs Fahrrad. Wie toll! Denn der Beste Ehemann und die Nachbarin trumpfen hier immer mit ihren iPhones - wie seit sie geradelt sind, wöchentliche und monatliche Kilometerleistungen - ich kann immer nur schätzen. Bisher. Aber jetzt kann ich mithalten und fahre nicht mehr außer Konkurrenz!
Und Teeblumen und eine Glaskanne dazu. Noch nicht probiert, aber toll.

Ich habe Julekuler gestrickt, die mangels Aufhängebändern nicht am Baum hängen, sondern auf den Zweigen liegen. Letztlich konnte ich mich dem Hipe doch nicht entziehen.

Ich habe einen Socken gestrickt für eine Wichtelaktion, den ich jetzt doch wieder aufziehe. Ich bestricke diesmal kleine schmale Füße. Hin- und herprobierend, wie ich das Muster anpasse oder ein anpassungsfähiges Muster finde, entschied ich mich zuletzt für ganz kleine Nadeln. Ich denke am Fuß sitzt es dann auch passend. Aber der Schaft ist jetzt so wenig dehnbar, dass ich fürchte auch bei schmaler Ferse kann frau den Socken nicht anziehen. Also trenne ich gerade wieder auf. Und stricke neu. Schnell. Denn Versand ist Anfang Januar. Aber  Muster und Wolle machen Spaß, ich habe ja gerade viel Zeit - das wird keine Problem sein. Mehr Kopfzerbrechen machen mir die Beigaben im Päckchen, denn der Fragebogen meiner Partnerin gibt wenig her, es ist ihre erste Wichtelaktion - also gibt es da auch keine Historie - und Blog führt sie nicht. Nachfragen haben bisher auch nichts ergeben - ich stochere also -hoffentlich mit Glück - im Dunkeln.


24.12.11

Weihnachten!

Völlig übermüdet sitze ich jetzt auf dem Sofa. (Mehrere Nächte mit noch weniger Schlaf als sonst, weil einfach besseres und interessanteres zu tun war oder der Schlaf einfach nicht kommen wollte... )

Der Baum ist geschmückt, alle Geschenke eingepackt und unterm Baum, Eltern und SchwiVa besucht, die Nachbarn auch, das Fleisch für heute Abend im Ofen, alles wieder abgespült, der Tisch gedeckt. Und der kranke Beste Ehemann ist weitgehend wieder hergestellt.

Nicht: die Freundin zum Geburtstagsbrunch besucht, zwei weitere Freundinnen bewichtelt, am Friedhof gewesen, noch einen Weihnachtskuchen als Ersatz für nicht vorhandene Plätzchen gebacken, geschlafen. Egal. Wichtigstes Motto heute: kein Stress!

Jetzt: Pause!

Und dann ein hoffentlich gemütlicher Abend in ganz anderer Besetzung als sonst. Der Älteste Sohn feiert bei sich daheim mit seiner Freundin. Der Mittlere Sohn auch mit der Freundin in deren Familie. Der Jüngste Sohn ist bei uns, ein wenig weihnachts-mufflig wie immer, und die SchwieMu holen wir auf dem Heimweg von der Kirche ab. Ein bisschen traurig bin ich schon. Aber auch voller Vorfreude - wie jedes Jahr lasse ich mich einfangen von so einem lebendigen, kindlichen und - ja - einfach freudigen Gefühl. Weihnachtslieder singend laufe ich durch den Tag, wild entschlossen mir nicht die Laune verderben zu lassen. Und so wird auch der Abend gelingen.




Ich wünsche euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und schöne, friedliche und erholsame Feiertage.



18.12.11

Dinge

..."Wie Objekte weitergegeben werden, hat mit Geschichtenerzählen zu tun. Ich gebe dir das, weil ich dich liebe. Oder weil man es mir gegeben hat. Weil ich es an einem besonderen Ort gekauft habe. Weil du darauf achtgeben wirst. Weil es dein Leben komplizieren wird. Weil es jemand anderen neidisch machen wird. Vermächtnisse erzählen keine einfachen Geschichten. Woran erinnert man sich, was wird vergessen?" ...

Ich habe gerade begonnen "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Edmund de Waal zu lesen - das obige Zitat stammt aus der Einleitung. Abgesehen davon, dass mich das Buch und de Waals Art zu schreiben sehr anspricht - dieser kurze Abschnitt rastete wie ein Puzzleteil ein. Gedanken, die mich grad immer wieder bewegen - der Umgang mit den Dingen, die mich umgeben, die mir etwas wert sind, unabhängig von materiellem Wert und warum sie das sind. Und wie gehe ich, wie gehen wir damit um. Denn da sind meine Dinge. Die Dinge des Besten Ehemanns (zugegeben, nicht allzu viele). Und in diesem Jahr besonders: die Dinge der Tante, der Oma, der SchwieMu.

Bei den Verstorbenen - was war ihnen wertvoll? Was hätten sie gern an uns weiter gegeben? Und womit verbinden wir unsere Geschichten und Erinnerung? Brauchen wir die Dinge dazu? Oder können sie dinglich verschwinden und bleiben doch geistig erhalten? Und letztlich - was heben wir dann auf und was geben wir weiter - und vor allem wohin?
Bei der Tante, die so aktiv in der Tafel war, kam so eine Arte Gebrauchtwarenkaufhaus, die ganz viel "verwertet" haben - der Rest wurde entrümpelt, also weggeworfen. Was wir mitgenommen haben - zwei Wäschekörbe voll - wurde in einer Familiensitzung gesichtet und verteilt. Ein wenig Schmuck, viele Fotos, ein paar Rollenbücher (sie war beim Theater), das Bundesverdienstkreuz (das wollte dann doch keiner wegschmeissen).
Bei der Oma war eh nur noch ganz wenig da. Aber das waren Dinge, an denen sie besonders hing. Weniges - wie ihr Sessel - blieb im Altenheim. Weniges bei uns und den anderen Enkeln. Und dann auch - Müll.
Bei der SchwieMu die Verkleinerung eines Hauses in eine Drei-Zimmerwohnung! Sie selbst hat ausgesucht, welche Dinge sie begleiten, für sie Bedeutung haben. Und es wird deutlich, wie persönlich diese Einschätzung doch ist - da finde ich doch manches verwunderlich, was sie für entbehrlich hält und ebenso, was des Mitnehmens wert. Die Verteilung manchmal schwierig - wenn der einen Seite das Angebotene doch so "wertvoll" erscheint, der anderen die Bedeutung völlig unklar bleibt. Die Verständigung war da manchmal schwierig. Und wie bitter, dass hier doch fast alles Verbliebene entrümpelt wurde.

Sozusagen "drohend" der Haushalt meiner Eltern. Vollgestopft mit Erinnerungen. Meinen eigenen natürlich, aber die kann ich ja recht leicht für mich ordnen und werten. Schwerer wiegen da die Erinnerungen der Genrationen vorher, denn mein Vater verbindet so viele der Dinge, die ihn umgeben mit Geschichte und Geschichten seiner Familie. Unvorstellbar für ihn, diese Dinge zu "Hinterlassen" im Sinne von hinter sich zu lassen. Ganz wichtig ist es ihm, zu wissen, was wohin kommt, wer von seinen Kindern Möbel, Bücher, Geschirr usw. erhalten wird, möglichst mit den Geschichten dazu. Und ich spüre, wie ich mich wappnen muss. Denn ich bin anfällig für diese Dinge, mit denen Geschichten verbunden sind, die mich mit den Generationen vor mir verbinden. Und das ist ja auch schön - nicht nur davon in Büchern zu lesen, sondern selbst solche Dinge zu haben, sich damit zu umgeben.
Und ich erlebe an ihm aber auch, welche Last das werden kann, in der die Lust an den Dingen ganz verschwindet. Wenn dann nämlich das Geschirr nicht benutzt werden darf, damit nichts kaputt geht. Wenn das Haus voll damit ist und mit den Erinnerungen und die Gegenwart so wenig Platz hat - dinglich und geistig. Wenn ich mich davon nicht mehr lösen kann, nicht frei sein kann, wenn all diese Dinge mich festhalten, bedrängen, mir das Leben schwer machen.

Welche Dinge habe ich schon?
Als meine Omi starb, habe ich mir ihre Standuhr gewünscht. Die steht immer noch in unserem Wohnzimmer, schon seit vielen Jahren ist das Schlagwerk abgestellt, das Uhrwerk braucht eine Generalüberholung. Sie passt hier überhaupt nicht mehr her. Den dazu passenden Glasschrank habe ich vor ein paar Jahren verkauft, nachdem er jahrelang ein Dasein im Keller und auf dem Dachboden fristete. Der Plan, ihn irgendwann zum Geschirrschrank zu machen war eine Luftblase. Der Entschluss, mich auch von der Standuhr zu trennen ist gefasst und braucht nur noch ein wenig Reife, bis er in die Tat umgesetzt wird.
Ich habe ja dann noch ihr Geschirr, das "Indisch Blau". Ich benutze es quasi nie. Wir trinken aus Haferln, nicht aus Tassen. Die Teller dienen als Aushilfe, wenn die weissen grad alle schmutzig sind. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich auf Omis Sofa sitzen, die Teetasse vor mir, die Standuhr an der Wand, auch bei ihr schweigend wegen der Nachbarn.
Eigentlich brauche ich nichts als diese Erinnerung.

Neu: ein Strohkörbchen mit Geschichte (stand immer auf dem kleinen Nähkasterl, das im übrigen ja auch bei mir steht und so unpraktisch ist...), gefüllt mit Stickgarn aus Teenager-Tagen und der Zeit der Stickbilder, grade frisch von meiner Mutter an mich weiter gegeben. (Die versucht nämlich grad, meinen Vater Stück für Stück zu befreien.)

Ein ganze Batterie Sammeltassen und groß und klein. Die Kleinen werden immer mal benutzt, als Espressotassen. Auch wenn sie von Hand gespült werden müssen. Und dabei denke ich wahlweise an die eine oder andere Tante, je nachdem aus welchem Haushalt sie stammt. Und ja, ich liebe diese Tassen. Und hätte gern einen richtigen schönen Schrank, in dem ich sie ausstellen kann.

Ein Vertiko. Restauriert von meinem Cousin, zu dem ich eigentlich kaum eine Verbindung hatte und der quasi verschollen ist. Aber es stand bei meiner Tante im Atelier, eine Erinnerung an sie und die seltenen Besuche bei ihr. Es ist schön und begleitet mich schon lange. Es bräuchte mal wieder eine heilende Hand und ein bisschen innwendige Ordnung, denn innen drin sind ganz viele Dinge, die einer Entscheidung bedürfen...

Eingeladen

zum Mittagessen beim Ältesten Sohn. Fein!
Er hat Rouladen gekocht - ganz traditionell und ausgezeichnet. Zufällig hat der dem Besten Ehemann damit den Wochenend-Essenswunsch erfüllt - beim Einkaufen vor ein paar Tagen hat er sich genau das gewünscht - so richtig klassische Rouladen mit Speck und saurer Gurke gefüllt.



15.12.11

...und die Rezepte

Für die Kokos-Mandel-Marzipan-Berge (die im übrigen so fein schmecken wie sie dufteten, aber nicht so sehr nach Marzipan, wie wir uns das wünschten). Super schnell, super einfach. Der Teig wurde  mit etwas mehr Marzipan angereichert, mit Löffeln aufs Blech gebracht und dann mit den Fingern zu Bergen geformt.

Für die Choclate Chip Cookies (original coffee house recipe  - Davies, USA) aus der Schweiz

250 g Margerine
125 g brauner Zucker
125 g weisser Zucker    (oder nur 250g brauner Zucker)
2 Eier
1 Teel Vanillearome (bei Frau Strickwerk etwas Vanillepulver)
190 g Weissmehl
190 Vollkornmehl        (oder 395 g Ruchmehl)
(bei Frau Strickwerk immer nur zwischen 350 und 375 g Mehl, gern Dinkel 1050)
1/4 Teel Salz
1 Teel Backpulver
125 g (feine) Haferflocken

60g Weizenkleie
60 g Kokosraspel          nach Belieben (bei Frau Strickwerk beliebt das nie)

4 Tafeln dunkle Schokolade
375 g zerbrochene Baumnüsse

Alles zusammen mischen, Häufchen auf eine gefettetes Blech setzten und bei 180° C circa 10 Min. backen.

Es empfiehlt sich, die Schokolade vor dem dazumischen zu hacken; Frau Strickwerk interpretiert Baumnüsse als Walnüsse und hackt diese ebenfalls mit dem Messer grob. Sie löffelt  möglichst kleine Häufchen des ziemliche festen Teigs aufs Blech, der Mittlere Sohn eher größere - geht beides. Sie laufen minimal auseinander.  Halten problemlos mehrere Wochen - wenn sie nicht schneller gegessen werden.

13.12.11

Duft

nach Kokos und Marzipan - wenn die Plätzchen so schmecken wie sie duften halten sie nicht lange. Immer noch auf der Suche nach den ultimativen Weihnachts-Marzipan-Plätzchen. Geruchsmäßig könnten es diese werden. Und super einfach sind sie auch.

Außerdem Choclate Chip Cookies gebacken, nach dem uralten Rezept, das nur Weihnachten verwendet wird, das aus der Schweiz kommt.

Die Handschuhe

im Bild.