25.4.15

Und schwupps

ist Ende April. Die Zeit fliegt. Es scheint mir, als flöge sie in diesem Jahr noch schneller als sonst und mein Bemühen, inne zu halten, mehr den Augenblick zu leben und zu genießen kann den Flug nicht bremsen.

Und so ist der April vergangen:

Ich habe zum ersten Mal das Backnanger Wollfest besucht. Was für ein wunderschöner gelungener Tag.  In ausgesprochen netter Begleitung habe ich alle Stände mehrfach besucht, Garne befühlt und Farbenpracht bewundert, Herrn Leichtlen kennen gelernt und seine Spinnräder und anderen Drechselarbeiten bewundert - und am Ende dann tatsächlich Entscheidungen getroffen und Wolle gekauft.
Den ganzen Tag habe ich den Foto im Rucksack mit herumgetragen - und kein einziges Foto gemacht. Nur die Einkäufe kann ich euch zeigen.


Ein Lacegarn, von Spinnig Martha gefärbt, eine Merino-Seiden-Mischung - und das Blau ist deutlich dunkler als auf dem Foto und ein bisschen matt. Drin steckt eine Holznadel von Holz und Stein, die meine Strickjacke verschließen kann.


Wollerey-Garne wollte ich schon ganz lange mal befühlen und ich bin mit dem Vorsatz nach Backnang gefahren, dort Garn für ein Projekt auszusuchen und zu kaufen. Bei der ersten Runde war ich dann förmlich erschlagen von den Farben und Möglichkeiten. Mit Unterstützung meiner Begleiterinnen und von Frau Wollerey konnte ich eine Auswahl treffen und aus obigen Farben wird eine Kuscheljacke.

Außerdem habe ich noch ein paar Farben bei Tanja von spinnertundgewollt ausgesucht - und der Verführung ihrer Kammzüge widerstanden. Meine Kisten sind voll - ich muss einfach erst mal was verarbeiten, bevor ich wieder einkaufe.

Die Woche danach stand ganz im Zeichen Vorbereitung für das nächste Modul der Weiterbildung. Wie gut meine Kollegin und ich schon aufeinander eingespielt sind zeigte sich in der Leichtigkeit, mit der wir in ganz kurzer Zeit unser beider Vorbereitungen und Gedanken miteinander kombinierten und abstimmten. Und auch diesmal war es eine gelungene Zusammenarbeit und ein sehr befriedigendes Arbeiten. Das vorletzte Modul - ambivalente Gefühle zwischen - puh, geschafft! und schade, vorbei.



In der Bibliothek ist grad viel los - der April hat viele Veranstaltungen und Sondertermine. Er endet für mich nächste Woche mit einem Abenddienst bis 22.00 Uhr - XXL-Lernen - die Bibliothek bleibt Abends länger geöffnet, um AbiturientInnen ungestörtes Lernen zu ermöglichen. Ich bin schon sehr gespannt, ob und in welchem Umfang diese Angebot angenommen wird. 

Das Grüne ist fertig gesponnen und gezwirnt. Danach habe ich mir BFL und BFL/Seide in Natur aufs Rad geholt, also ungefärbt. Die Haptik ist einfach eine ganz andere und es spinnt sich auch anders als die gefärbten Garne. Auch schon fertig - je eine Spule gesponnen und miteinander verzwirnt. Und so habe ich noch gestern ein altes Schätzchen aufs Rad geholt - eine meiner ersten Kammzugfärbungen auf BFL/Seide. Sieht äußerlich ein bisschen verklebt aus, lässt sich aber wunderbar ausziehen und dünn spinnen. Ich hätte den Kammzug einfach nach dem Färben gleich ein bisschen auffluffen müssen - das war mir damals noch nicht klar. Ich hatte ihn nach dem Schleudern einfach auf die Leine gehängt zum Trocken. 




 Diese Wochenende steht ganz im Zeichen Spinntreffen - heute bei mir zum gemeinsamen frühstücken und spinnen und kardieren. Wie schön, dass das Wetter vormittags noch mitspielte und wir draußen kardieren konnten - ein kleiner Berg Unterwolle vom Collie, was für ein Flausch. Wir mussten grad schauen und aufpassen, dass die Windböen den zarten Flaum nicht davonbliesen.

Und morgen fahre ich nach Tutzing mit meiner Anna und spinne weiter an den Wasserfarben.

Dazwischen liegt schon wieder Vorbereitung für das letzte Modul der Weiterbildung, das sich mit Umgang mit Konflikten beschäftigt - spannend und herausfordernd. Ich freu mich drauf.


7.4.15

Ergebnisse

Zwei Wochen Urlaub - diesmal nicht dem Verreisen (bis auf die paar Tage Chiemsee) sondern dem Räumen, Verräumen und Handwerken gewidmet. Wobei ich meine Handarbeitstätigkeit jetzt mal zum Handwerk zähle.

Mein Zimmer wird ganz wunderbar. Und wenn das rote Sofa (eine sich endlos hinziehende Geschichte) endlich endlich das Weite sucht gibt es auch mal Fotos. Mit dem Sofa ist das schmale Zimmer einfach sehr beengt. Trotzdem lässt sich schon gut darin arbeiten. Und meine Bücher (Fachbücher für die Arbeit und das Hobby), all die Zeitschriften und ganz viel Hobbyzubehör sind ordentlich verstaut.

Ich habe den Platz auch gleich genutzt - zum Weben und Kardieren. Schön, wenn ich einfach alles stehen lassen kann. Und die Fusseln vom Wolle verarbeiten nicht im Essbereich herumfliegen.

Ich hatte mir von einer ebenfalls wollabhängigen Kollegin einen Webrahmen geliehen. Meine Vermutung, dass ich beim Schären und Bespannen schnell die Geduld verlieren würde hat sich nicht bestätig. Im Gegenteil - es machte sogar Spaß. Ich habe allerdings auch erst mal nur eine schmale Kette aufgezogen. Verwebt habe ich Sockenwoll-Reste. Meine ersten Versuche mit Schulwebrahmen zur Kinderzeit bekamen immer eine Sanduhr-Form. Das war meine zweite Befürchtung, dass ich es nicht schaffen würde ein einigermaßen gerades Webstück zu produzieren. Doch es gelang - der Rand war am Anfang zu locker und deshalb sehr unregelmäßig. so nach und nach traute ich mich ein bisschen fester anzuziehen - und gegen Ende hatte ich eine recht gleichmäßig und einigermaßen feste Kante.

So sieht das erste Stück aus.



Sofort habe ich mit dem Sparprogramm für einen eigenen Webrahmen begonnen. Und dann wurde auf ravelry schon zum dritten Mal in kurzem Abstand ein Webrahmen von Ashford angeboten - genau mein Wunschmodell mit einigem Zubehör. Das muss doch Schicksal sein - oder? Immerhin spare ich mir da einige Euros, auch wenn ich jetzt "nachsparen" muss.

Das Grün ist weitgehend fertig gesponnen. Ziemlich kräftige Farbe, vielleicht suche ich mir eine dämpfende Farbe zum kombinieren dazu. 



Die mit Krapp gefärbte Wolle vom letzten Frühjahr - ein ungeliebtes Lachsrosa - habe ich mit BFL, Glitzernylon, einem Hauch Grün und ein wenig Schappeseide zu einem Berg Batts kardiert. Zum ersten Mal habe ich so viel auf einmal und so einheitlich kardiert und einen vorher überlegten Plan verfolgt.



Und: meine Jacke "Aiolos" ist fertig! Gerade liegt sie zum Spannen und Trocknen aus - und es sieht so auf, als ob der untere Rand sich ein wenig beruhigt hat und nicht mehr umklappen will. Das Modell war toll zu stricken - die Anleitung sehr exakt und genau, leicht zu verfolgen. Und die Passform ist perfekt. Kann ich nur weiter empfehlen. Die  selbst gesponnene Wolle tat ein Übriges, dass ich dieses Strickwerk gar nicht mehr aus der Hand legen wollte - und so war sie jetzt nach dem Socken stricken für den Markt schnell fertig gestellt. Am Samstag will ich sie schließlich in Backnang ausführen! (Fotos folgen...)



30.3.15

Regentage

Ich habe Urlaub. Viel Zeit für all das was ich schon immer mal machen wollte...

Davor war noch der unten angekündigte Markt. Ich habe zwar nur zwei Paar meiner Socken verkauft - aber es hat ganz viel Spaß gemacht. Am Stand war richtig viel los - sicher auch, weil wir fast ständig am Spinnrad bzw. an der Spindel beschäftigt waren. Das hat viele Menschen ins Gespräch gelockt - und gar nicht so wenige gingen mit einer Spindel und einem Kammzug.

Ein Eindruck vom Stand:




Kurz vor Ende habe ich mich dann infizieren lassen - mit Nadel und Faden und Schwarzstickerei - das finde ich ausserordentlich faszinierend und werde es auf jeden Fall weiter ausprobieren. 

Die Urlaubswoche begann dann mit herrlichem Wetter und dem 80. Geburtstag des Schwiegervaters. Für mich mit früh aufstehen und dem Herrichten zahlreicher Canapées für den Sektempfang am Vormittag. Das hat richtig Spaß gemacht - ab und zu ein Catering ist gar nicht so schlecht.

Die folgenden Tage widmete ich meinem Zimmer, das ja immer wieder Zwischenlager bei diversen Räum- und Umräumaktionen war. Jetzt soll es allmählich wirklich mal "meins" werden. Ein Bücherregal mit Türen, ein Regal zum Sideboard umgewidmet - so sind alle Bücher und ganz viele Utensilien verstaut und es sieht trotzdem aufgeräumt aus. Die Türen werden noch verziert mit einem Fotoposter (gerade in Lieferung). Ein Ausflug zum gelben Möbelhaus half bei Aufbewahrungs-Kleinmöbeln, Regalboard und Schnickschnack. Jetzt muss nur noch das rote Sofa abgeholt werden (ja, es steht immer noch da und keiner will es haben...). Bilder dürfen so nach und nach kommen, ich werde wohl auch ein paar meiner eigenen Zeichnungen an die Wand hängen.  

Nächstes Projekt: Weben! Den Webrahmen habe ich schon vor dem Urlaub von einer Freundin ausgeliehen und mich die letzten Tage damit vertraut gemacht. Erstaunlicherweise hat mich das Schären und Aufziehen der Kettfäden weniger Nerven gekostet als befürchtet. Ich habe jede Menge Reste verwebt, ein kleines letztes Stück fehlt noch. Und dann bin ich gespannt, wie sie das Gewebte nach dem Abnehmen und waschen verhält. Geburtstagswunsch in diesem Jahr auf jeden Fall: ein eigener Webrahmen.

Strickend wächst nach den Kindersöckchen für den Markt jetzt wieder die Jacke Aiolos. Beide Ärmel sind fertig und ich stricke so am Körper vor mich hin.

Ein paar Bilder gibt es von gesponnenem Garn: Das Gelb ist endlich fertig - und wird auf jeden Fall überfärbt. Denn Gelb will ich nicht tragen, aber das Garn ist so schön geworden und wunderbar für ein Lace-Tuch geeignet - es wird wohl grün werden. 
Ein frisches Frühlingsgrün spinne ich auch gerade und das ist ein großes Vergnügen: Falkland/Seide und BFL/Seide von Melinoliesl.



Ein paar Regentage verbringen wir mit dem Ältesten Sohn und dessen Freundin am Chiemsee - nach langer Zeit mal wieder. Der immer gleiche Blick, bei Regenwetter in der Morgendämmerung - immer wieder schön.






17.3.15

geschickt und gekonnt

Wochenendtipp für Münchnerinnen


Dort hängen meine Socken rum und zeitweise auch ich. Am Stand mit Annettes tollen handgesponnenen Garnen und Barbaras wunderschönen Kammzügen und Sockengarnen.




21.2.15

Wolliges

Dem hausinternen Umzug geschuldet wurde gar nicht gesponnen. Aber ich habe die Wassernixen angestrickt - und das macht so viel Freude, dass ich schon ein ganzes Stück weit gekommen bin. Sie werden zu einer Jacke - das Modell Aiolos.

Vor lauter Elan (und der üblichen Flüchtigkeit) habe ich am Rücken viel zu lang gestrickt, dafür bekommt man aber einen schönen Eindruck vom verstrickten Garn. Die Konstruktion ist raffiniert - begonnen wird mit einem Stück Schalkragen, rückwärtige Mitte. Die rückwärtige Passe (Lacemuster) wird dran gestrickt, mit rechts und links jeweils provisorischem Maschenanschlag. Der Rücken wird bis zum Ende des Armzuschnitts gestrickt. Dann werden erst rechts, dann links die stillgelegten Maschen des Schalkragens und die seitlichen Maschen Richtung Vorderteil gestrickt, ebenfalls über die Länge des Armausschnitts (so weit bin ich mittlerweile). Dann alles auf eine Nadel, der restliche Körper wird in einem Stück gestrickt, die Ärmel dann von oben eingestrickt. Keine einzige Naht...



be.leaf ist fertig. Das Tuch gefällt mir sehr gut, die Farbe ist ein Traum. Die Anleitung war ausgesprochen gut ausgearbeitet und das Tuch ist wirklich schnell gestrickt. Die größte Geduld braucht die Rüschenkante am Ende.




Freu!

Der jüngste Sohn hat einen Ausbildungsplatz ab September. Vertrag schon unterschrieben.

Sehr geradlinig: während seiner Praktika hat er sich umgehört und informiert, für einen Beruf entschieden, zwei Bewerbungen geschrieben, Einladung zum Bewerbungsgespräch, eine Woche zum Probearbeiten gewesen (zutiefst überzeugt davon, dass er die Stelle bekommen wird), Angebot bekommen, zugesagt.

Manchmal läuft es einfach.



Umzug inhouse

Der Jüngste Sohn zieht unters Dach.
Das war unser Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Aufenthaltsraum. Der Teppichboden lag schon drin, als wir eingezogen sind - also sicher 20 Jahre. Der letzte Anstrich liegt auch schon 9 Jahre zurück. Also einmal alles neu.

Wir ziehen mit unserem Schlafzimmer in das verbliebene ehemalige Zimmer des Mittleren Sohns, sehr klein, aber wird reichen. Das ehemalige Zimmer des Jüngsten Sohns wird Arbeitszimmer, Gästezimmer und Rückzugszimmer des Besten Ehemanns. Dort liegen Holzböden - können bleiben. Also nur streichen.

Die eigentlich Herausforderung: unseren gesamten Kram einpacken und irgendwo verstauen, wo er nicht stört. Also in mein Zimmer. Hoch gestapelt auf 9 qm.


Wie sollte es anders sein - das Entfernen des alten Teppichbodens blieb nicht ohne Überraschungen - darunter lagen alte PVC-Platten, die sich teilweise gleich mit dem Teppichboden lösten.  Unmöglich da wieder einfach Teppich drauf zu legen. Also Platten entfernen, den Untergrund neu vorbereiten - wir sahen unsere Zeitplanung schon davonschwimmen. Aber mit vereinten Kräften und engagierten Handwerkern haben wir es geschafft - der Jüngste Sohn ist wie geplant dieses Wochenende oben eingezogen. Der von ihm gewählte Boden ist so blau, das das Zimmer "Pool" heißt.

Wir Eltern haben jetzt noch ein bisschen Arbeit vor uns. Das neue Bett (nach 25 Jahren war der Umzug der gegebene Anlass das billige alte Bettgestell endlich mal auszutauschen) kommt vermutlich nächste Woche. Die Kommoden stehen bereits im neuen Schlafzimmer. Wie das dann wird mit dem Platz dort (das Zimmer ist winzig!) werden wir sehen. Es passt alles rein - ob es auch praktisch ist wir sich zeigen.

Das Arbeits-Gäste-Ehemann-Zimmer ist im entstehen. Das Gästesofa und der Schreibtisch sind schon dort eingezogen. Der Beste Ehemann schraubt grad die Regale an die Wand. Dann können morgen schon einige Bücherkisten ausgeräumt werden. Aber wir haben einige Regalmeter verloren - das wird noch spannend. Und wir verhandeln immer wieder neu über den Widerspruch zwischen gemütlichem Zimmer und dem Anspruch möglichst viel unterzubringen. 
Ich lass das ja gern wachsen, der Beste Ehemann will schnell alles fertig haben...

Im Moment jedenfalls: viel Dreck und Staub, etwas Chaos, ein ausgesprochen glücklicher Jüngster Sohn, müde Arme und schmerzende Rücken.




13.2.15

Spinnereien

Wie immer hatte ich viel zu viel Material dabei - aber Frau will ja ein bisschen Auswahl haben. Zumal mein Hauptprojekt gelb und fein war - das hätte ich nicht das ganze Wochenende durchspinnen wollen.

Britta hatte ihr Blendung Board dabei, das wollte ich auf jeden Fall ausprobieren. Prompt habe ich vergessen die fertigen Röllchen zu fotografieren. So schöne fein wie ihre sind sie noch nicht geworden, aber das daraus entstandene Garn schön fluffig und weich. Ich denke darüber nach, ob ich vielleicht doch ein solches Board brauche. Erst mal experimentiere ich noch mal auf der Kardiermaschine. Vom fertigen Strang gibts auch (noch) kein Foto...

Extra zum Mitnehmen vorbereitet hatte ich diese Batts:
Alle möglichen Reste und türkis/blau/grün mit BFL hellbraun zusammen kardiert.

Daraus wurde diese volle Spule (knapp 100g)




Ebenfalls in Friedrichshafen fertig gespindelt wurde ein Kammzug von Adoptivwolle - edle Mischung aus Babycamel, Babyalpaka, Polwarth und Seide. Zwirnpartner ist ein schon lange fertiger Kammzug Milchseide in grün, ebenfalls von Adoptivwolle gefärbt. Das Ergebnis ist sehr schön grün mit ein wenig blau...


Schon vor Friedrichshafen fertig - eine weitere Färbung von Adoptivwolle: graue auf Polarfuchs. Einfältig und dick-dünn gesponnen, ein wenig angeflitzt zwecks besserer Haltbarkeit. Schön geworden - ich bin ganz zufrieden damit.


Der Bericht wäre nicht vollständig ohne meine neuesten Werkzeuge. Ich hatte Herrn Matthes zwei Spindeln zur Reparatur geschickt und gleichzeitig eine Lazykate, eine Tiefwirtelspindel und ein Schälchen bestellt. 

Die Lazykate mit Erweiterung für supported Spindeln

Meine ganz alte und heißgeliebte Spindel mit neuem Haken - und ganz wunderbar aufpoliert vom Ehepaar Matthes.

Die neue Tiefwirtelspindel

Und das neue Schälchen - hier mit der Tibetischen die darin einfach wunderbar läuft. 



Im Februar

ist ganz schön viel los, und das völlig faschingsbefreit.

Der Höhepunkt war bisher das letzte Wochenende: ravelry-Spinntreffen in Friedrichshafen. Wir waren nur Wenige (10 spinnende Frauen, inkl. eines Teenagers). Ich war im Vorfeld ein wenig enttäuscht, dass sich nicht mehr angemeldet hatten - rückblickend war es unglaublich bereichernd, erfüllt und ganz besonders schön. Die wenigen Frauen mit ganz unterschiedlichen Geschichten, Persönlichkeiten, Erfahrungen, Spinnrädern, Kenntnissen - was für eine Fülle! Wir konnten viel miteinander reden - und schweigen, was ich immer ganz besonders finde, wenn das nicht angestrengt oder peinlich ist). Ich bin dermaßen erfüllt nach Hause gekommen  und es hat mich die ganze Woche getragen - vielleicht spürt ihr es noch ein wenig aus meinen Worten heraus.

Victoria und Bliss
Britta muss mehr Röllchen machen...


viele Farben rot - und schnell wie die Feuerwehr

Leichtlen-Schönheit

Wir waren auch mal draußen...



Fleißig gesponnen - so schöne Ergebnisse

30.1.15

Kurz mal

Die Woche ist schon wieder voll gepackt. Vor allem, weil heute und morgen wieder Weiterbildungstage sind und ich - wie so häufig kurz vor knapp - noch alles möglich vorzubereiten hatte. Der freie Vormittag heute reicht mir, um alles Gelesene noch einmal abzurunden und in Ruhe Materialien und Technik zu prüfen und einzupacken.

Trotzdem wurden nebenher die Socken aus der gesponnen Wolle fertig. Sie sind nicht so richtig kuschlig, weil so viel Drall auf dem Garn ist. Foto folgt bei besserem Licht. Und auch das Spinnprojekt ist vollendet - mehr und Bilder vielleicht am Sonntag.

Fertig gelesen wurden alle möglichen Fachtexte, der Roman schleppt sich ein bisschen dahin.

Gekocht habe ich gar nicht diese Woche und meine Sehnsucht nach einem richtig guten Gemüsegericht steigt von Tag zu Tag - es ist so unbefriedigend, immer nur aus der Hand oder schnelle Küche zu essen. Memo: Ich muss unbedingt noch mit dem Besten Ehemann den Speiseplan für Sonntag besprechen.

Draußen: wildes Schneegestöber.

Ich mach mich mal an die Arbeit...

24.1.15

Tandaradi und Tandarada

Puh - was für ein Woche!

Letzten Sonntag Augen-Notfall bei meiner Mutter, deren Sehvermögen ja eh ziemlich zu wünschen übrig lässt. Also haben wir den Nachmittag in der Ambulanz der Augenklinik zugebracht. Das sind so Momente, in denen ich ausgesprochen glücklich bin über die Nähe zur Großstadt und die gute Versorgung mit Ärzten, Krankenhäusern und Notdiensten. Die Geschichte endete mit der stationären Aufnahme für mehrere Tage. Heute durfte sie wieder nach Hause - zum Glück ist das Restsehvermögen fast genauso gut/schlecht wie vor der Krise. Tanderadi!

So verging der Sonntagnachmittag also mit Klinikaufenthalt. Und der Ordner zur Vorbereitung der Weiterbildung lag bei meiner Rückkehr unberührt auf dem Tisch und wanderte von dort wieder in den Schrank - denn die restliche Woche war mit Arbeit und Terminen dicht.

Morgen feiert die Schwägerin Geburtstag. Ein bisschen was hatten wir ja schon vorbereitet - Bilder eingescannt und eine Diashow draus gemacht. Die Musik dazu fehlte noch - aber das funktionierte nicht ganz so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte. Denn iPhoto importierte die Titel leider nicht auf die gewünschte Art und Weise aus iTunes. Alles was ich dort gekürzt hatte erschien in der Diashow wieder in voller Länge. Bevor ich mal wieder  am dem laptop und meiner Unbeholfenheit am Computer verzweifelte sprang der mittlerweile angereiste Mittlere Sohn ein und montiert jetzt die ausgewählte Musik über einen Umweg passend zu den Bildern. Und zudem unterstützte er den Besten Ehemann und mich beim Dichten - Tanderada! So ist fast alles fertig für morgen.

Zum Stricken und Spinnen blieb wenig Zeit und Energie. Nur ein Paar Babysöckchen sind fertig geworden - und haben ohne Foto das Haus verlassen.

18.1.15

Liebe zu Büchern

"Merkst du das? Der Duft von neuen Büchern. Ungelesenen Abenteuern. Freunden, die man noch nicht kennengelernt hat, Stunden magischer Wirklichkeitsflucht, die auf uns warten"

Katharina Bivald - Ein Buchladen zum Verlieben.
Debütroman einer schwedischen Autorin, Buchhändlerin. Sie sagt: "Ich war nie in den USA, aber ich bin dort aufgewachsen. Mit Fannie Flagg, Annie Proulx, Louisa May Alcott und Marshall Grover. Das Ländliche Amerika war mir so nah wie die kleine schwedische Vorstadt, in der ich zufällig geboren wurde. Und ich wusste, dass ich eines Tages schreiben würde. Schon als Kind erzählte ich ständig Geschichten."

Diese Geschichte beginnt damit, dass Sara, arbeitslos gewordene schwedische Buchhändlerin, nach Broken Wheel in Iowa reist und Amy besuchen will, mit der sie eine Brieffreundschaft verbindet, die über einen Büchertausch entstanden ist. Als sie ankommt ist Amy gerade verstorben, aber die Menschen in dem kleinen und irgendwie aussterbenden Ort nehmen sie herzlich auf. Und Sara blüht auf dort - und macht mit Amys hinterlassenen Büchern einen Buchladen auf. Ihr Ziel ist es, für jeden und jede das passende Buch zu finden. Sie verändert nicht nur sich selbst sondern auch die Menschen im Ort. Als sie dort ankommt liebt Sara Bücher mehr als Menschen - am Ende ist sie verliebt und findet die Wirklichkeit doch schöner als alles, was sie in Büchern findet.
Eine Geschichte von der Liebe zu Büchern. Wurde mir sehr empfohlen als besonderes Buch, aber ich habe ein wenig gebraucht um damit warm zu werden. Jetzt, gerade fertig mit Lesen, finde ich es doch auch besonders - und irgendwie herzerwärmend.

14.1.15

Lieblinge

Seit der Tour de Fleece im letzten Sommer (und seitdem ich mich immer wieder mal mit anderen Spinnerinnen in München oder Rosenheim treffe) benutze ich meine Handspindeln wieder viel häufiger. Es ist einfach praktisch mehrere davon zu haben, so dass ich nicht immer gleich abwickeln muss, um wieder eine Spindel frei zu haben. Und dann diese schönen Hölzer!

Irgendwie hat jede Spindel ihren eigenen Charakter - geprägt vom Spindelbauer, vom Holz, der Form, dem Gewicht, Schaftlänge, Wirbeldurchmesser, Spindelart.
Ihr merkt schon - es ist eine neue Leidenschaft, sie sind einfach mehr als nur ein Werkzeug.

Zwei neue Lieblingsstücke haben zu mir gefunden, gekauft bei Herrn Locke, den ich auf dem Wollmarkt in Vaterstetten kennen gelernt habe. Dort hat es ein bisschen gedauert, bis mich eine seiner Spindeln überzeugt hat - jetzt ist sie eine meiner Liebsten. Und ich habe damit meine Freude an den Tiefwirtelspindeln entdeckt. Er verwendet nur einheimische Hölzer für seine Spindeln, was mir auch sehr sympathisch ist.


Beide Schönheiten auf einem Bild. Im Vordergrund die Tiefwirtelspindel aus Pflaumenholz, der Schaft ist aus Ahorn und mit 28cm ziemlich lang. Ich mag das - da passt viel Garn drauf und die Spindel lässt sich trotzdem noch gut anschnipsen oder andrehen. 
Was für eine wunderschöne zarte Maserung...



und von der anderen Seite, immer noch die Pflaume.


Das ist die Hochwirtelspindel aus Apfelholz, der Schaft ebenfalls aus Ahorn. Ein großer, sehr flacher Wirbel, sie ist 26g schwer.

Heute Nacht noch habe ich beide ausprobiert und angesponnen. Sie drehen schnell und leicht und ausdauernd. Ich spinne gern im Stehen - dafür sind sie wirklich super, sie drehen immer noch ganz flink, wenn sie den Boden schon erreicht haben. Dünne Fädchen wurden das, ganz von allein.

7.1.15

Reading Challenge

In irgendeinem Blog bin ich über diese Reading Challenge gestolpert. Letztes Jahr habe ich ja tatsächlich 50 Bücher gelesen. Das soll für mich zumindest aber kein Wettbewerb werden - Lesen ist ja teilweise quasi meine Arbeit, aber in erster Linie soll es mir Freude machen, dient mir zur Entspannung, zum Lernen, zum Lachen, um mich in andere Welten zu träumen.

Das erste Buch: female author (9), nonfiction (14), author I've never read before (43)

1. A book with more than 500 pages
2. A classic romance
3. A book that became a movie
4. A book published this year
5. A book with a number in the title
6. A book written by someone under 30
7. A book with nonhuman characters
8. A funny book
9. A book by a female author
10. A mystery or thriller
11. A book with a one-word title
12. A book of short stories
13. A book set in a different country
14. A nonfiction book
15. A popular author’s first book
16. A book from an author you love that you haven’t read yet
17. A book a friend recommended
18. A Pulitzer-prize winning book
19. A book based on a true story
20. A book at the bottom of your to read list
21. A book your mom loves
22. A book that scares you
23. A book more than 100 years old
24. A book based entirely on its cover
25. A book you were supposed to read in school but didn’t
26. A memoir
27. A book you can finish in a day
28. A book with antonyms in the title
29. A book set somewhere you’ve always wanted to visit
30. A book that came out the year you were born
31. A book with bad reviews
32. A trilogy (the first)
33. A trilogy (the second)
34. A trilogy (the third)
35. A book from your childhood
36. A book with a love triangle
37. A book set in the future
38. A book set in high school
39. A book with a color in the title
40. A book that made you cry
41. A book with magic
42. A graphic novel
43. A book by an author you’ve never read before
44. A book you own but have never read
45. A book that takes place in your hometown
46. A book that was originally written in another language
47. A book set during Christmas
48. A book written by an author with your same initials
49. A play
50. A banned book
51. A book based on or turned into a tv show
52. A book you started but never finished



Warme Hände

für die Schwägerin beim Orgelspielen. In Schwarz, damit die Pulswärmer auch Konzert-tauglich sind. Und aus schmuseweicher Merino-Wolle, Arroyo von malabrigo. Immerhin sind sie ja ein Geschenk zum runden Geburtstag, da darf es auch für eine simple Strickerei ein edles Garn sein.





Gelesen - über zufriedene Babys

Ich werde dieses Jahr versuchen die gelesenen Bücher nicht nur in der Liste zu notieren, sondern auch hin und wieder zu besprechen.

Das erste (fertig gelesene) Buch war eins, das mich für meine Arbeit mit Eltern interessierte. Ich bin immer auf der Suche nach Titeln, die ich guten Gewissens empfehlen kann - "Das Geheimnis zufriedener Babys" gehört ganz sicher dazu.
Nora Imlau (auch Redakteurin bei "Eltern") schreibt aus ihren eigenen Erfahrungen heraus, in einem sehr angenehmen Ton, liebevoll, ohne "Rezepte". Sie bestärkt Eltern in der liebevollen Zuwendung zu ihren Kindern, nimmt die Angst vorm Verwöhnen und regt dazu an, eigene Wege zu finden, die sich an den Bedürfnissen der Kinder und der Familien orientieren. Dabei geht es keineswegs um Selbstaufgabe zugunsten der Bedürfnisse der Babys - im Gegenteil. Sie macht Eltern Mut auch für sich selbst zu sorgen, ihre Grenzen zu spüren und anzunehmen und sie gegenüber ihren Kindern zu vertreten. Wer sich erschöpft, kann nichts mehr geben.

Mehr Rezensionen gibt es z.B. hier, hier und hier zu lesen.

5.1.15

Was wir so spielen

Wir sind eine Spielerfamilie und eine Zeit lang haben wir auch viele Spiele gekauft - also verfügen wir über eine ganz ansehnliche Spielsammlung. Heute kaufen wir nur noch vereinzelt neue Spiele. Die Söhne spielen auch ausgesprochen gern und nutzten unsere Spielsammlung mit. Außerdem sind der Mittlere und der Jüngste Sohn "Magic"-Spieler.

Gestern haben wir mit "Ausgerechnet Uppsala" begonnen. Der Beste Ehemann liebt es (und wie bei fast allen Spielen gewinnt er eigentlich immer). Da geht es darum mehr oder weniger bekannte Städte   nach den Himmelsrichtungen zu ordnen. Naja - ist nicht gerade eines meiner liebsten Spiele, zumal der Beste Ehemann sehr ernst nach den Regeln spielt. Gestern haben wir die ein wenig aufgeweicht und so ein bisschen mehr Spaß ins Spiel gebracht.

Den restlichen Abend haben wir mit "Times up" verbracht. In dieser Runde eines unserer liebsten Spiele - eine Art Personenraten in drei Runden. In der ersten Runde werden die Personen wortreich erklärt, dafür muss aber auch jede Karte erraten werden, bevor die nächste gezogen werden kann. In der zweiten Runde wird die Person nur noch mit einem Wort erklärt, in der dritten ganz ohne Worte pantomimisch. Dafür kann dann weitergeblättert werden, wenn einem die Worte oder Gesten fehlen. All das auf Zeit und wir spielen immer in zwei Teams.

Zu Weihnachten gab es außerdem in diesem Jahr das Tatort-Spiel - ein Quiz, mit wirklich speziellen Fragen, aber durch den Spielmodus auch den Chancen einräumt, die keine Tatort-Kenner sind.
Und Istanbul - ziemlich komplex und viel Material. Die erste Spielrunde hat ziemlich Zeit gebraucht, aber als wir es alle verstanden hatten spielte es sich recht flott. Ähnlich wie bei Siedler hat man viele Entscheidungsmöglichkeiten, wie der nächste Spielzug aussieht. Ich finds gut ausgewogen zwischen Glück und Strategie.

Häufig gespielt auch gifttrap (für größere Runden und nicht mit allen Menschen gleich lustig), Bluff, Ligretto - und wir treffen uns auch immer wieder zum Schafkopf.

4.1.15

Alles wieder auf Normal

Heute geht mein langer Weihnachtsurlaub zu Ende.
Der wunderschöne Schnee ist fast vollständig getaut und fort geregnet. Die Wege also wieder frei fürs Fahrrad, das morgen aus der Garage geholt wird.

Das Urlaubsende versüße ich mir noch mit schönen Dingen.
Gestern war ich zum Brunch mit ganz vielen Strickerinnen. Das war so schön, so viele wieder zu treffen - ich komme ja leider nur noch sehr unregelmäßig zu den wöchentlichen Stricktreffen. Ein genussvoller langer Vormittag in jeder Hinsicht. Die Pulswärmer für die Schwägerin wurden dort fast (und daheim dann ganz) vollendet. Und die beiden geheimnisvollen Päckchen verschenkt. Das war der Inhalt:



Auch der Bruder und die Schwägerin müssen wieder in den spanischen Alltag zurück und so waren wir alle noch einmal gemeinsam Essen. 

Und heute Abend wird gespielt. Schon seit vielen Jahren Tradition, dass wir uns mit zwei anderen Paaren in den Weihnachtsferien zum Spielen treffen. Die Kinder waren in der Grundschule in einer Klasse. Inzwischen treffen wir uns nur noch selten, die Spieltradition wird aber gepflegt. Und weil wir uns so selten sehen, brauchen wir erst mal Zeit zum Reden. Dazu kochen der Beste Ehemann und ich heute - Lachsfilet aus dem Ofen, dazu Wintersalat und wer mag Baguette.
Anschließend wird ausdauernd gespielt - und erfahrungsgemäß auch viel gelacht. Wunderbarer Ferien-Abschluss und Start in die erste Arbeitswoche des Jahres.




2.1.15

Suppen!

Ich esse für mein Leben gern Suppen. Cremige, dicke, gemüsige Suppen.

Heute diese hier - Selleriesuppe mit karamellisierten Äpfeln



Das Rezept stammt aus einem alten (2011) "Vegetarisch Fit"-Magazin.
Für 4 Personen brauchst du:
400g Sellerie
200g Staudensellerie
1 Zwiebel
2 (süße) Äpfel (bei mir säuerliche, andere habe ich nie daheim)
2 EL Butter
100 ml Sherry
500 ml Gemüsebrühe (ich habe etwas mehr genommen, aber vielleicht auch ein wenig mehr Gemüse)
200 ml Sahne
2 EL Zucker

Selleries, 1 Apfel und Zwiebel schälen bzw. putzen und kleinschneiden. Vom Staudensellerie die Hälfte zur Seite legen. Das Gemüse in 1 EL Butter andünsten (ca. 5 Min.) Mit Sherry ablöschen, Gemüsebrühe angießen und köcheln lassen, bis der Sellerie sehr weich ist (ca. 25 Min). Sahne dazu geben und alles pürieren.

Den zweiten Apfel schälen (meiner war ungeschält) und klein würfeln. Mit dem zur Seite gelegten Stundensellerie in dem zweiten EL Butter auf niedriger Stufe anbräunen. Zucker darüber streuen und karamellisieren lassen. Die Suppe damit anrichten.

Lasst es euch schmecken!


Qual der Muster-Wahl

Die Schwägerin braucht warme Finger. Sie ist Kirchenmusikerin, Orgelspielerin, Dirigentin - und wird diese Jahr fünfzig. Und weil die Konzertkleidung meist schwarz ist, kann sie die geliebten bunten Pulswärmer aus meiner Werkstatt dazu nicht tragen. Also stricke ich ihr schwarze Pulswärmer. Aus edler Wolle - malabrigo Arroyo, ganz weiches Merino-Garn. Das war einfach. Die Musterwahl eher schwierig. Ich suchte das Besondere - und stellte fest: aus schwarzem Garn irgendwie vergeblich, denn so unsichtbar. Und die Pulswärmer verdrehen sich so  am Arm- da sehen viele Muster auch nicht domschön aus (in meinen Augen). Und so landete ich bei etwas ganz Einfachem:



1.1.15

Schnee

Was für ein erster Tag im Jahr - Glitzerschnee und blitzblauer Himmel.