3.3.11

Strickwerk

Kleinigkeiten - ein Paar Socken fertig gestrickt. Aus Regia Kaffee Fasett - eine Wolle, die mir so gut gefiel und die ich unbedingt haben wollte - und dann in den Keller in den Vorrat legte. Dort verschlief sie die geeignete Zeit, um an meine Füße zu wandern. Denn jetzt gefällt mir die Wolle nicht mehr so gut und diese Streifen und Farbfolge - naja. Ganz nett. Aber ich habe inzwischen so viele Socken imSchrank, dass ich wählerisch werde.
Also für die Vorrats-Verschenk-Verkaufs-Kiste.

Die Fünften in diesem Jahr,
Größe 38/39,
Herzchenferse und Sternspitze,
mit 2,5er Nadeln gestrickt. 65g

Nach dem ersten erfolgreichen Versuch mit toe-up-socks habe ich meine orangenen Reste zusammen gesammelt und Ingrids Anleitung für Basic Toe-ups ausgedruckt. Der erste ist fertig und passt genau. Die Anleitung ist prima, erklärt die entscheidenden Stellen ausreichend genau und ich habe das Prinzip schon verinnerlicht - den zweiten konnte ich quasi "auswendig" stricken. Ich habe allerdings auch hier den Magic Cast-on verwendet (für den ich dann doch immer wieder spicken gehen muss, weil ich mir einfach nicht merken kann, dass der kurze Arbeitsfaden über den Zeigefinger läuft).

Ich kann mich ja immer nicht so recht für Blender Socks entscheiden, weil da kein russian join möglich ist und folglich beim fertigen Socken viele Fäden zu vernähen sind - Garant, dass die Socken ewig im Strickkorb liegen bleiben. Hier habe ich jetzt mal beides kombiniert, um das relativ einfarbige Garn in der Mitte vom Fuß etwas besser zu integrieren.
Zweite Socke übrigens fast fertig - Zeit wirds, denn für März und April gilt: Grün, Grün, Grün sind alle meine Kleider...

Und so kommen wir zur Planung. Grün - da lagert so einiges in meinem Stash. Unter anderem Tiefer See von der Wollmeise. Zwei dicke Stränge Lace, gedacht für eine Jacke. Denn meinen Featherweight liebe ich über alles und trage ihn fast pausenlos. Eine zweite Lace-Jacke muss her!
Am Wochenende gewickelt - und ich ahnte es schon - da habe ich zwei ganz verschiedene Seen eingelagert. Einer ziemlich hell, einer dunkel. Möglicherweise habe ich beide gar nicht gleichzeitig gekauft - oder was auch immer beim Einkauf gedacht. Sie sind schon alt und haben noch die ganz alte Banderole.

Was nun? Wieder nur einen von beiden verwenden? Aber eigentlich wollte ich gern ein wenig flexibler sein, eine etwas größere und längere Jacke stricken. Jetzt werde ich doch erst mal eine Maschenprobe stricken und dabei alle zwei Reihen zwischen hell und dunkel wechseln - mal sehen, wie das wird.
Und das zu strickende Modell ist auch noch nicht gewählt. Ich könnte gut mal eine wirklich geschlossene Jacke brauchen. Andererseits eignet sich das locker und leicht fallende Lace natürlich besonders gut für diese eher offenen Modelle.
Da brauche ich wohl noch ein wenig Entscheidungszeit. Und kann derweilen mal noch das eine oder andere angefangene Stück zu Ende bringen.

23.2.11

Spannend

wie verschieden das Leben so mit 22 ist.

Danke für eure Kommentare und die Einblicke in eure 22er.

Eine Ahnung von Frühling

auf meinem Fensterbrett.




19.2.11

22

Der Älteste Sohn hat Geburtstag - und feiert in diesem Jahr zum ersten Mal nicht mehr in unserem Zuhause sondern in seinem eigenen. Das ist anders, fühlt sich aber sehr gut an. Die Familie erscheint gesplittet, aus Platzgründen. Eine Hälfte zum Weißwurstfrühstück, die andere Hälfte zum Kaffeetrinken. Und weil nicht alle so Zeit haben wie sie eingeladen wurden, mischt es sich anders als es der Sohn geplant hat, macht aber nichts. Ich war bei der ersten Hälfte und es war sehr nett und gemütlich.
Als Geschenk gab es eine weitere Vervollständigung der Trachtengarnitur: Hemd mit Riegel, der noch bestickt werden kann, Geld für Haferlschuh und/oder Hut.

22 Jahre - ich bin manchmal fassungslos, dass diese erste Schwangerschaft und Geburt tatsächlich schon so viele Jahre zurück liegt.
Heute haben wir überlegt, wo wir eigentlich waren mit 22 Jahren.
Ich auch schon in einer schon lang dauernden und festen Beziehung zum Besten Ehemann (und er in selbiger mit mir, natürlich).
Ich studierend im dritten und vierten Semester, in Stuttgart, Bafög-Empfängerin, möbliert wohnend mit einem Studenten und der Alten Dame/Wohnungsinhaberin.
Er noch immer beim Bund, Zeitsoldat und ebenfalls möbliert wohnend, nahe dem Wörthsee.
Beide noch entfernt von einer abgeschlossenen Ausbildung, er immerhin schon Gehaltsempfänger.

Der Sohn: abgeschlossene Ausbildung und das erste Berufsjahr als "Ausgelernter" bereits hinter sich. Gerade erstmals die Stelle gewechselt und erhält demnächst seinen Dienstwagen. Verdient seit mittlerweile über vier Jahren sein eigenes Geld. Und wohnt/lebt seit fast einem Jahr mit seiner Freundin zusammen.

Und ihr so mit 22?

17.2.11

Und so

sitze ich hier Zeit totschlagend auf dem Sofa und warte auf die Cello-Lehrerin, die heute mal wieder sehr unpünktlich ist.

Ich bin aber dann so in Wartestellung, dass ich irgendwie nichts wirkliches anfangen kann. Obwohl ich ja schon gewohnt bin, dass sie zu spät kommt und locker derweilen noch Wäsche aufhängen, einen Brief schreiben, meine Nachmittagskurse vorbereiten könnte. Aber wetten, wenn ich jetzt in den Keller gehe, die erste Wäscheklammer in der Hand habe - dann läutet es.

(Gestern übrigens 7 1/2 Stunden allein im Laden - danach war ich sooo kaputt. Kreuz und Beine. Bin ich froh, dass ich sonst nur 5 Stunden dort stehe und laufe und räume und verkaufe.)

So Familiengeschichten

lese ich immer wieder mal ganz gern. River von Donna Milner hat mich durch die letzten Tage begleitet und mich gefesselt.
Ein idyllisches Familienleben auf einer Farm in Kanada, nahe der Grenze zu USA zur Zeit des Vietnam-Kriegs. River - ein Kriegsdienstverweigerer aus USA - wird als Farmarbeiter eingestellt und wohnt auch dort. Er ist eine Bereicherung und alle werden Freund mit ihm oder verlieben sich in ihn. Was in der Folge zu etlichen Ereignissen und Verwicklungen führt, die die Familie auseinander brechen lassen. Die Geschichte wird in Rückblenden erzählt, aus der Perspektive der Tochter, die sich auf dem Weg zur Farm befindet um das Sterben der Mutter zu begleiten. Am Sterbebett findet auch die Familie wieder zusammen.

Ich konnte gut eintauchen in die Geschichte und manches hat mich sehr angerührt. Lesefutter.

Orange

Monatsfarbe fürs verstricken aus dem Vorrat ist Orange. Da gab es zwei im Knäuel gefärbte Stränge Merino-Wolle, die ich sicher nicht für Socken verwenden würde und wegen der Farbe auch nicht in ein Tuch verwandeln würde. Für welchen Zweck habe ich eigentlich diese Wolle gefärbt?
ravelry ermöglich ja eine komfortable Suche - Wollstärke und Lauflänge eingeben, eventuell noch eine Einschränkung wie z. B. das Alter - und schon erscheinen in der Regel seitenweise Modelle. Ich habe mal auf Baby und Kind beschränkt und so kam ich zum Little Sister Dress. Klare und einfache Anleitung für ein Baby/Kleinkind-Kleidchen ganz ohne Naht. Genau richtig für diese Wolle.

Da ich ja in zwei Knäueln gefärbt hatte und diese Knäuel-Färbungen ja sehr an Farbintensität variieren habe ich gleich mit beiden Knäueln gestrickt. So habe ich durch einen Fadenwechsel in jeder Reihe einen recht gleichmäßigen Farbverlauf erreicht.

Das Garn war fürchterlich zu verstricken - die vielen Fäden sind extrem schlecht verzwirnt und spalteten sich ständig. Dass ich auch nur eine alte, wirklich alte, Metall-Rundnadel in der gewünschten Stärke zur Verfügung hatte, deren Spitze irgendwie rau ist, machte die Sache nicht besser. So wurde ein Strickstück, dass eigentlich unkompliziert nebenher läuft zu einer Aufgabe, die hohe Aufmerksamkeit erforderte.
(Nadeln und restliche Wolle landeten übrigens bereits im Müll...)

Das Ergebnis gefällt mir - es ist ein nettes Kleidchen für ein ca. 18 Monate altes Kind geworden. So wie es aussieht und auch viele zum Modell schreiben, kann es lang getragen werden - erst als Kleid, dann als Pullunder. Der Farbverlauf gefällt mir und für ein Kind finde ich dieses leuchtende Gelb-Orange auch sehr geeignet.

Fakten:
Merino-Wolle zum Selbstfärben von der Maschenschmiede; gefärbt im Knäuel mit Ashford und Ostereierfarben. Nadeln 2,5
Modell Little Sister Dress; 18 Monate
Verbrauch: 160g

14.2.11

10 Tage

seit dem letzten Eintrag. Gefüllt mit:
  • allmählich wieder auf die Füße kommen; ein Besuch im Sportzentrum offenbarte die Konditionskatastrophe - deshalb morgen ein Trainertermin, der den Trainingsplan auf Vorderfrau bringt und damit hoffentlich die darniederliegende Kondition wieder auf Touren.
  • vielen zu Hause verbrachten Abenden, statt einen Ball, den Tango-Argentino-Abend, Chor und Kino zu besuchen. Erholung tat einfach not und die Arbeit hat gereicht, mich zu erschöpfen. Blöde Grippe!
  • Arbeit und einer Fortbildung - und diesmal durfte ich als Referentin dabei sein. Was ganz wunderbar geklappt hat, auch die Zusammenarbeit mit der Kollegin und - wie erwartet -ganz viel Spaß gemacht hat.
  • leckerem Essen beim Griechen, das mit einem Schlag den krankheitsbedingt erzielten Abnahme-Erfolg zunichte gemacht hat. Kostenloses Nachspeisen-Büffet, ungriechisch mit Profiteroles und anderen feinen schokoladehaltigen Verführungen - unmöglich zu widerstehen.
  • Kochvergnügungen - wenn der Rest der Familie was anderes isst, kann ich die Reste aus dem Gemüsefach nach eigenem Geschmack und Gutdünken nur für mich zubereiten - sehr fein, sehr asiatisch, ziemlich scharf.
  • dem Verstricken einer selbst gefärbten Merino-Wolle, die einfach gruslig ist - der Faden spaltet sich ständig und deshalb erfordert das Strickwerk - eigentlich ein easy-peasy Baby-Kleidchen - mein ganzes Augenmerk. Es ist fast fertig - zum Glück auch die Wolle fast aufgebraucht und der verbleibende Rest wird gnadenlos entsorgt.
  • grünen Haaren. Der Mittlere Sohn. Die mit solchen Färbeexperimenten erfahrene Freundin bleichte den langen Haarschopf auf der Mitte des Kopfes zuerst und verwandelte ihn dann mit Hilfe einer Paste in einen grünen Haarschopf. Zeigen darf ich es nicht, aber es sieht gar nicht schlimm aus. Hab ich schon mal erzählt, dass dieser Sohn sich schon immer leidenschaftlich gern verkleidet hat?
  • mehrmals Cellostunde - und ja, ich mache Fortschritte. Und es macht richtig Spaß, obwohl ich eigentlich nur Übungen und Tonleitern spiele. Systematisches Üben, wie damals vor Urzeiten bei meiner ersten Klavierlehrerin. Ich habe es auch damals irgendwie schon gemocht. Chaotisch wie ich bin verhilft mir diese Struktur von außen zu innerer Ordnung. Habe ich wohl damals schon erkannt.
  • fleißigem Lesen. Fachliteratur über Bewegungsentwicklung, Spielverhalten, Handlungsebenen, Gehirnentwicklung. Mit viel Freude wieder im Remo Largo herumgelesen. Einiges Halbwissen und Restwissen wieder vervollständigt, verschüttetes hervorgeholt und einiges ganz neu erfahren.

4.2.11

Scheusslichkeiten


...diese Socken. Aus einer Trekking Hand Art Karibik. Ich fand die Farben im Strang schrill, aber vielversprechend. Verstrickt sind sie einfach hässlich. Die Wolle an sich ist aber sehr angenehm - weich für Sockenwolle.
Naja, wandern in die Verkaufskiste. Irgendjemand findet sie sicher gut genug für seine Füße.

Hoffentlich letzter Arztbesuch heute, mit erstaunlich langer Wartezeit trotz Privat-Patienten-Stuhl. Und ausgerechnet heute hatte ich kein Strickzeug dabei, weil die Socken ja grad schon fast fertig waren und auf die schnelle nix unkompliziertes greifbar. An der Lungenentzündung vorbeigeschrappt, bitte noch schonen übers Wochenende.
Na gut. Ich merk auch so, dass die für morgen geplant durchtanzte Nacht wahrscheinlich noch nicht geht. Sehr schade...

3.2.11

Strickwerk

So Tage auf dem Sofa, an denen die Hände und der Geist nichts wirklich anspruchsvolles zustande bringen, eignen sich hervorragend um diese zu 98% fertigen Strickstücke endlich ganz fertig zu machen.

Das wohl Älteste Ding im Strickkorb war der Schal "Vision of Delight". Fertig gestrickt schon im November 2008! Seitdem liegt er entspannt hier herum. Weil er mir nämlich nicht gefällt. Also für mich nicht gefällt. Aber vielleicht gefällt er ja jemand anderem - jedenfalls habe ich ihn jetzt endlich gespannt. Die Wolle ist einfach wunderbar - ein federleichtes, weiches Nichts, ein Hauch von einem Schal, schöne Farbe, das grau mit ein paar dunkleren Tönen drin, die leicht ins bläuliche gehen. Ich habe auch wirklich gleichmäßig gestrickt, damit bin ich sehr zufrieden. Aber die Musterung ist einfach nicht meins - vor allem die große Raute in der Mitte. Und der Schal ist relativ kurz - es ist eben einfach ein Schal, kein Shawl zum drin einwickeln. Kurz und gut, ich weiß nicht so recht wie und wozu ich ihn tragen soll.
Falls also jemand Gefallen dran findet - einfach ein Tauschangebot machen.





Dann waren da noch die diversen Babyjäckchen. Es fehlte ein Band zum durchziehen und diverse Knöpfe, ein paar Fäden zu vernähen, eine Häkelkante.

Endgültig fertig sind jetzt diese drei. Die Knöpfe an der Weste gefallen mir besonders gut.




Und dann habe ich zum ersten Mal ein Muster testgestrickt. Für Martina, die schon mit einigen Tüchern bekannt ist, ihr Sockenmuster Knotzo.
Gerade mit Anleitung für Socken gehe ich sonst recht lässig um - ich eigne mit das Muster an und pass den Rest auf mein übliches Sockenrezept an. Aber diesmal war ja die Prüfung der Einzelheiten das Thema. Zudem werden diese Socken Toe-up gestrickt, was ich bisher nur einmal gemacht habe, und das ist schon ziemlich lange her.

Das Muster ist super beschrieben - ein wirklich tolle Anleitung. Und für mich die Erfahrung -mit magic cast on und surprisingly strechy bind-off gelingen Spitze und ein wirklich elastischer, aber nicht labbriger Rand ganz hervorragend. Die Fersenvariation gelang ebenfalls problemlos und die Wickelmaschen ohne Löcher - ich bin sehr zufrieden. Trotzdem - was der Vorteil der Toe-up-Socken ist, erschließt sich mir nicht wirklich.






Orange




Ein Abendessen, ganz in Orange: Süßkartoffeln, Kürbis, Karotten, Paprika. Nur eine Zwiebel dazu. Alles in Olivenöl mit arabischen Gewürzen und Kreuzkümmel wenden. Im Ofen backen. Dazu Quark mit frischen Kräutern.
So lecker.
Ich habe wieder Spaß am Essen!
(Meine verbliebenen Söhne an diesem Essen nicht. Sie schoben kurzerhand die TK-Pizza mit in den Ofen. Wie gut - dann habe ich morgen noch mal ein Mittag- und ein Abendessen.)

hinter der Tür

Sonne anbeten.
Füße auf sonnenwarmen Kacheln.
Hände auf sonnenwarmer Glasscheibe.
Sonne im Gesicht. Wärmt. Leuchtet.

So lang vermisst.

31.1.11

Mosaik

So ein Fotomosaik wollte ich erstellen - aber die Software, mit der ich das schon mehrmals erfolgreich erledigt habe, ist ins Nirwana verschwunden. Die Fotos liegen noch auf der Kamera, denn das Übertragungskabel Kamera-Laptop ist ebenfalls unauffindbar. Also keine Fotos.

Tagesmosaik.
Arztbesuch. Denn Frau Strickwerk ist noch einigermaßen schlapp. Sehr schlapp sogar. Beim Arzt wartet sie in einem extra Bereich mit roten gepolsterten Stühlen. Frau Strickwerk ist nämlich privat versichert. Und das ist neu und ihr eher unangenehm. Also nicht privat versichert zu sein, aber so einen extra Wartestuhl zu bekommen. Andererseits sehr angenehm, nicht lange warten zu müssen, wenn man eh dauernd das Gefühl hat, vom Stuhl zu kippen. Das dürfte allerdings auch für ganz gesetzlich Versicherte angenehm sein.
Leichtes Fieber stellte der Doc fest. Lungen frei, aber Husten "na, ich hör schon" - fest und zäh und laut und tief. Blutbild bitte - mehrfach stechen, wie immer, wie schön. Der Ausweg Handrücken war dann doch keiner, aber dafür ist die Ader dort jetzt durchstochen. Frau Strickwerk schaut ja nie zu, weshalb die Arzthelferin sie durch begeisterte "es läuft"-Ausrufe bis "jetzt kommt schon wieder nichts mehr"-Statements teilhaben ließ. Die Verordnung von 800er Ibu schraubte sie gleich auf 400er runter - sonst nur mal ein Aspi gewohnt fürchtete sie den totalen flash. Codein ließ sie in der Apotheke im Austausch gegen einen pflanzlichen Schleimlöser. Ja, eigenwillig. Frau Strickwerk schätzt den Arzt sehr wegen seiner Diagnostik. Seinen medikamentösen Verordnungen vertraut sie weniger. Zumal er immer das gleich verordnet.

Der Beste Ehemann erholt sich schneller - vielleicht dank des höheren Fiebers zu Beginn der Erkrankung? Jedenfalls war er heute fit genug, nach Visselhövede aufzubrechen. Er überlässt Frau Strickwerk einen halbwegs geordneten Haushalt, volle Wäschekörbe und zwei halb- bis großwüchsige Söhne zum Hüten. Frau Strickwerk ist allerdings schon ein wenig überfordert damit, sich selbst zu hüten und den übrigen Anforderungen eher nicht gewachsen. Darauf nimmt das Leben leider grad keine Rücksicht.

Hier herrscht grad eine eher düstere Stimmung - es dämmert noch mehr als den ganzen Tag schon, die Laune ist verhangen, der Kopf nicht aufnahmefähig für die Inhalte, die bis zum Wochenende sitzen sollen. Die Finger wollen nicht stricken und auch nur ungern schreiben (danke Korrekturhilfe, sag ich nur) und Frau Strickwerk nicht unbemannt zu Hause sein.

Alles blöd grade.

30.1.11

.

Während wohl im restlichen Deutschland die Sonne strahlt, hält hartnäckiger Nebel seinen Schleier über uns, aus dem es hin und wieder auch fein und weiß heraus rieselt. Frühmorgens war alles weiß bestäubt, auch die kahlen Äste der Bäume - gespenstisch schön im Dämmerlicht vor grauem Himmel.

Und es ist kalt kalt kalt. Die Amseln sitzen zu einem dicken Ball aufgeplustert im Baum - sie sehen so richtig verfroren aus.

Ich lechze nach frischer Luft. Öffne fast stündlich die Tür, nehme eine Brise frische kalte Luft, die postwendend einen Hustenanfall auslöst und gepaart mit einem Schweißausbruch die Lust auf einen (langsamen) Spaziergang im Keim erstickt. Also Tür wieder zu, zurück aufs Sofa. Wird beim nächsten Gefühl von Sauerstoffmangel wiederholt.

Die Gliederschmerzen haben sich fast vollständig verzogen, der Kopf ist zwar noch schmerzend, aber wieder ziemlich klar. So kann ich mal Zeitschriftenstapel durchblättern und ausmisten. Die Socken weiter stricken. Mit dem Jüngsten Sohn ein Gespräch über Lernen führen, das zwar ein gutes Gespräch war, aber ohne das erwünschte Ergebnis (Einsicht, Lerneifer, Lernplan erstellen, sofort! an den Schreibtisch setzen und intensiv Mathe lernen) blieb. Dafür blieb die Atmosphäre entspannt - und wer weiß um die späten Nachwirkungen solcher Gespräche.

Zum Fotografieren fehlt mir noch die Energie. Morgen dann ein Foto von den orangenen Socken. Sommer-Vorfreude.

29.1.11

Krank zwei

oder auch zwei sind krank. Der Beste Ehemann hütet jetzt auch das Bett abwechselnd mit dem Sofa.
So malade war ich schon lange nicht - den quälenden Husten begleiten Kopfschmerzen, was in Kombination so richtig angenehm ist. Dazu Gliederschmerzen, besonders ausgeprägt in der linken Hüfte, was jede Art von Sitzen und Liegen unbequem macht. Gänsehaut und Frieren wechseln mit ausgeprägtem Wärmegefühl. Appetitlosigkeit - ein bei mir seltenes Symptom, das auf jeden Fall auf schweren Krankheitszustand hindeutet. Dazu Schwäche und ein völlig benebelter Kopf, der nur beschränkt einsatzfähig ist.
Lesen geht nicht, weil ich nicht verstehe, was ich da lese. Film schauen auch nur eingeschränkt - das was mir sonst so gefällt, ist mir grad zu schwierig, zu spannend, zu aufregend. Beim Hörbuch schlafe ich ein, was ja nicht schlecht ist - bis der iPod leer ist.
Der Fernseher gibt ja glücklicherweise jede Menge Blödsinn von sich, mit dem ich völlig unvertraut bin. Aber heute gab es Anwälte, Talkshow, etwas Wintersport und vier Folgen "dahoam is dahoam".

Dazu gibt es Hühnersuppe - war zum Glück im Gefrierschrank - für mich Obstgläschen von Hipp, leckeren Hustentee, viel Wasser, zwischendurch, wenn ich die Geduld verliere, ein Aspirin oder Paracetamol.

Wir werden den Tag schon rum bringen und die Nacht auch irgendwie. Und morgen ist dann alles besser...

(Stricken geht auch nicht, Spinnen erst recht nicht - der Körper sagt wohl grade "Pause")

28.1.11

Auf dem Sofa

Der Jüngste Sohn hat mir seine Erkältung umgehängt. Jetzt halbliege ich hustend auf dem Sofa, gar nicht so böse über den geschenkten freien Tag, aber echt genervt von der Husterei.

Nutzen werde ich die Zeit für ein wenig nachschlafen, ein Teststrickprojekt in sommerlichem Orange und das Studium diverser Bücher über Bewegungsentwicklung in Vorbereitung auf ein Seminar. Dazu gibts Hustentee.

Zeigen kann ich jetzt immerhin mal ein Paar Babyschuhe und ein Stirnband - die fertigen Socken noch nicht, denn die sind für eine Wichtelaktion und bleiben noch verborgen.

Tiny shoes von Ysolda - ich mag diese Designerin sehr - aus einem Rest Sockenwolle von handgefaerbt.com. Sie wiegen genau 9g und ich finde sie richtig niedlich. Einfacher und schneller gestrickt als saartjes bootees werden das wohl die Mädchen-Baby-Schuhe der Zukunft.

Und im Zuge der Resteverwertung wurde aus den letzten Metern der lila Cora von online ein Stirnband für mich: Calorimetry. (Den wirklich allerletzten Rest habe ich dann tatsächlich entsorgt....).


23.1.11

Über Kinder

Ein kleiner Videofilm der Unfallkassen erreichte mich heute und hat mich in seinen Bann gezogen. Was darin gesagt und gezeigt wird hat ganz viel mit meiner Arbeit zu tun und mit einer Haltung gegenüber Kindern, die mir zutiefst wichtig ist.

Der Film dauert ein bisschen, aber wie in meinen Gruppen kann ich mich gar nicht satt sehen am Tun der Kinder. Wer Lust hat und ein bisschen Zeit - hier ist der Link.
Und nicht abschrecken lassen vom Vorspann, der so langweilig altmodisch daher kommt...

Sonntag

Ein bisschen länger schlafen. So richtig lang schlafen geht irgendwie nicht mehr. Alterserscheinung wahrscheinlich.

Der Jüngste Sohn auch schon wach. Der Beste Ehemann sowieso. Ein angestrengtes gemeinsames Frühstück, weil der Jüngste Sohn seine Laune pflegt und schweigt.

Strickend den Vormittag verbracht. Ein Paar Babyschühchen, ein Stirnband. Beides fertig gestellt. Resteverwertung - befriedigend. Die immer noch verbleibenden kleinen Reste als unverwertbar kategorisiert und weggeworfen. Das geht - immer besser sogar.

Mit dem Jüngsten Sohn zum Jugend-musiziert-Wettbewerb gefahren - erste Ausscheidung Drum-Set Pop - er begleitet einen genial die Sticks führenden Mitschüler auf der Gitarre. Inzwischen spricht er auch wieder. Lebhaft sogar. Fast alles klappt, die beiden spielen wunderbar zusammen, nur beim Stück mit Playback bleibt die CD hängen. Aber der Drummer hat die Ruhe weg und eine Kopie der CD dabei, so dass er einfach mitten im Stück wieder einsteigen kann - bewundernswert und allein dafür muss er eigentlich schon extra Punkte bekommen.

Wieder daheim hat der Beste Ehemann fast fertig gekocht und alle Söhne samt fast allen Freundinnen sind eingetroffen. Der Mittlere Sohn hat einen Clown gefrühstückt, der Älteste erzählt vom neuen Job, die beiden kommen sich in ihrer Lebhaftigkeit immer mal wieder in die Quere und irgendwie bin ich froh, als nach zwei Stunden die einen nach Hause gehen, die anderen in ihre Zimmer verschwinden und das Wohnzimmer wieder ruhig und leer ist.

Ich genieße beides - die Lebhaftigkeit, die Buntheit der drei und ihrer Partnerinnen - sie sind wirklich so verschieden. (Der Älteste Sohn fragt manchmal, was bei den beiden Brüdern schief gelaufen ist, dass sie so anders sind als er...). Aber auch die Stille, wenn keiner da ist. Es ist gut so, dass die Kinder nicht immer um uns bleiben. Und dass wir merken wann die Zeit reif wird, sie ihrer Wege gehen zu lassen. Dauert noch ein bisschen bei den beiden Jüngeren, bis es endgültig so weit ist, aber sie sind bereits auf dem Weg.

Jetzt: Tee, warme Kirschkerne im Rücken (noch nicht wieder ganz gut, leider), ein neues Projekt auf den Nadeln (noch einmal Reste) und Tatort im Fernsehen - so klingt der Tag wunderbar aus.

22.1.11

Sport

und Stufenlagerung.
Irgendwas habe ich heute falsch gemacht und jetzt motzt der Rücken. Stiche im Kreuzbein sind echt unangenehm.

Also: Stufenlagerung und warme Kirschkerne auf den Bauch.
Toll.

21.1.11

Hören

Weil die Weiterbildung heute überraschend ausfiel mit dem Besten Ehemann spontan schnell noch "Jugend der Moderne" in der Villa Stuck besucht. Ich mag ja Jugendstil und Art Deco. Am liebsten Geschirr, Gläser, Kerzenständer und so Gebrauchsdinge. Und einige Möbel.
Da gibt es auch einiges zu sehen - und daneben noch viele Bilder. (Nur noch bis Sonntag)

Es war ziemlich voll. Und heute ging es dem Besten Ehemann wie mir so oft - das dauerhafte Gemurmel der zahlreichen Besucher, wie Brummen im Hummelstock, hat ihn richtig angestrengt. Erst gestern Abend sprachen wir darüber und er konnte das so gar nicht nachvollziehen:
Chorprobe Montag Abend. 40 Menschen in einem leicht überakustischem Klassenzimmer. Alle reden in gedämpftem Ton miteinander, flüstern, murmeln. Ein Gesaus, Gebraus und Gebrummel in meinen Ohren, meinem Kopf. Über das dauerhafte Grundgeräusch hinweg versucht der Chorleiter Ansagen zu machen, gibt Töne, spielt Klavier, singt vor. Manche zischen jetzt - was keineswegs zu mehr Ruhe führt. Einzelne singen schon mal leise vor sich hin. - Ja, ein undisziplinierter Haufen.
Und es strengt mich an. Es strengt mich über die Maßen an. So sehr, dass mein Stress- und Ärgerpegel nach 20 Minuten im roten Bereich liegt. Im Geist formuliere ich bissige Bemerkungen, mahnende emails, ein verärgertes Statement. Am Ende der Probe verlasse ich fast fluchtartig die Schule.

Dabei: will ich mich an der Gemeinschaft freuen, beim Singen ausspannen und mich sammeln. Habe Lust Neues zu lernen, aber keine damit jede Stunde wieder neu anzufangen, weil ein großer Teil sich nicht mehr erinnert (weil ja nur gequatscht und nicht aktiv und konzentriert mitgearbeitet). Besonders pikant: etwa 20-25% der Chormitglieder sind Lehrer! und die "schwätzen" am ausdauerndsten und mit dem wenigsten Respekt vor ihrem Kollegen Chorleiter. Denn ja, ich finde es eine ausgesprochene Respektlosigkeit, wenn jemand etwas anleitet oder vorträgt einfach ständig mit seinen Nachbarn zu reden.

Ich habe mir jetzt noch drei Chorproben gegeben. Stillhalten und Beobachten. Meinen Ärger sammeln. Wenn sich nichts verändert meiner Verärgerung und meinen Wünschen nach Veränderung in einer noch nicht gewählten Form Ausdruck geben. Und wenn alles so bleibt wie es grade ist vermutlich auch diesen Chor verlassen. Schade. Aber so macht das für mich keinen Sinn mehr.

(Und das war nicht immer so. Irgendwie hat es sich im Laufe des letzten Jahres immer mehr in diese Richtung verschoben und ich wundere mich wirklich, dass ich offenbar die einzige bin, die darunter leidet.)

16.1.11

Sonne

und Frühlingsluft - nichts wie raus.
Heute in den Schlosspark.





11.1.11

Fertiges

Die Häkeldecke. Ein knit-n-sip-Projekt. Voller Euphorie begonnen hatte es dann doch die eine oder andere Auszeit. Aber immerhin schon im November fertig geworden. Sie ist recht klein, diese Decke. Ich kann mich da nicht rein kuscheln. Eher eine Kinderdecke. Das zeichnete sich schon vor dem Zusammennähen ab - was übrigens eine echte Geduldsprobe für mich war. Ich hätte ein wenig Baumwolle in einer Farbe nachkaufen und noch mehr Squares häkeln können. Darüber dachte ich eine Zeit lang nach und entschied mich dann doch dagegen. Die Decke wird jetzt im Frühling mit mir auf die Gartenbank ziehen und mal sehen, wie sich sich dort bewährt. Für einen warmen Rücken oder warme Beine reicht sie auf jeden Fall. Nur eben nicht für beides gleichzeitig.
Ja, es hat irgendwie Spaß gemacht das Häkeln. Aber Stricken ist mir dann doch lieber.



Der Featherweight. Ein weiteres Langzeitprojekt. Was andere in einer Woche fertig stricken dauerte bei mir von April bis Dezember. Woran liegts? Socken stricke ich ja in einem durch und muss nie rechnen oder eine Anleitung befragen. Muster verinnerlicht - los gehts.
Die Jacke aber: meine Maschenprobe stimmte nicht, also geht nach Anleitung stricken nicht. Das heißt immer wieder mal umrechnen und umdenken. Auch Maschen für die Blende aufnehmen ist ein Hindernis. Dafür habe ich dann abends oft einfach keine Lust - da will ich ohne zu denken vor mich hin stricken. Und dann liegt und liegt und liegt das Projekt im Korb. Bis ich mich mal wieder aufraffe, die fünf Minuten für überlegen, rechnen, neue Nadeln suchen oder was auch immer investiere und dann weiter stricken kann. Bis zu nächsten Hürde.
Deshalb also dauern diese Stücke so lang. Und deshalb stricke ich doch mehr Socken als die Familie tragen kann.

Und dann die sind auch die ersten Socken 2011 fertig geworden.
Socken 1/11
Das übliche Rezept:
Herzchenferse, Sternspitze. 64 Maschen, Gr. 42.
Wolle: Schöller und Stahl Sockina Color Artist Colors. Verbrauch 83 g.

Für den Besten Ehemann, der dann doch mal wieder Socken brauchen kann, weil die Seidensocken von Opal schon nach wenigen Monaten Löcher haben. Irgendwie sind unsere Füße nicht geschaffen für edle Materialien....

8.1.11

Wiedereinstieg

in den Alltag.

Heute. Quasi zu nachtschlafender Zeit aufgestanden. Und jetzt dann gleich auf dem Weg zur Arbeit. Dabei ist es noch nicht mal richtig hell. Und das Haus schläft noch.

So schnell schon vorbei, diese herrlichen Faulenzertage. Schade.

7.1.11

Rätselhafte Mitteilungen

Wenn der Mittlere Sohn grad mit der Freundin im Piercing-Studio verabredet ist und eine SMS mit Wortlaut "Entschuldigung" schickt, heißt das...

ja, richtig, drittes Piercing. Augenbraue links.

Ich hoffe, jetzt ist es genug. Ich mag ihn gepierct nicht weniger. Hübscher finde ich ihn ohne. Und außerdem zupft er ständig dran rum. Oder nimmt sie raus und steckt andere Dinge durchs Ohr. Schlüsselringe mit Glöckchen zum Beispiel. Ich weiß - Kinder müssen sich abgrenzen. Und Hippies waren schon die Eltern. Trotzdem. Manchmal anstrengend.

6.1.11

Lesestoff

Douglas Kennedy - die Entscheidung. Ein richtig dicker Wälzer, gerade recht für die Feiertage. Irgendwo hatte ich eine begeisterte Rezension gelesen - atemberaubend, fesselnd ein Pageturner. Naja, mir gings nicht so. Eine Liebesgeschichte, in der es immer wieder darum geht, welche Folgen ein Entscheidung hat. Nicht schlecht zu lesen, aber doch auch nicht so fesselnd wie erwartet.

Danach ebenfalls leichte Kost: Stefanie Gerstenberger - Das Limonenhaus. Ebenfalls eine Liebesgeschichte, Handlungsort Sizilien. Abwechselnd aus der Sicht der Frau und des Mannes erzählt. Ebenfalls ganz nett, Lesefutter für die Ferien.

Immer mal wieder, mich im Bereich Kinder/Jugendliteratur wieder ein bisschen auf den Stand der Dinge zu bringen. Heut mit: Nichts - von Janne Teller. Ein heftig umstrittenes Buch "eine bunruhigende und verstörende Geschichte". Ich weiß auch nicht, ob ich zur Zeit nicht so sensibel bin - jedenfalls hat das Bauch mich bei weitem nicht so berührt und verstört wie beispielsweise Evil von Jan Guillou.
“Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun.” Mit diesen Worten schockiert und provoziert Pierre alle in der Schule. Um ihm das Gegenteil zu beweisen, beginnen seine Klassenkameraden Dinge von Bedeutung zu sammeln. Auf der Suche nach immer mehr Bedeutung geraten sie auf Abwege -bis einer seinen Finger opfern muss.

Wie gesagt, mich hat es nicht so sehr berührt. Ja, die Geschichte ist brutal. Und trotzdem blieb sie mir zu sehr an der Oberfläche. Emotionen werden kaum geschildert, darüber was Bedeutung ist, warum etwas bedeutende wird oder auch sein Bedeutung verliert - kommt immer wieder vor, wird aber auch nicht vertieft, besprochen oder im Dialog verarbeitet. Ich habe die Philosophie im Buch nicht gefunden, die in den Besprechungen so oft angesprochen wird. Literarisch finde ich es auch kein Highlight.

Jetzt wartet neben mir: Alan Bradley - Mord im Gurkenbeet. Die ersten vier Kapitel versprechen einen äußerst amüsanten Abend.

Stadtspaziergang


Fassaden





Im Café





Fußgängerzone


(Und nur die Café-Fotos sind meine, die anderen hat der Beste Ehemann gemacht)

Angekommen

im neuen Jahr. Auch wir.

Die Zeit zwischen den Jahren ganz anders als sonst, Freunde aus dem hohen Norden waren zu Besuch und so erhoben wir uns vom Sofa, trennten uns von Weihnachtsbüchern und -filmen und verbrachten ganz viel Zeit miteinander. In der großen Stadt, beim Spazieren gehen, beim Spielen, Essen, gemeinsam Kochen und Feiern. Es war rundum schön und wunderbar. Und im Gegensatz zu dem Sprichwort mit dem Besuch, dem Fisch und dem Gestank - auch nach drei Tagen war noch alles gut und auch als die Woche zu Ende war. Die Zeit verging viel zu schnell, ins Theater haben wir es irgendwie nicht mehr geschafft.

Der Mittlere Sohn hat sein Schlafzimmer geräumt und dem Besuch zur Verfügung gestellt. Wieder daheim eingezogen nutzt er den Tag heute für "Freundin, großes Bett, Fernseher und Essen - was braucht man mehr".
Der Jüngste Sohn und sein Nachbars-Freund machen Musik im Zimmer über mir und Gesang und Gitarre klingen so leise im Hintergrund - schön.
Der Beste Ehemann ist im Sessel eingenickt, nach einem ausgiebigen Spaziergang völlig überwältigt von der Menge frischer Luft.
Beide wünschen wir uns föhnfreie Luft und einen schmerzfreien Kopf.

Und sonst?
Einiges ist fertig gestrickt, gelesen wurde auch. Die gesehenen Filme sind überwiegend keine Erwähnung wert. Nur "Drei" kann ich wirklich empfehlen - schon allein Sophie Rois ist es wert, den Film anzuschauen. Dreiecks-Geschichte, lustig und traurig, ungewöhnlich auf jeden Fall.

Rückblick - ein anstrengendes Jahr. Viele Überraschungen und Einbrüche, Veränderungen und Unerwartetes.

Ausblick - es darf ein bisschen leichter werden und gleichmäßiger, ein bisschen langweiliger vielleicht. Begleiten wird mich der "Angel of Integrity", außerdem habe ich noch den Satz "ich gebe mich zufrieden" an meiner Seite.

Vorsätze? Keine. Oder anders gesagt - da fasse ich mir jeden Tag einen neuen.

Euch allen ein gutes neues Jahr!

23.12.10

Weihnachten

Versteckt im Elfenwald einer Weihnachtsmarkt-Bude hing diese Elfe. Der Beste Ehemann hat sie entdeckt und mir spendiert. Jetzt schwebt sie über unseren Köpfen, fröhlich und feurig rot.

Innerlich schon ganz entspannt, aber äußerlich noch mit ein paar Dingen und Arbeit beschäftigt wartet sie mit uns auf Weihnachten. Draußen lädt das Wetter grad zum Daheimbleiben ein - nasskalt und grau, nur noch ein paar kümmerliche vereiste Schneereste zieren den Garten.

Wir freuen uns auf die Weihnachtstage - der Älteste Sohn wird morgen Abend doch auch wieder bei uns sein und am ersten Feiertag ist die ganze Familie versammelt, samt Großeltern und Freundinnen, zu einem gemütlichen Brunch. Alles wichtige ist eingekauft, das Haus solala aufgeräumt - wir sind bereit.

Ich wünsche euch allen gesegnete Tage, ein frohes und friedliches Weihnachtsfest.


13.12.10

der Dritte

Eigentlich wollte ich ja gestern wieder mal 12 von 12 fotografieren - und habe es dann im Lauf des Tages ganz aus dem Blick verloren.

Also nur ein paar Eindrücke von meinem 3. Adventssonntag.

Aufgestanden mit megamäßigem Kopfschmerz. Der trotz vorausgegangenem Tanzabend keinesfalls alkoholbedingt war.

Trotzdem die Ergebnisse der Backorgie vom Samstag in Büchsen verpackt. Allerdings aufs Glasieren der Lebkuchen vorerst noch verzichtet. Den Berg Spritzgebäck hat der Beste Ehemann in diesem Jahr mal selbst mit Schokolade bestrichen. Nachdem der Mittlere Sohn sich verweigert hat: "Ey, wir backen das immer nur für dich und das ist so ein blöde Arbeit mit dem Fleischwolf und so und dann sind das immer so viele und ich soll die auch noch glasieren, obwohl ich das Zeug gar nicht ess - kannst du echt mal selber machen. Ey."



Trotzdem auch endlich mal einen Stern für unser Fenster fertig gefaltet, da die bisher gefalteten alle sofort das Haus verlassen haben. Ich finde ja diesen hier immer besonders schön, habe aber leider diesmal nicht ganz sorgfältig zusammengefügt und er ist ein bisschen unregelmäßig. Besonders halt.


Der Beste Ehemann hat gekocht. Die neue Freundin des Mittleren Sohns hat zu seiner (also der des Besten Ehemanns) Befriedigung auch mal bei uns gegessen (bisher hatte sie immer keinen Hunger oder ihr war übel oder sie musste gerade gehen - er hat es schon fast persönlich genommen...).

Ich durfte danach singen gehen. Ja, durfte, denn es hat mir richtig Spaß gemacht. Ein Stündlein im Altenheim, viele alte deutsche und teilweise mundartliche Lieder, ein paar englischsprachige, bisschen jazzig und ein wenig gospelig - sehr gelungen und mit viel Freude in recht kleiner Besetzung.


Von dort direkt zu einem Kreis lieber Freunde. Und dort verflog dann endlich der Kopfschmerz, nach einer Tasse Kaffee und einem Stück leckeren Adventskuchen.

Ausklang am Abend mit Tatort und einem neuen Strickwerk - noch schnell einen Auftrag erledigen und dann noch zwei Weihnachtsgeschenke stricken. Wie immer halt noch ein bisschen die Nadeln fliegen lassen kurz vor knapp. Mit erhöhter Aufmerksamkeit, weil Verstricken wär grad ein Zeiträuber...

1.12.10

Geschenk

Heute Nachmittag muss ich wider Erwarten nicht arbeiten.

Also ein entspanntes Heimkommen nach einem lebhaften Vormittag im Laden.

Es schneit. Draußen ist alles weiß und so still - ich liebe den Winter, wenn der Schnee kommt. Und mit dem weißen und so still fallenden Schnee bekommt das Dämmerlicht eine ganz andere Qualität - es ist jetzt gar nicht mehr so duster und schwer, sondern irgendwie behaglich und leicht.

Zeit, auf dem Sofa zu sitzen, die Adventskerze auf dem aus Zeitmangel völlig puristischen nur mit Kerzen und sonst nichts bestücktem Kranz anzuzünden und die Seiten aus dem Anderen Adventskalender nachzulesen - denn der wurde in diesem Jahr auch so spät bestellt, dass er erst gestern ankam.

Und - wie wunderbar - gleich am ersten ein Text darüber, dass der Advent manchmal eben ohne Deko und all die erwarteten und vermeintlich notwendigen Vorbereitungen einfach so beginnt. Und dass es manchmal Sinn macht, sich zu überlegen, auf was frau einfach nicht verzichten will und was eben doch ganz schmerzfrei ausfallen darf.

Genau so ist es in diesem Jahr bei uns.

Und der Kranz - nur Zweige und Kerzen - sieht überraschend gut aus. So gut, dass auch nicht mehr nachgeschmückt wird, wie ursprünglich geplant.